Wyss verlässt Spital Dornach

Die Solothurner Spitäler AG wird neu aufgestellt. Die Direktorin des Spitals Dornach wird künftig nicht mehr in der Geschäftsleitung vertreten sein. Wohl deswegen habe sie gekündigt, sagt Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri.

Verlässt das Spital Dornach: Die Direktorin Irene Wyss. Foto: Kenneth Nars
Verlässt das Spital Dornach: Die Direktorin Irene Wyss. Foto: Kenneth Nars

Es ist noch keinen Monat her, da liess sich Irene Wyss mit Weste, Helm und Presslufthammer vor dem Spital Dornach ablichten. Die Direktorin war an vorderster Front mit dabei, als der symbolische Spatenstich zum 40‑Millionen-Anbau erfolgte. Erleben wird Wyss den Anbau, der 2030 eröffnet werden soll, nicht mehr. Zumindest nicht als Direktorin des Spitals Dornach. Wie die Solothurner Spitäler AG (soH) vergangene Woche mitteilte, wird Wyss die soH auf eigenen Wunsch verlassen. Gründe für die Kündigung werden in der Mitteilung keine genannt. Und auch Irene Wyss selbst nennt keine. Man habe sich darauf geeinigt, dass nur via Spital kommuniziert wird, sagt sie am Telefon.

Auslöser war eine neue Strategie

Darum Anruf bei Kurt Fluri, Verwaltungsratspräsident der soH. Was hat es mit der Kündigung auf sich? «Irene Wyss war wohl etwas enttäuscht, dass sie künftig nicht mehr in der Geschäftsleitung vertreten sein wird», bringt Fluri etwas Licht ins Dunkel.

Dazu muss allerdings etwas ausgeholt werden. Auslöser ist die finanziell angespannte Situation der soH. Zuletzt wurden Defizite zwischen 25 und 30 Millionen Franken pro Jahr geschrieben. Auch wenn die soH nur bedingt Einfluss darauf nehmen kann – Hauptgrund für die Misere sind nicht kostendeckende Tarife –, intervenierte der Regierungsrat letzten Frühling. Er stellte eine neue Eigentümerstrategie vor. Diese Strategie sieht ein ganzes Bündel an neuen Vorgaben vor, die hauptsächlich darauf abzielen, die finanzielle Situation zu verbessern.

Die soH erhält einen «Chief Operation Officer»

Darum befindet sich die soH derzeit auch organisatorisch im Umbruch. Eine neue Unternehmensstrategie wurde erarbeitet und im letzten Sommer vorgestellt. Und eine der Änderungen betrifft eben auch die Geschäftsleitung und führte damit indirekt zur Kündigung von Wyss.

Bisher waren die Direktoren respektive Direktorinnen der drei Spitäler Solothurn, Olten und Dornach sowie die Direktorin der psychiatrischen Dienste in der Geschäftsleitung vertreten. Neu nicht mehr. Die drei Spitalstandorte erhalten einen gemeinsamen operativen Geschäftsführer, einen sogenannten Chief Operation Officer. Die Stelle wird Anton Schmid antreten, Leiter des Kantonsspitals Olten. Nur noch Schmid wird in der Geschäftsleitung vertreten sein, die Standortleitungen von Solothurn und Dornach demnach nicht mehr – und damit auch Irene Wyss nicht.

Wyss wird von der soH gewürdigt

Vor sieben Jahren übernahm Wyss die Leitung des Spitals Dornach. Damals sei die Zukunft des Standorts unklar gewesen, schreibt die soH. Das änderte sich unter ihrer Leitung. Spätestens mit dem Spatenstich zum Anbau wurden die letzten Gerüchte um eine mögliche Schliessung des Standorts aus der Welt geräumt.

Unter der «sehr erfolgreichen Leitung» von Wyss habe das Spital sein Leistungsangebot für die Patientinnen und Patienten in der Region erweitern und wichtige Führungspositionen in medizinischen Fachbereichen erfolgreich besetzen können, würdigt die soH das Schaffen von Wyss. Sie habe «zielorientiert und mit grossem Einfühlungsvermögen» geführt und werde «innerhalb und ausserhalb des Spitals Dornach ausserordentlich geschätzt». Für die Nachfolgeregelung sei der Prozess in Gang gesetzt worden.

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