Keine Bushaltestelle für den Predigerhof: Kanton erteilt aus Kostengründen Absage

Das beliebte Ausflugsziel auf dem Bruderholz ist per ÖV schlecht erreichbar und der Autoverkehr für die dortigen Betriebe belastend. Eine Petition forderte eine eigene Haltestelle – jedoch ohne Erfolg.

Schlechte ÖV-Anbindung: Die nächstgelegene Haltestelle ist rund 20 Gehminuten vom Restaurant Predigerhof entfernt. Foto: roland schmid / archiv
Schlechte ÖV-Anbindung: Die nächstgelegene Haltestelle ist rund 20 Gehminuten vom Restaurant Predigerhof entfernt. Foto: roland schmid / archiv

«Das ganze Naherholungsgebiet auf dem hinteren Bruderholz hätte von einer neuen Haltestelle profitiert», ist Oliver Vischer überzeugt. Er ist Verwaltungsratspräsident der Predigerhof AG. Das Restaurant mit Buvette ist ein beliebtes Ausflugsziel auf dem Bruderholz. Vom schlechten ÖV-Anschluss seien aber noch weitere Betriebe in dem Gebiet betroffen. Wer heute von der nächstgelegenen Bushaltestelle Bedrettostrasse zum Restaurant, zum nahe gelegenen Teegarten oder zum Erdbeerenfeld möchte, müsse einen Spaziergang von mindestens 20 Minuten in Kauf nehmen.

Für Kanton zu teuerund zu aufwendig

«Viele Gäste fahren deshalb mit dem Auto hoch, besonders bei Anlässen», sagt Vischer. Ganz zum Verdruss der Höfe und Betriebe auf dem Bruderholz. Auf der Website muntert das Restaurant seine Gäste deshalb dazu auf, zu Fuss oder mit dem Velo zu kommen. «Um ein weiteres Zeichen zu setzen, forderten wir per Petition den Bau einer eigenen Bushaltestelle an der nahe gelegenen Bruderholzstrasse.» Die Gehzeit zum Hof würde dann noch knapp 10 Minuten betragen.

Bereits heute verkehrt die Buslinie 60 auf der Bruderholzstrasse, rauscht aber an der Kreuzung zur Predigerhofstrasse in der Tempo‑80-Zone vorbei. Die Petition wurde Mitte Januar mit 567 Unterschriften bei der Baselbieter Landeskanzlei eingereicht. Nun liegt der Bericht der Petitionskommission des Landrats vor, die dem Parlament aber einstimmig empfiehlt, die Bushaltestelle abzulehnen. Denn auch aus Sicht der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) seien weder die Voraussetzungen noch die Verhältnismässigkeit gegeben.

«Die Erstellung einer neuen Haltestelle wäre mit erheblichem baulichem und finanziellem Aufwand verbunden», wird der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber (Grüne) im Bericht zitiert. Die BUD rechne mit einer Investition im oberen sechsstelligen Bereich. Ein zusätzlicher Halt würde zudem «die Fahrplanstabilität beeinträchtigen». Sie würde die Reisezeitbilanz «klar negativ beeinflussen», während die zu erwartende Nachfrage gering bliebe.

Halt auf Verlangen zu wenig berücksichtigt

«Wir haben von Anfang an klargestellt, dass ein Halt auf Verlangen ausreichen würde», erwidert Oliver Vischer nun. Dies habe die BUD in ihrer Einschätzung zu wenig berücksichtigt. Dennoch nimmt er die Abfuhr des Kantons sportlich. «Es war mir klar, dass eine neue Bushaltestelle nur im Rahmen eines Ausbauprojekts zur Verbreiterung der ganzen Bruderholzstrasse realisierbar wäre.»

Dies ist aber laut BUD nicht vorgesehen und auch nicht möglich. Geplant sei jedoch die Verlängerung der separaten Busspur. Dazu werde der Radstreifen aufgehoben, da sich parallel bereits ein Radweg befinde. Die Fahrplanstabilität dürfte sich dadurch verbessern. Eine Haltestelle rückt damit wohl aber erst recht in die Ferne.

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