Verband der BL-Bürgergemeinden feierte seine 60 Jahre

Die Bürgergemeinde Münchenstein regte 1953 die ein Jahr später vollzogene Gründung des Verbands Basellandschaftlicher Bürgergemeinden (VBLBG) an. Dieser feierte am Geburtsort der Idee seinen 60sten.

Präsidialer Dank: VBLBG-Präsident Georges Thüring (l.) freut sich über das rhetorische
Präsidialer Dank: VBLBG-Präsident Georges Thüring (l.) freut sich über das rhetorische

Roland Bürki

Anfang der 1950er-Jahre machten Existenzängste, zunehmende finanzielle Belastung und der schwindende Anteil an Ortsbürgern den Baselbieter Bürgergemeinden zu schaffen. 1953 ergriff deshalb die Bürgergemeinde Münchenstein unter Präsident Ernst Huggel die Initiative, einen Verband aller Baselbieter Bürgergemeinden zur Wahrung ihrer Interessen zu gründen. Dieser wurde mit der Gründungsversammlung am 11. Dezember 1954 Wirklichkeit. «Diese Interessen nehmen wir auch heute mit Argusaugen wahr», erklärte ein entschlossen dreinblickender VBLBG-Präsident Georges Thüring den Präsidentinnen und Präsidenten der Baselbieter Bürgergemeinden sowie zahlreichen prominenten Gästen.

Thüring erinnerte an der Jubiläums-Präsidentenkonferenz an Paragraf 136 des Gemeindegesetzes, der den Bürgergemeinden de iure wichtige Aufgaben übertrage: die Erteilung des Gemeindebürgerrechts, die Förderung von Heimatverbundenheit und Kultur sowie die Bewirtschaftung und Offenhaltung des Waldes. «Unsere vornehmste Aufgabe, die Einbürgerungen, dürfen wir uns nicht nehmen lassen», appellierte der Präsident an die Bürgergemeinden. Seine Begrüssung nahm Gastgeber Clive Spichty, Münchensteins Bürgergemeindepräsident, zum Anlass, den 1925 erbauten und jetzt liebevoll renovierten Saal des von der Bürgergemeinde erworbenen Restaurants Hofmatt vorzustellen. «Die erhalten gebliebene glitzernde Tangokugel an der Decke weckt Erinnerungen an die einstige Kultur in Münchenstein», schmunzelte Spichty.

Traditionen pflegen
Die Kugel glitzerte zwar nicht, als die Jagdhornbläser Reichenstein zur Jagd bliesen, aber zahlreiche Augen waldverbundener Bürger glänzten beim vertrauten Halali. «Ihr hattet auch strube Zeiten in den vergangenen 60 Jahren», überbrachte Regierungsrat Anton Lauber die besten Grüsse und Wünsche der Regierung. Und dies an «historischer Gründungsstätte». Lauber attestierte den Bürgergemeinden «eine wunderbare Arbeit» bei den Einbürgerungen, quasi ohne jede Anstände. «Solche Kompetenzen zu beschneiden, wäre falsch», folgerte er und meinte, «ich bin rundum zufrieden mit Ihnen.»

In seinem Festreferat zum Jubiläum der Bürgergemeinden geizte Autor und Publizist Hans A. Jenny nicht mit sprühend kernigen Aussagen und Anekdoten über tragische und heitere Ereignisse in Münchenstein, die wechselvolle Geschichte der Baselbieter Bürgergemeinden, aber auch über deren heutige Bedeutung. Am Beispiel seiner Wohngemeinde Tecknau, die der Auflösung ihrer Bürgergemeinde deutlich widerstand, zog Jenny den Schluss: «Man schafft Traditionen nicht ab, man pflegt sie!» Solches befolgte der VBLBG gleich an Ort und Stelle: An jeder Tischserviette prangte nämlich ein golden glänzender Baselbieter Pin zum sofortigen Anstecken.

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