Der 11er ist spitze, aber noch nicht in der Bauphase

Seit den ersten Bauetappen komme es auf der Linie 11 vermehrt zu Verspätungen und Ausfällen. Miriam Locher (SP) verlangt in einer Interpellation Antworten vom Kanton – und erwägt weitere Schritte.

Baustelle: Die Tramlinie 11 zwischen Aesch und Münchenstein wird in mehreren Bauetappen erneuert. Auch im kommenden Jahr gehen die Arbeiten weiter. Foto: Fabian Schwarzenbach

Baustellen sind mühsam, das ist unbestritten. Besonders, wenn auch noch das Tram nicht fährt und Passagiere einen Ersatzbus suchen müssen. Bald geht es beim 14er in Muttenz wieder los, was weit über die Gemeindegrenzen für Diskussionen sorgte. Landrätin Miriam Locher (SP) nimmt nun den 11er im Birstal ins Visier.

In bisher zwei Bauetappen in den Jahren 2023 und 2024 wurde die Strecke von Surbaum bis Aesch erneuert und die Haltestellen behindertengerecht ausgebaut. In einer Interpellation an den Regierungsrat stellt Locher zwölf Fragen. Dass es bei diesen Arbeiten auch zu Verspätungen kommen könne – so die Interpellantin –, liege auf der Hand und könne nachvollzogen werden. Dennoch würden Ausfälle und Verspätungen Fragen aufwerfen.

«Viele Leute sind auf mich zugekommen», erklärt Locher. Da die BLT als Betreiberin der Linie 11 zumindest teilweise im Besitz des Kantons ist, möchte sie, dass der Kanton Rechenschaft ablegt.

Verspätungen und Ausfälle enden nicht nach der Sanierung

Gerade in den vergangenen Monaten, also nach Abschluss der ersten Bauetappen, sei subjektiv eine Zunahme an Verspätungen und Kursausfällen wahrzunehmen, schreibt Locher in ihrem parlamentarischen Vorstoss. Insbesondere die Ausfälle beschäftigen die Parlamentarierin. «In welchem Zusammenhang sind diese zu beurteilen?» Locher kann sich neben Mängeln an der Infrastruktur und dem neuen Trammodell auch Personalmangel darunter vorstellen. «Da müsste die Frage gestellt werden, was man dagegen machen kann», meint sie und deutet bereits eine aus ihrer Sicht mögliche Lösung an: «Die Arbeitsbedingungen könnten verbessert werden.»

Während einer Bauzeit ist es für einen ÖV-Betrieb allerdings schwierig, genügend Personal zu finden, da ja mehr Busfahrer als Tramchauffeusen gefragt sind. Zudem sind meist noch Schulferien. In diesem Zusammenhang möchte Locher wissen, ob während der Tramsperrung Kurse eingespart wurden. Sie fragt weiter nach Daten, die über Verspätungen der Tramkurse während und nach den Umbauarbeiten im Sommer 2024 vorliegen könnten.

Ebenfalls ein Thema ist das neue Trammodell «Tina», das noch Kinderkrankheiten aufweist. Locher fragt nach Anpassungen an den Tramzügen: «Welche sind noch geplant?», will sie wissen. Störend sind vor allem der Lärm und die Erschütterungen, die «Tina» verursacht. Je nach Antworten der Regierung behält sie sich einen weiteren Vorstoss vor. «Ich möchte aber die schriftlichen Antworten abwarten.»

BLT wird noch über die nächste Bauetappe informieren

«Damit der 11er spitze bleibt», lautet das Motto der BLT für ihr Bauprojekt. Der Transportbetrieb möchte keine Stellung beziehen, da die Interpellation im Parlament noch nicht beantwortet worden ist.

Nächstes Jahr geht es weiter mit der letzten Bauetappe vom Freilager bis Surbaum. Die Haltestellen Gartenstadt, Reinacherhof und Surbaum müssen an die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst werden. Die Station Heiligholz muss neu gebaut werden. Daher müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Verkehrs für eine kurze Zeit wieder an Busse statt Tramzüge gewöhnen. Details sind noch nicht bekannt.

Für 2026 wünscht sich Locher «eine bessere Koordination». Dass Kanton, BLT und Baufirmen alle Wünsche unter einen Hut bekommen werden, darf bezweifelt werden.

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