Vakanz an der Spitze des Seelsorgeverbandes Angenstein

Nach den Unruhen im Sommer kommt es in der Leitung des Seelsorgeverbandes Angenstein gleich zu zwei Wechseln. Der umstrittene Co-Leiter Michael Lepke wurde vom Bistum abgezogen.

Als Michael Lepke Anfang Jahr die Leitung des Seelsorgeverbandes Angenstein übernahm, ahnte noch niemand, dass mit dem Wechsel unruhige Zeiten auf die Pfarreien Aesch, Pfeffingen und Duggingen zukommen würden. Vor allem in der progressiven Römisch-katholischen Pfarrei in Aesch gab es Kritik am neuen Verbandsleiter. Die Kritik erreichte im Juni ihren Höhepunkt, nachdem Michael Lepke im Römisch-katholischen Pfarrblatt der Nordwestschweiz «Kirche heute» einen Leitartikel zu den Gottesdiensten verfasst hatte. Darin ging es um neue Terminierungen der Gottesdienste und deren Sitzordnung. Letzteres wurde von vielen aufgeschlossenen Kirchengängerinnen und Kirchengängern als Rückschritt in längst vergangene Zeiten erachtet( das Wochenblatt berichtete). Der Rückhalt für Lepke wurde vor allem in Aesch immer kleiner. Das Bistum Basel sah sich nun gezwungen, die Reissleine zu ziehen, und zog den Co‑Leiter des Seelsorgeverbandes Angenstein ab.

Dass fast zeitgleich auch Co-Leiterin Andrea Vonlanthen den Seelsorgeverband verlässt, sorgt in der Leitungsebene für eine Vakanz. Vonlanthen trat am 1. Februar 2022 die Stelle als Leitungsassistenz an. Ein halbes Jahr später übernahm sie nach dem Weggang von Pfarrer und Gemeindeleiter Felix Terrier die verantwortungsvolle Rolle der Koordinatorin und Leiterin des Seelsorgeverbandes Angenstein. Seit Anfang 2024 führte sie den Verband gemeinsam mit Michael Lepke in einer Co‑Leitung. Vonlanthen übernimmt ab dem 1. November die Leitung der Fachstelle Religionspädagogik Baselland.

Hoffnung auf positive Veränderungen

Während Michael Lepke innert kürzester Zeit zur umstrittenen Figur wurde, genoss Andrea Vonlanthen innerhalb des Verbandes ein positives Ansehen. Ihr Abgang wird daher eher bedauert, während der Abzug von Lepke Hoffnungen für positive Veränderungen auslöst. Das sieht zum Beispiel der Aescher Mitte-Politiker Christian Helfenstein so: «Das ist eine Chance für einen Neustart im Verband und in den Gemeinden. Man muss die Nachfolge gut abwägen. Für mich ist auch eine Probezeit eine Option.»

Der Fall Lepke habe gezeigt, dass man nicht alles auf den Kopf stellen und zu vorkonziliare Zeiten zurückkehren könne, so Helfenstein. «Vor allem Aesch, aber auch Pfeffingen sind progressive Pfarreien. Man darf die Leute nicht einfach vor den Kopf stossen.»

«Es ist für alle Beteiligten das Beste»

Auch Franz Vogel, Präsident des Kirchgemeinderats Aesch und so von Amtes wegen Mitglied im dreiköpfigen Verbandsrat des Seelsorgeverbandes Angenstein, sieht in den Wechseln eine Chance für den ganzen Verband. «Ich bin positiv gestimmt. Es ist für alle Beteiligten das Beste», meint Vogel zum Abgang von Lepke. Der Aescher Kirchgemeinderatspräsident wünscht sich ein Zusammenrücken innerhalb des Verbandes.

Die nun vorherrschende Vakanz in der obersten operativen Führungsebene soll Alois Schuler füllen. Der ehemalige Diakon aus Reinach soll befristet bis Ende Januar im Amt sein. Das hat das Bistum Basel entschieden.

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