Uptown baut neues KI-Rechenzentrum

Neben dem eigenenkommerziellen Schweizer Quantencomputer baut Uptown Basel nun auch Supercomputer fürkünstliche Intelligenz ein. Und die Straumann Group erwartet einen riesigen neuen Hauptsitz.

Die beste der Schweiz: Einbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz bei Uptown Basel. Foto: zVg/Uptown Basel
Die beste der Schweiz: Einbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz bei Uptown Basel. Foto: zVg/Uptown Basel

Uptown Basel ist nicht nur eines der grossen Schweizer Quantenzentren, sondern wird gerade auch zu einem der leistungsfähigsten Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Neben dem Quantencomputer von IonQ – der mittlerweile Uptown Basel selbst gehört – lässt die Besitzerfamilie Staehelin gerade die schnellsten KI-Rechner von IBM im Kopfbau installieren, wie Arealentwickler Hans-Jörg Fankhauser bestätigt.

Darin integriert sind 350 GPU des weltweit führenden Herstellers Nvidia. «Diese sind bereits wassergekühlt. Mit der Abwärme werden wir unser ganzes Gelände heizen können — CO2-frei, darauf sind wir ziemlich stolz», so Fankhauser. Dabei handelt es sich um das System «Vela» von IBM, Dell und Nvidia. Es sei eine schweizweit einmalige Supercomputing-Maschine, die künstliche Intelligenz somit ebenfalls physisch auf das Areal von Uptown Basel bringe. Die KI-Rechner werden vorwiegend von der Firma Phoenix Technologies AG genutzt und in der Schweiz angeboten.

Zwischen experimentell und konventionell

Uptown Basel hat damit vor Ort innert kurzer Zeit ein Hochleistungsrechenzentrum aufgezogen, das national seinesgleichen sucht. Ähnliche Maschinen werden derzeit vor allem an Schweizer Hochschulen eingesetzt, allerdings zu Forschungszwecken. In Arlesheim wird die gesamte Infrastruktur kommerziell angeboten und genutzt. Auf dem Quantenrechner von IonQ zum Beispiel werden bereits diverse Applikationen von multinationalen Unternehmen entwickelt und getestet. Beim kommerziellen Quantencomputing geht es derzeit vor allem darum, stabile Programme herzustellen. Die als vielfach leistungsstärker und effizienter geltende Technologie soll künftig das konventionelle Computing ergänzen und später ablösen. So lange das noch nicht der Fall ist, sind natürlich noch klassische Hochleistungscomputer wie eben die Rechner für künstliche Intelligenz im Einsatz. Uptown Basel sowie Quantum Basel arbeiten daher auch eng mit dem benachbarten Datacenter von NorthC sowie Primeo Energie zusammen. Via Primeo wurde Uptown auch ans Fernwärmenetz angeschlossen, um die Abwärme des Computings in die umliegenden Gemeinden einzuspeisen.

Der Straumann-Bau wird enorm

Neben dem weiteren Ausbau als einem schweizweit führenden Anbieter von Computer-Technologie ist Uptown Basel aber auch eines der wichtigen Wirtschaftsgebiete des Kantons Baselland. Mit der Ansiedlung des Firmenhauptsitzes der Straumann Group, die Basel wegen Raumnot verlässt, kommt ein multinationales Unternehmen zurück ins Baselbiet. Aktuell wird gerade der Neubau für den Firmensitz erstellt.

Auch dieser Bau sprengt Dimensionen: Laut Fankhauser wird der Hauptbau auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern ein Volumen von rund 180000 Kubikmetern umfassen. Zum Vergleich: Der Messeturm in Basel hat ein Volumen von 120000 Kubikmetern.

Zusätzlich zu diesem «liegenden Hochhaus» wird noch ein weiteres Gebäude erstellt, um die Mitarbeitenden von Straumann aufzunehmen. Das Hochregallager im bestehenden Hauptbau von Uptown Basel wurde ebenfalls bereits für die Straumann Group aufbereitet. Die Arbeiten laufen laut Fankhauser nach Plan; 2027 soll das Ganze bezugsbereit sein.

Derweil läuft der Quantencomputer im eigenen Haus auf ordentlicher Betriebstemperatur. Wie Jordan Shapiro von der Hersteller- und Betreiberfirma IonQ bestätigt, betreibt die Firma in Basel mittlerweile eine vollumfängliche Quantenplattform, die von diversen Grossunternehmen genutzt wird. Mit der Akquise von ID Quantique aus Genf kamen im vergangenen Jahr nun noch Dienstleistungen im Bereich Quantennetzwerke und Quantensicherheit hinzu.

Wörtliche Quantensprünge in der Pharma-Industrie

«Zusammen ergibt das für uns eine vollständige Quantenplattform in der Schweiz – für die lokale Industrie, das Schweizer Wirtschaftssystem und Europa», sagt Shapiro. Zum Portfolio gehören Kunden wie AstraZeneca: Dort wurden in der Wirkstoffentwicklung bereits rund 20-fache Verbesserungen gegenüber klassischen Algorithmen erzielt. Allerdings geht es für die meisten Firmen erst noch darum, die nötigen Applikationen für Quantenrechner überhaupt erst zu erstellen.

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