Nächste Ehre für die Birsstadt

Die Birspark-Landschaft wurde als Schweizer Vertretung für denEuropäischen Landschaftspreis des Europarats nominiert.

Wurde mehrfach aufgewertet: Die Birs steht im Zentrum des Aktionsplan Birspark-Landschaft. Foto: Roland Schmid/Archiv
Wurde mehrfach aufgewertet: Die Birs steht im Zentrum des Aktionsplan Birspark-Landschaft. Foto: Roland Schmid/Archiv

Vor rund zwei Jahren wurde der Verein Birsstadt vom Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet. Nun wird der Birsstadt die nächste Ehre zuteil: Der Aktionsplan Birspark-Landschaft, eines der Kernprojekte des Vereins, ist als Schweizer Vertretung für den Europäischen Landschaftspreis nominiert worden. Der Preis wird alle zwei Jahre durch den Europarat vergeben.

Das von der Schweiz portierte Projekt wurde von einer Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Praxis, Forschung und Verwaltung gekürt. Die Fäden dafür laufen beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) zusammen. Portiert werden für die Schweiz können nur Projekte, die in den vergangenen sechs Jahren bereits eine nationale Auszeichnung für ihre landschaftlichen Qualitäten erhalten haben. Beim Verein Birsstadt ist dies natürlich der Wakkerpreis.

Bewertet wurden die Projekte für die Schweizer Einsendung nach den vom Europarat festgelegten Kriterien nachhaltige Raumentwicklung, Vorbildcharakter, Beteiligung der Öffentlichkeit und Sensibilisierung. «Das Projekt Birs erfüllt diese Kriterien in hervorragender Weise», betont Bafu-Mediensprecherin Dorine Kouyoumdjian.

Lob für die Zusammenarbeitder Gemeinden

Gemäss Kouyoumdjian wurde als besonders überzeugend gewertet, dass die Birspark-Landschaft das Rückgrat aller Entwicklungen in der Region bildet. «Zwar konzentriert sich das Projekt auf den Raum entlang des Flusses, betrifft jedoch nicht nur das Wasser, sondern erstreckt sich auf ein grösseres Gebiet, vom Birspark bis zur Birsstadt.» Zudem zeichne sich das Projekt durch sein interkommunales und interkantonales Kooperationsmodell aus. «Hervorzuheben sind die Stärke der Gemeinden und ihre Motivation, sich auszutauschen und eine Gesamtvision zu entwickeln.» Auch der starke Einbezug der Bevölkerung und der damit einhergehende Bekanntheitsgrad des Projekts wurden von der Jury als besonders vorbildlich gewertet. «Die Jury ist der Ansicht, dass die Birspark-Landschaft als Inspirationsquelle für die Berücksichtigung landschaftlicher Qualitäten dienen kann – insbesondere in Regionen mit starkem Wachstum», sagt Kouyoumdjian.

Der Aktionsplan Birspark-Landschaft gilt als einer der Ursprünge des Vereins Birsstadt. 2008 wurde im Modellvorhaben «Freiraumkonzept Birsstadt» der Kantone Solothurn und Baselland der Birspark als grünes Rückgrat des Landschaftsraumes definiert. 2012 wurde der Perimeter von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zur «Landschaft des Jahres» gekürt. Als erste Massnahme entstand 2014 der Birsuferweg. 2016 entstand gemäss Definition der Aktionsplan Birspark-Landschaft, in dem sich die Gemeinden zu Aufwertungsprojekten und -massnahmen hinsichtlich Natur und Erholungsraum verpflichteten. Seitdem wurden zwischen Duggingen und Birsfelden zahlreiche Projekte umgesetzt oder aufgegleist. 2018 folgte die Gründung des Vereins Birsstadt.

Münchensteins Gemeindepräsidentin und derzeitige Präsidentin des Vereins Birsstadt, Jeanne Locher, spricht im Interview auf der Website dieumwelt.ch von einer grossen Ehre und Wertschätzung. Bis unlängst sei der Name «Birsstadt» in der Region ein abstrakter Begriff gewesen, erinnert Locher. «Durch Auszeichnungen und eine öffentliche Präsenz profitiert der Verein insofern, dass sich die Bewohnenden der Birsstadt heute mit dem Begriff identifizieren können.» Dies bestätigt Gelgia Herzog, Geschäftsführerin des Vereins Birsstadt, gegenüber dem Wochenblatt: «Solche Nominierungen und Auszeichnen stärken die Bemühungen hinsichtlich Akzeptanz in der Bevölkerung und in der Politik.» Die Nominierung sei auch eine Wertschätzung für die involvierten Natur- und Umweltschutzverbände.

Bewerbungen aus 13 Ländern

Für die neunte Ausgabe des Landschaftspreises des Europarats gingen Bewerbungen aus 13 Mitgliedsstaaten ein. Gemäss Bafu-Mediensprecherin Kouyoumdjian legt die internationale Jury im kommenden Herbst ihre Empfehlung dem Lenkungsausschuss für Umwelt des Europarats vor. Der Europarat überreicht den Preis offiziell im Rahmen einer Veranstaltung am Standort des Gewinners, voraussichtlich findet diese im Frühjahr 2027 statt. Mit der Auszeichnung ist kein Preisgeld verbunden.

Informationen zur Birspark-Landschaft und zum Europäischen Landschaftspreis unter: www.dieumwelt.ch

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