TV-Stars reden über «stille Katastrophen»

Die Gemeindebibliotheken von Reinach und Arlesheim präsentieren nächste Woche zwei Fernseh-Schwergewichte. Mit Nik Hartmann und Barbara Lüthi holt man sich nicht Glamour, sondern informativen Mehrwert.

Zwei bekannte Gesichter zu Besuch im Birseck: Barbara Lüthi ist am Montagabend in Reinach zu erleben, Nik Hartmann spricht übernächsten Freitag in Arlesheim.  Foto: SRF/Mirco Rederlechner/Thomas Züger
Zwei bekannte Gesichter zu Besuch im Birseck: Barbara Lüthi ist am Montagabend in Reinach zu erleben, Nik Hartmann spricht übernächsten Freitag in Arlesheim. Foto: SRF/Mirco Rederlechner/Thomas Züger

Thomas Brunnschweiler

Prominente aus dem Fernsehen ziehen beim Publikum, weil fast jeder sie kennt. Aber weder Kathi Jungen von der Gemeindebibliothek Arlesheim noch Pascale Stocker von der Schul- und Gemeindebibliothek Reinach instrumentalisieren ihre Gäste zu reinen Werbezwecken. «Wer bei uns eingeladen wird, muss einen Bezug zum Schreiben haben», sagt Kathi Jungen, «im Fall von Nik Hartmann ist es vor allem das Buch ‹Über Stock und Stein›». Barbara Lüthi hat im letzten Jahr ihr Buch «Live aus China – Mein Leben im Reich der Mitte» publiziert. Natürlich sind Namen, die vom Fernsehen her bekannt sind, bei der Werbung für einen Anlass von Vorteil, trotzdem muss das Gesamtpaket stimmen. «Es geht darum, aktuelle Themen aufzugreifen, wie etwa mit Barbara Lüthi das Thema China», erklärt Pascale Stocker. Auch Kathi Jungen findet es wichtig, «über den Tellerrand» zu schauen, und so hat sie, mit Blick auf die Unterstützung von SolidarMed, Nik Hartmann angefragt, ob er mit einer Diashow über «Lesotho: Armes Königreich im Himmel» berichten möchte.

Populär und preisgekrönt

Nik Hartmann wurde 1972 in Burgdorf geboren, ist in Ziefen heimatberechtigt, wuchs am Zugersee auf und lebt heute an dessen Westufer in Buonas. Nach abgebrochenem Jus-Studium wurde er 1996 Moderator beim Radio. Heute arbeitet er für Radio SRF 1 und 3 sowie für das Schweizer Fernsehen. 2010 gewann er den Schweizer Fernsehpreis in der Kategorie «Star». Die Sendungen, «SRF bi de Lüt» und «Über Stock und Stein», wo er mit seiner unterdessen verstorbenen Hündin Jabba die Schweiz erwanderte, sind fast schon Legende. Der bodenständige Hartmann gilt als beliebtester Moderator der Schweiz. Seit 2010 engagiert er sich als Botschafter von SolidarMed für die Gesundheit der Menschen in abgelegenen Regionen Afrikas. Als solcher kommt er mit seinem Vortrag auch nach Arlesheim.

Barbara Lüthi ist nur knapp ein Jahr jünger als Hartmann. Sie ist Fernsehjournalistin und Autorin. 2008 erhielt sie für eine Reportage über chinesische Landenteignung die Auszeichnung «Journalistin des Jahres» im deutschsprachigen Raum. Nach der Matura machte sie erst die Wirtefachschule und ein Sprachstudium in Sydney. Von 2006 bis 2014 berichtete sie als Korrespondentin des Schweizer Fernsehens über China. Heute konzentriert sie sich auf die Realisierung einzelner Reportagen. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, unter anderem «CNN Journalist of the Year».

Gemeinsames Engagement

Die beiden Prominenten, welche das Birseck besuchen, haben eines gemeinsam. Sie engagieren sich in den «stillen Katastrophen» dieser Welt. Nik Hartmann verweist mit seinen Fotos auf die dauernd vorhandene Not in Afrika. Barbara Lüthi zeigt das Elend der Landbevölkerung, die Enteignung der Menschen und die zunehmende Verschmutzung der Umwelt in China. Im Falle von Nik Hartmanns Auftritt in der Kirche hat sich die Gemeinde Arlesheim solidarisch erklärt und wird den Erlös des Abends verdoppeln; die reformierte Kirche stellt den Raum unentgeltlich zur Verfügung. Für beide Bibliotheken ist es wichtig, dass solche Anlässe immer wieder auf die speziellen Dienstleistungen der Medienausleihstelle aufmerksam machen.

Barbara Lüthi: «China – zwischen Aufbruch und Zensurbehörde», Gemeinde- und Schulbibliothek Reinach, Montag, 9. November, 19.30 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.

Nik Hartmann: «Lesotho: Armes Königreich im Himmel». Reformierte Kirche Arlesheim, Freitag, 13. November, 20 Uhr. Eintritt für 15 Franken in der Bibliothek oder an der Abendkasse.

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