Neues Wahlgesetz verschiebt die Macht-verhältnisse

bz. Für die Landratswahlen im April 2027 werden die 90 Sitze im Kantonsparlament neu auf die zwölf Wahlkreise verteilt. In vier Wahlkreisen im Kanton Baselland verschiebt sich das politische Gewicht: Laufen und Münchenstein erhalten je einen zusätzlichen Sitz. Wie der Kanton Baselland am Freitag mitteilte, geschieht dies auf Kosten zweier anderer Wahlkreise: Oberwil und Waldenburg verlieren je ein Mandat.

Grund für die Verschiebung ist das revidierte Wahlgesetz, das das Baselbieter Stimmvolk im Februar 2025 angenommen hatte und das seit Mai 2025 in Kraft ist. Es kommt bei den kommenden Gesamterneuerungswahlen erstmals zur Anwendung. Neu erhält jeder der zwölf Wahlkreise vorab mindestens einen Sitz. Die restlichen Mandate werden im Verhältnis zur Zahl der Stimmberechtigten auf die Wahlkreise verteilt. Damit soll die Bevölkerungsentwicklung stärker berücksichtigt werden.

Für die aktuelle Berechnung war die Zahl der Stimmberechtigten bei der letzten massgebenden Abstimmung entscheidend. Diese fand am Wochenende vom 8. März 2026 statt und lag mehr als zwölf Monate vor dem Wahltermin. Die Sitzverteilung erfolgt gemäss den Vorgaben im kantonalen Gesetz über die politischen Rechte.

Zwei Gewinner, zwei Verlierer

Die Anpassung zeigt: Während Münchenstein und Laufen aufgrund der Entwicklung der stimmberechtigten Bevölkerung zulegen, verlieren Oberwil und Waldenburg an Gewicht im Kantonsparlament. In acht Wahlkreisen bleibt alles beim Alten: Allschwil, Binningen, Reinach, Muttenz, Pratteln, Liestal, Sissach und Gelterkinden behalten ihre bisherige Mandatszahl. Insgesamt umfasst der Landrat weiterhin 90 Sitze.

Wie stark sich die neue Verteilung konkret auf die politische Zusammensetzung auswirkt, wird sich erst nach den Wahlen zeigen. Klar ist jedoch: In Laufen und Münchenstein steigt der Einfluss im Parlament, während Oberwil und Waldenburg künftig mit weniger Sitzen vertreten sind.

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