Die Region hängt zwischen N18 und Durchmesserlinie

Die Verkehrsprojekte der Region Basel befinden sich unter Hochdruck im Stillstand: Wie die Bahn-Durchmesserlinie aussehen soll, ist so offen wie der Fortgang des N18-Ausbaus. Auch die Baselbieter Regierung hadert.

Klassiker der Baselbieter Landstrasse: die dicht befahrene N18 kurz vor dem Engpass Angenstein bei Aesch. Foto: Nicole Nars-Zimmer
Klassiker der Baselbieter Landstrasse: die dicht befahrene N18 kurz vor dem Engpass Angenstein bei Aesch. Foto: Nicole Nars-Zimmer

Im regionalen Verkehrsprojektstau wächst die Nervosität. Das politisch griffigste Projekt, um beim Bund Tempo zu machen, ist die N18: Mit der Vernehmlassungsvorlage des Bundesrats zum nationalen Strassenausbau rutschte diese Autostrasse nicht nur weit nach hinten, sondern praktisch vom Tisch. Mit einer aktuell vorgesehenen Realisierung nach 2050 – oder halt auch gar nicht – sieht es derzeit düster aus für eine Strecke, die in der Region an sich als wirtschaftlich zentral gilt.

Dabei wurde sie kürzlich extra noch mit einer vertieften «Korridorstudie N18» des Bundesamts für Strassen (Astra) gewürdigt. Und zwar deswegen, weil für einmal sämtliche Verkehrsträger analysiert und entwickelt werden sollten: nicht nur die Autobahn, sondern auch die Schiene sowie der Velo- und Fussgängerverkehr. Das wurde von Kantonen und Gemeinden begrüsst – schliesslich handelt es sich um eine topografisch enge, dicht bevölkerte Strecke, die ebenfalls die Hauptachse zwischen Basel und dem jurassischen Hauptort Delémont bildet.

Die Baselbieter Regierung hält fest, was ist

Es ist also alles eng, und doch wird praktisch alles in der Region als dringlich erachtet. Daher prasseln nun politische Wortmeldungen von entlang der ganzen Achse ein. Der Baselbieter SP-Landrat Jan Kirchmayr aus Aesch fasste zum Beispiel mit einer Interpellation bei der Regierung nach, was nun aus all den Projekten werden soll, die von der ETH-Studie «Verkehr 45» als weniger prioritär eingestuft wurden. Das betrifft nicht nur gewisse Tramverbindungen und Haltestellen in der Region, sondern eben auch den Korridor N18. Die Antworten der Regierung liegen nun vor. Was die Massnahmen zur Beschleunigung der Tramverbindung Basel–Ettingen angeht, so geht die Regierung davon aus, «dass weder die Prioritäteneinstufung des ETH-Gutachtens noch die damit verbundenen Abklärungen Auswirkungen auf die Finanzierung oder den Zeitplan des Projekts haben». Der Bedarf und die Dringlichkeit werden anerkannt.

Ebenfalls unbestritten ist «eine Bahnverbindung als reine Durchmesserlinie» zwischen Basel SBB und Badischem Bahnhof. Dies sei der grundlegende Ausbau des S-Bahn-Systems. «Nur diese Durchmesserlinie erlaubt direkte S-Bahnen, die quer durch das Zentrum hindurch verschiedene Seiten der trinationalen Agglomeration verbinden und so die heutigen umständlichen ‹Spitzkehren› in den beiden Bahnhöfen überflüssig machen», schreibt die Regierung. Damit lasse sich der wichtigste Teil der «verkehrlichen Ziele in der Region» erreichen.

Verwirrspiel um die N18 nach Delémont

Was die N18 angeht, die erstens leistungsfähiger gemacht und zweitens mit einem Tunnel zwischen Aesch und Laufen ausgestattet werden soll, macht es der Bundesrat der Region allerdings nicht einfach. Einerseits, wie Kirchmayr feststellt, wurde eine aufwendige, von allen Seiten begrüsste Korridorstudie erstellt, andererseits werden jetzt just deren Resultate sehr, sehr weit hintangestellt. Das lässt auch die Regierung etwas ratlos zurück. «Am Ende bleibt der Muggenbergtunnel (ein- oder zweiröhrig) der langfristig überzeugendste Lösungsansatz», hält sie fest. Man zeige sich aber weiterhin «im Grundsatz ergebnisoffen», was die Ausgestaltung der konkreten Lösung beim Anschluss Angenstein betrifft. Dies, «solange damit die Probleme bei diesem Engpass zeitnah und verlässlich gelöst werden». Die Engpassbeseitigung Angenstein soll daher wie vorgesehen in die Bundesbotschaft aufgenommen und die Projektierung an die Hand genommen werden. Unterstützung gibt es dafür vom «Komitee N18», dem auch Handelskammer-Direktor und FDP-Landrat Martin Dätwyler angehört. Das Komitee hat in den vergangenen Tagen auf Bundesebene mehrere Vorstösse sowie Schreiben einreichen lassen. Die Antworten stehen noch aus.

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