«The Blade» will auf die grosse Bühne

Der Arlesheimer Dartspieler Antonio Polisena versucht sich ein zweites Mal in der Qualifikation für die Swiss Darts Trophy Basel in der St. Jakobshalle.

Pfeilschnell: Die Trainings sollen sich für Antonio Polisena nun auszahlen. Foto: Nicolas Blust
Pfeilschnell: Die Trainings sollen sich für Antonio Polisena nun auszahlen. Foto: Nicolas Blust

Davon träumen unzählige Dartspielerinnen und Dartspieler: Einmal bei einem grossen Turnier der European Darts Tour des Verbands PDC Europe teilzunehmen. Die Bühne vor Hunderten Fans mit den besten und bekanntesten Spielern der Welt zu teilen. So geht es auch Antonio Polisena. Der 62‑jährige Arlesheimer spielt seit bald 20 Jahren Darts und nimmt am heutigen Donnerstag zum zweiten Mal an der Qualifikation für die Swiss Darts Trophy Basel in der St. Jakobshalle teil. Diese findet von morgen Freitag bis Sonntag statt. Im vergangenen Jahr scheiterte Polisena bereits in der ersten Runde. Dieses Mal soll es für den ehrgeizigen Amateurspieler deutlich weiter gehen. «Im letzten Jahr war ich sehr nervös und liess mich von den äusseren Einflüssen zu sehr ablenken.»

Ruhe und mentale Belastung

Polisena hat aus der verpatzten Premiere gelernt. «Es muss mir gelingen, die äusseren Umstände, die bei einem solchen Event natürlich mehrere Nummern grösser sind als bei den Turnieren, an denen ich sonst teilnehme, besser auszublenden.» Vier Spielerinnen und Spieler von den rund 80 Angemeldeten schaffen es über die Qualifikation ins Hauptfeld und dürfen sich mit den Grossen der Szene messen.

Polisena wohnt seit vier Jahren in Arlesheim. Aufgewachsen ist er in Gelterkinden und er spielt noch immer beim 1982 gegründeten HDC Gelterkinden. Vier Turniersiege stehen auf seinem Konto. Dazu spielt er mit seinem Team in der Schweizer Liga und reist dafür durch die ganze Schweiz. Es gebe Wochen, in denen er mit Trainings und Spielen fünfmal Darts spiele, berichtet er. Aus seinem Ehrgeiz macht er kein Geheimnis: «Ich möchte mich weiterhin verbessern und weitere Turniere gewinnen. Mir ist bewusst, dass es dafür viel Arbeit braucht.» Sein Alter sieht Polisena im Vergleich zur zumeist jüngeren Konkurrenz nicht als Nachteil. «Ich bin körperlich noch immer sehr fit. Das hilft mir, wenn an einem Tag mehrere Spiele anstehen und ich während mehreren Stunden an der Scheibe stehe.» Darts ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen Präzision, Ruhe und mentaler Belastung. Genau dies macht für Polisena die Faszination Darts aus. «Nur wenn es mir gelingt, alles um mich herum auszublenden und in einen Tunnelmodus zu kommen, kann ich meine Topleistung abrufen.» Eine Herausforderung bestehe auch darin, zwischen den drei Würfen, die jeder Spieler hintereinander hat, stets zu wissen, wie viele Punkte man noch wegspielen muss. «Deshalb liegt es nicht drin, dass man während der Partien müde wird.»

Kopfrechnen inklusive

Der 62‑Jährige erkannte früh, dass er für Darts ein gewisses Talent mitbrachte. Deshalb begann Polisena, sein Training zu intensivieren. Während Jahren spielte er mit elektrischen Darts. Seit fünf Jahren spielt der Arlesheimer mit Metalldarts, den sogenannten Steeldarts, die auch auf der internationalen Tour gespielt werden. Der grösste Unterschied liegt in der Zählweise: Während beim E‑Darts der aktuelle Punktestand nach jedem Wurf angezeigt wird, muss man beim Steeldarts nach jedem Wurf im Kopf rechnen, um in einem «Leg» von der Anfangspunktzahl 501 auf null herunterzukommen.

Seinen Spitznamen «The Blade» trägt Antonio Polisena stolz auf dem T‑Shirt und als Tattoo auf dem Unterarm. Den Namen «The Blade» – auf Deutsch «die Klinge» – hat er sich in Anlehnung an seinen früheren Beruf Coiffeur gegeben. Heute arbeitet Polisena als Lagerist. Neben der Arbeit und der Familie investiert er seine komplette Freizeit in den Dartsport. Beim heutigen Qualifikationsturnier sollen sich die Mühen auszahlen.

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