Hochwald muss das Wasser abkochen

Am Montag stellte die Wasserversorgung Hochwald eine Trübung des Trinkwassers fest. Schuld daran ist wahrscheinlich ein Rohrbruch.

Die Gemeinde Hochwald warnt seit Montag vor verunreinigtem Trinkwasser. Die Bevölkerung muss Leitungswasser bis auf weiteres abkochen. Ursache dürfte ein Leitungsbruch zwischen dem Pumpwerk Büren und dem Reservoir Hochwald sein. Die Nachbargemeinden seien nicht betroffen, teilt Jörg Simon, Präsident der Wasserkommission Hochwald, mit. Auch in Büren und Seewen, die mit Hochwald einen gemeinsamen Wasserverbund betreiben, sei keine Trübung festgestellt worden. «Wir gehen derzeit von einer mechanischen Verunreinigung aus», erklärt Simon. Eine mögliche Erklärung sei, dass durch die beschädigte Leitung während der Pumpintervalle Schmutzwasser von aussen eingedrungen sei. Simon spricht von einer «natürlichen Verunreinigung durch Waldboden». Die betroffene Wasserleitung verläuft unterirdisch und überwindet zwischen Büren und Hochwald auf einer Länge von rund 600 Metern 250 Höhenmeter. Das Schmutzwasser könnte anschliessend mit dem Trinkwasser ins Reservoir gelangt sein und dort die festgestellte Trübung verursacht haben.

Aus Sicherheitsgründen stets vom Schlimmsten ausgehen

Ob tatsächlich ein Leitungsbruch vorliegt, wird derzeit abgeklärt. Eine auf solche Fälle spezialisierte Firma wird mit einer Kamera die Wasserleitung abfahren und so die beschädigte Stelle aufsuchen. Wenn sich die Vermutung eines Rohrbruchs bestätigt, werde die Stelle repariert, die Leitung desinfiziert und das ganze Wassernetz in Hochwald gespült. Anschliessend sollte das Trinkwasser wieder problemlos geniessbar sein. Einen Zeitplan kann Simon nicht nennen. Die Kammer des Wasserreservoirs wurde bereits gereinigt.

Bis am Mittwochvormittag lagen die definitiven Resultate der Wasserproben aus dem Labor noch nicht vor. Bis die Wasserversorgung Hochwald Entwarnung geben kann, bezieht Hobel Trinkwasser aus Gempen. Obwohl dieses Wasser sauber ist, müssen die Haushalte in Hochwald das Trinkwasser weiterhin abkochen, da man davon ausgehen muss, dass das Wassernetz in der Gemeinde durch das Schmutzwasser verunreinigt worden sein könnte. Gemäss den gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Kantons müssten kommunale Wasserversorgungen aus Sicherheitsgründen in solchen Fällen jeweils vom Schlimmsten ausgehen, erklärt Simon. Die Gesundheit der Bevölkerung steht an oberster Stelle.

Säuglingsnahrung mit Mineralwasser

Leitungswasser soll vor dem Trinken, Kochen oder Zähneputzen einmal kurz kräftig sprudelnd aufgekocht werden. Damit werden allfällige Krankheitserreger abgetötet. Für Trinkwasser und Säuglingsnahrung empfiehlt die Gemeinde Hochwald vorerst Mineralwasser. Kein Abkochen sei nötig beim Geschirrspülen (mindestens 80 Grad wählen), Duschen und Wäschewaschen.

Die Wasserversorgung Hochwald hat für Fragen aus der Bevölkerung eine Hotline (079 519 11 00) eingerichtet. Seit Montag sind bei Jörg Simon zahlreiche Nachfragen eingegangen. «Gravierende» gesundheitliche Vorfälle von Menschen seien nicht gemeldet worden, betont der Präsident der Wasserkommission Hochwald. «Beobachten Sie sich! Sollte innert 48 Stunden hohes Fieber, Durchfall und/oder Erbrechen auftreten, konsultieren Sie einen Arzt», schrieb die Gemeinde Hochwald am Montag in einer Mitteilung.

Die Gemeinde Hochwald informiert auf ihrer Website über Neuigkeiten zur Wasserverunreinigung.

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