Sm’Aesch wechselt schon wieder den Trainer
Sm’Aesch Pfeffingen startet in der kommenden Saison nicht nur mit einer neuen Vereinsführung. Auch auf der Trainerposition gibt es einen Neustart. Mit Melanie Cina kommt eine Walliserin vom Ligakonkurrenten aus dem Jura ins Baselbiet.

Fünf Tage vor Beginn der Bronze-Serie gegen Düdingen (best of three) gibt es im Löhrenacker einen Trainerknall. Sm’Aesch Pfeffingen trennt sich nach der Saison von Sotiris Gkotsis und wird in Zukunft von Melanie Cina trainiert. Die 39‑jährige Walliserin amtete in den vergangenen drei Saisons als Cheftrainerin bei Ligakonkurrent Franches-Montagnes. Zuvor war Cina bei Visp, den Herren von Lausanne und beim BTV Aarau Trainerin. Seit 2025 ist sie auch Assistenztrainerin der Schweizer U20-Nati, eine Funktion, die sie auch in Zukunft parallel ausüben wird.
Cina hat sich für höhere Aufgaben empfohlen, weil sie Franches-Montagnes in den vergangenen drei Jahren aus der Nationalliga B bis auf Rang 6 der NLA führte. Sie sagt: «Ich freue mich sehr auf das professionelle Umfeld bei Sm’Aesch und darauf, meine Ideen einzubringen. Ich stehe für mutiges Volleyball und ein Team, das als Einheit eine klare gemeinsame Mission verfolgt.» In der 26‑jährigen Geschichte ist Cina nach Jana Surikova, die Sm’Aesch zwischen 2011 und 2013 trainierte, die zweite Frau, welche die Geschicke des Baselbieter NLA-Klubs an der Seitenlinie leitet.
Gkotsis muss trotz erreichtem Saisonziel gehen
Auch bei Sm’Aesch ist man überzeugt, dass die charismatische und kommunikativ starke Cina besser zum Klub passt als der eher analytische und introvertierte Gkotsis. Geschäftsführer Fabio Back sagt: «Mit Melanie konnten wir eine unglaublich tolle Persönlichkeit für Sm’Aesch gewinnen, die als Leaderin vorangeht und unsere pinke Bewegung auf und neben dem Feld mitgestalten wird.»
Für Gkotsis, der vor einem Jahr ähnlich euphorisch begrüsst wurde («Es hat von Anfang an gematched») endet das Kapitel Sm’Aesch damit früher als ursprünglich geplant mit dem Eingeständnis, vor einem Jahr den falschen Mann verpflichtet zu haben. Zu den Modalitäten der Trennung äussert sich Sm’Aesch nicht. Der 36‑Jährige kam zwar mit einigen Titeln aus Finnland im Gepäck in die Schweiz und erreichte auch das Saisonziel Top 4. Er schaffte es aber nicht, das Team wie gewünscht zu entwickeln.
Auch im kommenden Sommer wird es im Kader von Sm’Aesch wieder zahlreiche Wechsel geben. Bis auf Meret Aarden, Livia Saladin, Anouk Locher und Romina Schnyder hat keine aktuelle Spielerin einen Vertrag für die nächste Saison. Es ist davon auszugehen, dass die Amerikanerinnen Brianna Green, Emma Ellis, Jody Larson, Jill Gillen und Mita Uiato nicht noch eine Saison in Pink spielen und neue Ausländerinnen zum Team stossen werden.
Cina wird ihren neuen Job offiziell am 1. August antreten. Doch sie wird – wie es auch Gkotsis vor der laufenden Saison war – schon vorher in die Kaderplanung eingebunden sein. Ein funktionierendes Team zu entwickeln, wird der neuen Trainerin offenbar eher zugetraut als Gkotsis. Und genau darauf wird es in der kommenden Saison noch mehr als bisher ankommen.
Nach dem Abgang von Präsident und Geldgeber Matthias Preiswerk wird sich zeigen, ob Sm’Aesch auch mit reduziertem Budget von rund 750 000 Franken weiterhin oben mitspielen kann. Auch wenn Preiswerk dem Klub zumindest noch zwei Jahre als Gönner finanziell unter die Arme greifen wird, sind die Mittel geringer als in den vergangenen Saisons.
In der laufenden Spielzeit wurde das Saisonziel Top 4 zwar erreicht, was auch Gkotsis anzurechnen ist. Doch mit dem zweitbesten Kader der Liga wäre – wenn das Team sein Potenzial besser entfaltet hätte – eigentlich auch der Final-Einzug möglich gewesen.
Cinas Trumpf ist die Kommunikation
Um in Zukunft mit weniger finanziellen Mitteln sportlich erfolgreich zu sein, spielt die Teamchemie eine wichtigere Rolle. Mit Cina wähnt man sich diesbezüglich bei Sm’Aesch auf der Trainerposition besser aufgestellt. Die Walliserin erklärte jüngst auf der Verbandswebsite ihre Spielphilosophie: «Es geht darum, eine Teamkultur zu etablieren, in der Konflikte angesprochen werden, Leadership gelebt wird und das Team offen ist, Neues zu lernen und auszuprobieren.»
Dass sie die Spielerinnen auf Englisch, Deutsch und Französisch packen kann, ist bei der Umsetzung ihrer Philosophie, die auch auf vielen Gesprächen mit den Athletinnen fusst, ein Vorteil.


