Junge Unternehmer: Selbstbewusst wie die Grossen der Wirtschaft

Im Rahmen der Wirtschaftswoche wurden Schülerinnen und Schüler zu fiktiven Unternehmerinnen und Unternehmern. Damit soll das Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen geweckt werden.

«Rabbit»: Das Unternehmen ist fiktiv, die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Aufgabe aber sehr ernst. Foto: Tobias Gfeller
«Rabbit»: Das Unternehmen ist fiktiv, die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Aufgabe aber sehr ernst. Foto: Tobias Gfeller

Der Finanzchef der Firma «Rabbit» verkündet grosse Pläne und Ziele. Im Zentrum seiner Ausführungen an der Generalversammlung steht die hohe Dividendenausschüttung. Bei mehreren Kennzahlen fällt der Begriff «Marktführerschaft». Es ist ein selbstbewuss-ter Auftritt der Geschäftsleitung der «Rabbit». Es wird über das Auslandsgeschäft berichtet und verkündet, dass die Firma eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen eingehen werde. Von den Aktionärinnen und Aktionären ernten sie für die vollmundigen Töne immer wieder Lacher. Die soziale und ökologische Nachhaltigkeit wird natürlich grossgeschrieben. «Unser grösstes Kapital sind und bleiben unsere Mitarbeitenden», bekräftigt die Personalchefin. Die Gewerkschafterin im Saal hegt Zweifel, ob auf die Kooperation nicht doch ein Stellenabbau folgen wird. «Im Gegenteil», entgegnet der Kommunikationschef. Es sei sogar ein Stellenausbau geplant.

«Ein Gefühl von Schwerelosigkeit»

Die Generalversammlung ist genauso wie die Firma «Rabbit» fiktiv. Die Geschäftsleitung bilden Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Laufen. Die kritischen Fragesteller in der Rolle von Aktionären, Journalisten, Gewerkschaftern, Politikern und Wirtschaftsprüfern sind unter anderem Fachlehrpersonen und Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft. Im Rahmen der Wirtschaftswoche spielte die Schulklasse in vier Gruppen mehrere Geschäftsjahre von Unternehmen durch. Die Wirtschaftswoche fand am Hauptsitz von Primeo Energie in Münchenstein statt. Die Generalversammlungen stellten als Abschluss die Höhepunkte dar.

Zu Beginn der Woche übernahmen die vier Gruppen ein je zehn Jahre altes fiktives Unternehmen im Segment Joggingschuhe. Sie fütterten das digitale Simulationsmodell im Hintergrund mit insgesamt 38 Entscheidungen. Dazu gehörten Kosten, Preisbildung, Positionierung des Produkts am Markt, Lieferketten, Marketing und ob sie ins Ausland expandieren möchten. Jede Entscheidung hatte Folgen auf die Kennzahlen, die vom Simulationsmodell gesteuert und errechnet werden. Alle Gruppen mussten ein Marketingvideo produzieren. «Ikarus vermittelt ein Gefühl von Schwerelosigkeit», frohlockte die Geschäftsleitung der Firma «Aéras».

Selbstbewusst, auch wenn die Zahlen nicht stimmen

Die fiktiven Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer verkauften ihre Produkte, Ideen und Geschäftsergebnisse mit Gelassenheit, Selbstbewusstsein und einer gefühlten Routine. Selbst negative Entwicklungen wurden als positiv verkauft. Damit standen sie vielen echten Unternehmerinnen und Unternehmern in nichts nach. Es war zu spüren: Die Schülerinnen und Schüler sind in der Woche mit grossem Engagement in die Materie eingetaucht. Nach den vier Generalversammlungen wurden die Spezialwoche, die Geschäftsergebnisse und die Präsentationen im Plenum besprochen.

Organisiert wurde die Wirtschaftswoche von der Handelskammer beider Basel (HKBB) in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein «wirtschaftsbildung.ch». Der Verein setzt sich zum Ziel, bei Jugendlichen Verständnis und Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge zu fördern.

Kaderkräfte unterstützen und coachen

Für die Handelskammer beider Basel gehe es darum, die Wirtschaft mit den Schulen und den Jugendlichen zusammenzubringen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, erklärt Direktor Martin Dätwyler. «Wirtschaftswochen sind eine ideale Gelegenheit, unsere Jugend für das Thema Wirtschaft zu begeistern.» Im Rahmen der Wirtschaftswochen engagieren sich Führungskräfte aus der Wirtschaft als Spielleitende und coachen die Schülerinnen und Schüler. Gemäss HKBB-Direktor Martin Dätwyler stehen schweizweit rund 500 Kaderkräfte für Einsätze bereit, 50 davon in der Region Basel.

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