Rote Köpfe auf der Schönmatt
Das Verkehrsaufkommen auf der Strasse zwischen Arlesheim und Liestal hat sich primär zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am frühen Abend erheblich erhöht. Das sorgt für Probleme und Unmut.
Das Gebiet Schönmatt zwischen Frenkendorf und Arlesheim, idyllisch gelegen auf dem prächtigen Hochplateau unterhalb der Gempenfluh, ist bekannt als Kirschenland und beliebtes Naherholungsgebiet für Spaziergänger, Wanderer und Biker.
Doch die Idylle trügt: Grund ist die an mehreren Stellen reichlich enge und löchrige Strasse, welche (als nicht mehr so geheimer Geheimtipp) Liestal und Frenkendorf mit Arlesheim verbindet und im Volksmund seit Jahren als «Beamtenstrasse» bezeichnet wird. Das Verkehrsaufkommen auf dieser Strasse hat sich in den letzten Monaten, primär zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am frühen Abend, erheblich erhöht.
Und diese Verbindung zwischen Liestal und dem Birstal wird vor allem dann stark als Umwegroute und Schleichweg genutzt, wenn auf der Autobahn A2 zwischen Basel und Pratteln/Liestal (respektive umgekehrt) das mittlerweile mehr oder weniger tägliche Chaos herrscht – sei es wegen chronischer Überlastung oder eines Unfalls. Diesbezüglich scheint in absehbarer Zeit keine Entspannung in Sicht zu sein.
Heikle Situationen und schwieriges Kreuzen
Wenn es also auf der Autobahn A2 klemmt, nimmt der Verkehr über die Schönmatt jeweils schlagartig zu und es kommt regelmässig zu heiklen Situationen. Anwohnende berichten von gefährlichen Momenten wegen übersetzter Geschwindigkeit oder tendenziell überforderten Autolenkenden mit überschaubaren Fahrfähigkeiten. Dies führt an Stellen, an denen sich Fahrzeuge kreuzen müssen, wiederholt zu schwierigen Situationen, bei welchen Fahrzeuglenkende blockiert sind und Stau auslösen.
Ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ärgert sich: «Viele Leute beherrschen ihr Fahrzeug nicht. Ich erlebte es schon mehrmals, dass jemand an einer engen Stelle völlig hilflos im Auto sass, obwohl es rechts des Fahrzeuges noch 80 Zentimeter Platz hatte – also ein Kreuzen wäre problemlos möglich gewesen. Ich befand mich dahinter im Stau, stieg dann aus, ging zum Auto, welches alles blockierte, bat die Person auszusteigen, und fuhr das Fahrzeug auf die Seite» berichtet er.
Tempolimite senken?
Zu spüren bekommen die Situation auch die Verantwortlichen des Restaurants Schönmatt, allerdings kaum in Form von zusätzlicher Kundschaft. Wenn richtig Verkehr herrscht, müssten sich die Gäste in der Gartenwirtschaft fast anschreien und auch die Situation für die Kinder bei der Benutzung des nahen Kinderverkehrsgartens sei nicht ungefährlich. Beizerin Iris Keller-Vögtli sagte gegenüber regioTVplus, dass schon Tiere überfahren worden seien und sie Stammgäste verloren habe, welche sich wegen des Verkehrs nicht mehr auf die Schönmatt trauen. Eine andere Anwohnerin berichtet von «unguten Gesprächen» mit Autofahrenden.
Als Lösungsansätze sehen die Direkt-betroffenen auf der Schönmatt eine Senkung der Tempolimite von 80 km/h auf 60 km/h und die Idee, die Autofahrenden an die Vernunft und die Rücksichtnahme zu erinnern – allenfalls durchaus mit präventiven, informativen Polizeikontrollen. Und sie fordern die involvierten Gemeinden auf, Lösungen zu evaluieren. Eine Schliessung der Strasse sei jedoch keine Option, da die Erreichbarkeit der Schönmatt existenziell ist.


