Nächster Meilenstein: Uptown Basel hat nun auch einen KI-Supercomputer
Gestern wurde der leistungsfähigste kommerzielle KI-Supercomputer des Landes in Betrieb genommen. Er steht in Arlesheim.

Uptown Basel ist um ein Superlativ reicher: Neben dem bereits bestehenden Quantencomputer hat das Innovationsareal im Arlesheimer Schoren nun auch einen kommerziell nutzbaren KI-Supercomputer. Phoeniqs, das Unternehmen, das den Computer betreibt, Uptown Basel und der Arealentwickler Fankhauser haben den Supercomputer gestern Mittwoch feierlich eingeweiht. Die neue Infrastruktur ermögliche Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Institutionen anspruchsvolle KI-Anwendungen. Die Betreiberfirma Phoeniqs hat ihren Sitz in der Schweiz und bietet Cloud- sowie KI-Infrastruktur an. Das habe den Vorteil, dass die Nutzung des Supercomputers unter Schweizer Recht und mit Kontrolle über die eigenen Daten geschehe.
Thomas Taroni, Co-Founder and Executive Chairman von Phoeniqs, warb an der Einweihung mit höchsten Anforderungen an die Sicherheit, die digitale Souveränität und den Datenschutz. «Datenschutz stand schon 2017, als wir die Strategie für Uptown ausarbeiteten, an oberster Stelle der Prioritätenliste», sagte Arealentwickler Hans-Jörg Fankhauser. Taroni zeigte, dass Unternehmen mit dem neuen Supercomputer etwa einen eigenen Onlineshop programmieren lassen können – und das innerhalb kurzer Zeit. Möglich macht’s die künstliche Intelligenz. Dabei würde der Datenschutz der Firmen grossgeschrieben. «In der Schweiz haben wir ein ausgeprägtes Gefühl für Souveränität.» Die Daten blieben in der Schweiz, und der Umgang mit ihnen sei der Schweizer Rechtsprechung unterlegen.
192 NVIDIA H100 GPUs – oder in Worten: extrem schnell
Der KI-Supercomputer will eine Lücke schliessen: Er ermögliche es, komplexe KI-Modelle oder datenintensive Workloads lokal zu betreiben – sprich: ohne Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern und ohne Datenabflüsse ins Ausland. «Was hier entsteht, ist aus staatlicher Sicht essenziell», sagte dazu auch Regierungsrat Isaac Reber (Grüne).
Entwickelt wurde der Computer von Phoeniqs zusammen mit IBM, NVIDIA sowie Dell – drei US-amerikanischen IT-Unternehmen. Das System biete Unternehmen und Institutionen Zugang zu einem der leistungsfähigsten kommerziell nutzbaren KI-Systeme Europas, hielt Taroni fest. In Zahlen bedeutet das: Der Computer ist mit 192 NVIDIA H100 GPUs ausgestattet. In einfachen Worten: extrem schnell, extrem leistungsfähig.
«Mit dem KI-Supercomputer entsteht ein weiterer zentraler Baustein unseres Innovationsökosystems – und ein starkes Signal für den Technologie- und Wirtschaftsstandort Schweiz», so Bardo Magel, CEO der UptownBasel Group.
Quantencomputer und KI-Supercomputer als Powerduo
Vor zwei Jahren erst lud Uptown zur Besichtigung des Quantencomputers. Doch wie unterscheidet er sich vom Supercomputer? Das Unternehmen erklärt, der Quantencomputer sei auf «hochspezialisierte Optimierungs- und Simulationsaufgaben» ausgerichtet, der KI-Supercomputer hingegen soll die stark wachsende industrielle Nachfrage nach «skalierbaren KI-Modellen und produktiven Anwendungen» befriedigen. Arealentwickler Fankhauser stellte in Aussicht, die beiden Computer könnten kombiniert genutzt werden.
Damit der Supercomputer läuft, braucht es Strom, viel Strom. Der Münchensteiner Energieversorger Primeo Energie liefert diesen. Die Abwärme, die das Areal produziert, wird für die Wärmeversorgung von Haushalten in der Birsstadt genutzt.
Dass Uptown Basel weiterwachsen will und auch künftig auf neue Innovationen setzt, ist anhand der Wachstumsambitionen erkennbar: Heute sind auf dem Areal 18 Unternehmen mit rund 400 Arbeitsplätzen angesiedelt. Drei Gebäude sind in Betrieb. In den kommenden Jahren wird der Campus weiterwachsen: Bis 2027 rechnet Uptown mit mehr als 21 Unternehmen und rund 1100 Arbeitsplätzen, ab 2030 sollen 50 bis 100 Unternehmen und rund 2500 Arbeitsplätze auf dem Areal entstehen.


