ÖV-Umleitung wird deutlich teurer

Seit diesem Jahr liefert eine externe Firma Schilder für die provisorischen Haltestellen von Bus und Tram. Die Folge: massive Mehrkosten für die Fasnachtskomitees.

Auslagerung der Dienstleistung: Während der Fasnachtsumzüge müssen Bus und Tram umgeleitet werden – das kostet ab diesem Jahr zusätzlich. Foto: Fabia Maieroni
Auslagerung der Dienstleistung: Während der Fasnachtsumzüge müssen Bus und Tram umgeleitet werden – das kostet ab diesem Jahr zusätzlich. Foto: Fabia Maieroni

Nächste Woche schränzt, pfeift und trommelt es wieder durch die Strassen im Birseck. Damit dies in den Gemeinden möglich ist, müssen an den Umzugstagen in vielen Gemeinden Busse und Trams umgeleitet werden. Die Fasnachtskomitees und die Gemeinden haben bereits im vergangenen Jahr bei der BLT Offerten für diese Umleitungen eingeholt. So weit, so klar. Doch zum Jahresbeginn war bei einigen der Schock gross: Die BLT hat die Offerten im Januar in überarbeiteter Version versandt – der Preis wurde dabei massiv erhöht. In jenem Beispiel, das dem Wochenblatt konkret vorliegt, wurde der Preis verdreifacht. Für die Fasnachtskomitees der Region ist diese Preissteigerung prekär. Sie müssen in vielen Fällen entweder die gesamte Summe oder einen Teil davon selbst tragen.

«Wir haben überlegt, ob wir die Absperrungen anders planen könnten, um Kosten zu sparen. Das ist in Reinach allerdings schwierig, weil das Tram durch die Hauptstrasse fährt», sagt Markus Oser, Vizeobmann des Reinacher Fasnachtskomitees.

In Reinach findet einer der grössten Umzüge der Region statt. Die Hauptstrasse wird am Schmutzigen Donnerstag, am Freitag und auch am Samstag gesperrt, Busse und Trams werden umgeleitet. «Die Kosten der Fasnacht werden immer höher. Wir benötigen nun auch noch Personal, das die Busse einweisen kann.» In diesem Jahr springt die Gemeinde für die Mehrkosten – ein «namhafter Betrag», wie Oser sagt – ein. Sie habe sich aufgrund der kurzfristigen Preisänderung dazu bereiterklärt. In den kommenden Jahren werde dies aber wohl nicht mehr so sein.

Auch die Gemeinde Aesch habe eine neue Offerte erhalten, bestätigt Gemeindeverwalter Roman Cueni. «Wir sind diesbezüglich mit der BLT im Kontakt und sind sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden werden», schreibt er auf Anfrage. «Die Fasnacht 2026 in Aesch findet auf jeden Fall im gewohnten Rahmen statt.»

BLT hat die Leistungen bisher kostenlos erbracht

Als Grund für die Preissteigerung nennt die BLT die Auslagerung einer Dienstleistung an einen Dritten. Bisher habe die BLT die Lieferung und die Montage der Infotafeln, die für die Umleitung nötig sind, selbst gestellt und dafür keine Entschädigung verlangt. «In den letzten Jahren hat der Aufwand jedoch so stark zugenommen, dass die Arbeiten nicht mehr mit den bestehenden Personalressourcen der BLT zu bewältigen sind», schreibt Doris Fritschi, Leiterin Kommunikation und Public Affairs, auf Anfrage des Wochenblattes.

Die BLT lässt die Dienstleistungen nun von der Stöcklin AG, Metallbau und Signalisation, aus Ettingen erbringen. Der Aufwand wird den Gemeinden, beziehungsweise den Fasnachtskomitees, in Rechnung gestellt. «Durch die Auslagerung kann die BLT die internen Ressourcen entlasten beziehungsweise im täglichen Kerngeschäft einsetzen», schreibt Fritschi weiter. Die BLT arbeite bereits mit dem Unternehmen aus Ettingen zusammen. «Der Auftrag für die neu zu erbringende Dienstleistung wurde für das Jahr 2026 freihändig vergeben. Die BLT konnte einen Rabatt aushandeln, der vollumfänglich den Gemeinden weitergegeben wird. Der Kostenrahmen für dieses Jahr beträgt rund 45 000 Franken», so Fritschi weiter. Die BLT stehe aber mit den Gemeinden in Kontakt, «um eine für beide Seiten verträgliche Lösung zu finden».

Die Zusatzkosten fallen nicht nur bei Fasnachtsumzügen an: Für alle Anlässe werden diese Posten in der Rechnung künftig anfallen. Auch der dreitägige Portiunkula-Markt in Dornach wird davon betroffen sein.

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