Der leidige Kägenkreisel wird endlich entschärft – die Velofahrenden sollen ihn einfach meiden
Mit den neuen Baselbieter Velovorzugsrouten werden auch mehrere gefährliche Kreisel der Birsstadt-Gemeinden angegangen. Die Lösung für den Reinacher Kägenkreisel erhält schon mal Zuspruch.

Der Kägenkreisel in Reinach ist einer der verkehrsintensiveren Kreisel der Region; hier schlaufen sich im Stossverkehr Autos, Lastwagen und Zweiräder aller Art durch, in einer Selbstverständlichkeit – oder eben nicht –, die zusehends als gefährlich angesehen wird. Ein altes Postulat des damaligen Grünen-Landrats und heutigen FDP-Mitglieds Klaus Kirchmayr fordert seit Jahren die Behebung des Engnisses.
956 Velos fahren dort pro Tag durch, die allermeisten von Norden nach Süden, also von Basel Richtung Aesch, während der motorisierte Individualverkehr hauptsächlich von Westen nach Osten kurvt, also von der A18 nach Reinach. 14000 Fahrzeuge pro Tag werden dort gezählt, wie die landrätliche Bau- und Planungskommission (BPK) jetzt in ihrem neuen Bericht zu diesem vier Jahre alten Vorstoss festhält.
Eine Unfallauswertung der Polizei Basel-Landschaft über die Jahre 2020 bis 2024 habe total 17 gemeldete Verkehrsunfälle ergeben. Die Unfallanalyse für die Velounfälle zeige, dass die Unfallursache bei allen Velounfällen darauf zurückzuführen ist, dass einmündende Fahrzeuge ein bereits im Kreisel fahrendes Velo übersehen haben.
Die Velovorzugsroute schafft Entlastung
Warum packt aber die BPK beziehungsweise die Regierung das Geschäft erst jetzt an? Das liegt an den neuen Velovorzugsrouten, die insbesondere in der Birsstadt für Entlastung sorgen sollen. Die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) hat dabei einen geschickten Handgriff gemacht: Die Velofahrenden sollen gar nicht mehr durch den Kreisel selbst geschickt werden, was auch eine mögliche Unterführung oder andere Arbeiten hinfällig macht. Stattdessen führt die neue Route neben dem Kreisel durch.
Konkret: Die Velovorzugsroute soll 130 Meter westlich vom Kägenkreisel durchführen. «Dadurch wird der Verkehr entflechtet und die Variante ist sicher und attraktiv. Die Landbeanspruchung ist überschaubar», schreibt die BPK. «Im Rahmen des Projekts Velovorzugsroute wird geprüft, ob die Querung mit einer Lichtsignalanlage ergänzt werden kann.»
Das Problem mit den Auf-, Ab- und Zufahrten
Die Kommission folgte letztlich dem Antrag des Regierungsrats und befürwortete die Abschreibung des Postulats, nicht ohne festzuhalten, dass die Anzahl Velofahrender pro Tag beim Kägenkreisel beeindruckend sei. Die Idee, beim Kägenkreisel gar nicht erst eine Über- oder Unterführung bauen zu müssen, stiess grundsätzlich auf Anklang, denn so braucht es auch weniger Platz für allfällige Rampen.
Ganz von der Unterführungs-Idee liess man sich aber nicht abbringen: Bei der Velovorzugsroute möge eine Unterführung in Betracht gezogen werden, damit diese Verbindung von den Velofahrenden auch akzeptiert werde. Die BUD habe daraufhin erklärt, im Verlaufe der Projektierung würden «Varianten für die Überquerung der Bruggstrasse evaluiert». Die Bruggstrasse ist jene Strasse, die von Osten nach Westen durch den Kreisel führt. Was die Ost-West-Verbindung übrigens angeht, so ist ohnehin ab 2026 der Bau einer ganz neuen Velobrücke von Aesch nach Reinach über die Autobahn A18 geplant; die soll im Frühjahr 2028 fertig sein.

