Neue Abenteuer des Schnauzes der Nation

Sabina Rasser, die Tochter von Alfred Rasser alias HD-Soldat Läppli, bringt «Mensch Läppli» im Küchlin zur Uraufführung.

Bald wieder auf der Bühne: Patrick «Almi» Allmandinger als HD-Soldat Läppli am Läggerli 2020. Foto: Marc Gilgen / Archiv

Alfred Rasser hat mit HD-Soldat Läppli eine Figur geschaffen, die das Publikum auch heute noch begeistern vermag. Doch die Abenteuer des bekanntesten Schweizer Militaristen können Fans schon länger auswendig. Nun hat sich Rassers Tochter Sabina aufgemacht und lässt Läppli Neues in der Gegenwart erleben. «Er muss sich in der digitalen Zeit zurechtfinden», verrät Sabina Rasser, und selbstverständlich sind sein Freund Fritz Mislin und Frau Müller ebenfalls dabei. «Endlich etwas Neues von Läppli», hätten erste Reaktionen auf ihre Pläne gelautet.

Bereits 1976 seien sie und ihr Vater zusammen gesessen und hätten über das Weltgeschehen «spintisiert», woraus konkrete Ideen für ein neues Bühnenstück entstanden seien, das sich mit dem Thema Mensch befasste. «Damit wollte mein Vater mit seiner Rasser-Bande, wie er uns Kinder liebevoll nannte, auf Tournee ­gehen», schreibt Sabina Rasser in einer Medienmitteilung. Leider erkrankte Al­fred Rasser und starb im August 1977.

Im Januar 2023 habe sich ihr Vater bei ihr gemeldet: «Mir hän vor 47 Joor öbis abgmacht!», hätte er sie erinnert. Nach knapp zwei Jahren intensiver Arbeit sei das Bühnenstück «Mensch Läppli» entstanden.

Als HD Läppli ist der Basler Komiker Patrick «Almi» Allmandinger vorgesehen. Er hat an seiner eigenen Vorfasnachtsveranstaltung «Läggerli» bereits den Läppli gespielt, oder wie er selber sagt: «den Läppli gelebt». Das Publikum war begeistert, denn Almi als Läppli war ein Genuss. Das sah auch die Tochter so. Als Almi bei einer Probe als Läppli auf die Bühne trat, hatte sie Tränen in den Augen und glaubte ihren Vater vor sich zu sehen.

Almi räumt ein: «Ich hatte lange Ehrfurcht davor, Schnauz und Glatze anzuziehen.» Für ihn ist wichtig, den Läppli auf der Bühne zu leben, nicht einfach nur zu parodieren oder zu spielen. «Ich habe ihn in mir drin.» Für den Komiker geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. Die Rolle von Mislin wird der aus Liestal stammende Maik van Epple übernehmen. Die anderen Besetzungen seien noch offen, sagt Sabina Rasser, die nicht nur das Drehbuch geschrieben hat, sondern das Stück auch produziert. Sieben verschiedene Bühnenbilder werden zu sehen sein.

Diplomatische Meinung

 

am Spalenberg

Die Rechte an «HD-Soldat Läppli» und «Demokrat Läppli» gehören dem Theater Fauteuil, Caroline und Claude Rasser. Sabina Rasser sagt denn auch offen, dass es eine innerfamiliäre Vereinbarung gäbe: «Wir haben uns abgesprochen und kommen uns nicht in die Quere.»

Weit diplomatischer tönt es bei Enkelin Caroline Rasser, die mit Schauspieler Gilles Tschudi in der Hauptrolle das ursprüngliche Stück wieder auf die Fauteuil-Bühne bringt: «Wir sind von Sabina Rasser über das Projekt informiert, möchten kein Teil davon sein, legen diesem aber auch keine Steine in den Weg. Wir haben Sabina Rasser eine Lizenz für diese Produktion erteilt.» Mehr ist ihr nicht zu entlocken.

Zumindest terminlich überschneiden sich die beiden Produktionen nicht: Ab dem 8. November führt das Fauteuil Alfred Rassers «HD-Soldat Läppli» wieder auf und bleibt dem Original treu. Im Mai 2025 kommt die Neuauflage «Mensch Läppli» auf die Küchlin-Bühne.

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