Der raffinierte Kleiderbügel

Markus Seiser aus Münchenstein war schon als Kind ein Tüftler und Erfinder. Mit seiner neuen Firma lancierte er einen Kleiderbügel, der sich bequem und kleiderschonend nutzen lässt.

Hat ein Auge für praktische Gegenstände: Markus Seiser hat den klappbaren Kleiderbügel erfunden. Foto: Tobias Gfeller

Hat ein Auge für praktische Gegenstände: Markus Seiser hat den klappbaren Kleiderbügel erfunden. Foto: Tobias Gfeller

Sucht Investoren: Markus Seiser präsentiert «Scosh» in der Sendung «Die Höhle der Löwen Schweiz». Foto: zvg

Sucht Investoren: Markus Seiser präsentiert «Scosh» in der Sendung «Die Höhle der Löwen Schweiz». Foto: zvg

Wer kennt es nicht: Wenn der Lieblingspullover, das edle Hemd oder das Sommerkleid am Kleiderbügel haften bleibt, sich nur schwer vom Bügel herunternehmen lässt und im schlimmsten Fall der Bund für den Hals gedehnt wird – oder sogar reisst? Markus Seiser hat mit einem speziellen Kleiderbügel Abhilfe geschaffen. «Scosh» verfügt über zwei klappbare Seitenarme. Durch einen einfachen Mechanismus lassen sie sich manuell zusammenführen, sodass geschlossene Oberteile mühelos und schonend vom Bügel in die Hände gleiten. Umgekehrt lassen sie sich so schnell und bequem wieder aufhängen.

Der Kleiderbügel «Scosh» ist das erste Produkt der Firma Mase Innovations GmbH, die der 56‑jährige Münchensteiner für seine Erfindungen gegründet hat. Zuvor arbeitete Seiser während 35 Jahren in der Basler Pharmaindustrie. Schon in dieser Zeit habe er immer ein Auge für Verbesserungen und Effizienzsteigerungen gehabt. Den eigenen Erfindergeist entdeckte Seiser schon als Kind. «In der Schule gewann ich mal einen von einer Lehrerin ausgerufenen Erfinderwettbewerb, weil meine Erfindung des an der Teigknetmaschine befestigten Abtrocknungstüchleins vor allem die Mädchen in der Klasse begeisterte.»

Seiser geht stets mit offenen Augen und wachsamem Geist durch den Alltag. «Ich bin immer auf der Suche nach Gegenständen, die man verbessern könnte, oder Hilfestellungen, die unser Leben vereinfachen würden.» Dabei helfe ihm sein strategisches Denken, erklärt Seiser. Er ist überzeugt, dass ihm mit dem Kleiderbügel «Scosh» ein Erfolg versprechender Coup gelungen ist und er damit einen Nerv getroffen hat.

Ein Zeichen gegen Fast Fashion

Der Münchensteiner überliess in der Entwicklung des Kleiderbügels nichts dem Zufall. Zuerst fertigte er selber Skizzen an und gab bei einer externen Firma einen Konzepttest mit tausend Probandinnen und Probanden in Auftrag. «Die Quote von 80 Prozent positiven Rückmeldungen war hoch. Da habe ich mir gesagt, jetzt lege ich los und investiere.» Für den Aufbau seiner Firma holte er auch Unterstützung in der Startup Academy Basel, die Unternehmer bei Firmengründungen berät und begleitet.

Die erste Serie liess Seiser in Asien produzieren. Normierte Tests im Labor eines Ingenieurbüros verliefen erfreulich. Das Büro habe dem Kleiderbügel bei täglicher Nutzung Langlebigkeit von mehreren Jahren attestiert. Langfristiges Ziel sei es, «Scosh» in Europa zu produzieren. Ein Dreier-Set des Kleiderbügels kostet aktuell knapp 20 Franken.

Seiser ist überzeugt, dass mit steigender Stückzahl und Investitionen der Verkaufspreis sinken wird. «Scosh» sei auch ein Zeichen gegen die viel kritisierte Fast Fashion, das Kaufen von möglichst vielen billigen Kleidern. «Ich bin sowieso der Meinung, dass wir weniger Kleider haben sollten, weil wir die meisten Stücke nie anziehen. Mit wenigen hochwertigen Kleidern lohnt es sich auch, Geld für einen praktischen und schonenden Kleiderbügel auszugeben.»

Auftritt in der Sendung «Die Höhle der Löwen Schweiz»

Damit der Erfinder seine Kleiderbügel in Europa in hoher Stückzahl produzieren kann, braucht er teure Maschinen. Bisher habe er nur eigenes Geld in «Scosh» gesteckt. Nun sucht er in der Sendung «Die Höhle der Löwen Schweiz» Geld von externen Investoren, den sogenannten Löwen. Auch erhofft er sich durch die Teilnahme in der Sendung auf dem Sender 3+ ein breites Publikum, das Gefallen an seinem Kleiderbügel findet.

Der Kleiderbügel «Scosh» soll längst nicht das Ende sein. «Es schwirren mir ganz viele Ideen durch den Kopf. Verraten kann ich sie natürlich nicht», sagt der Münchensteiner in typischer Erfindermanier.

Markus Seiser bei «Die Höhle der Löwen Schweiz», 2. September, 20.15 Uhr, 3+

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Ausgehlokal der Jungen: Die Dachterrasse ist ein Schmuckstück.  Foto: Kenneth Nars
Region27.08.2025

Der Erste Stock schliesst seine Tore

Ein kleiner Verein schuf auf dem Münchensteiner Walzwerk einen Ausgeh- und Kulturort für junge Menschen. Nun ist damit Schluss. Wer die Räumlichkeiten…
Nicht nur für den alltäglichen Verkehr eine wichtige Achse: die Gempenstrasse. Foto: Kenneth Nars
Region27.08.2025

Gempenstrasse: Gemeinden wollen ein Tempolimit

Motorradfahrer und Autoposer nahmen die Passstrasse von Dornach nach Gempen bei schönem Wetter zuletzt vermehrt in Beschlag. Die beiden Dörfer leiden unter dem…
Panzersteine für die Natur: (v. l.) Angelika Christofori, Lisa Wüst, Gerhard Christofori und Werner Schneider  pflegen das Gewächs zwischen den Steinen am Wegrand. Foto: Caspar Reimer
Region20.08.2025

«Ohne Natur gehen wir kaputt»

Zu seinem 80‑jährigen Bestehen pflanzt der Natur- und Vogelschutzverein Dornach 80 Bäume rund um die Aktiengrube. Zuerst steigt aber am Samstag ein grosses…