Naturschutzgebiet Winterhalle: Ein Paradies für Falter, Kröten und Nattern

Die Forstbetriebsgemeinschaft Arlesheim-Mün-chenstein plant eine Erweiterung des Naturschutzgebietes Winterhalle. Im Herbst soll mit den Arbeiten begonnen werden.

Wertvoller Rückzugsort für die lokale Flora und Fauna: Das Naturschutzgebiet Winterhalle, das vonder Forstbetriebsgemeinschaft Arlesheim-Münchenstein gepflegt wird. Foto: Caspar Reimer
Wertvoller Rückzugsort für die lokale Flora und Fauna: Das Naturschutzgebiet Winterhalle, das vonder Forstbetriebsgemeinschaft Arlesheim-Münchenstein gepflegt wird. Foto: Caspar Reimer

Es ist eine kleine Oase für Tiere und Pflanzen, versteckt im Wald am Hang oberhalb von Münchenstein nahe der Grenze zu Arlesheim. Die Natur bleibt hier von dem, was heute als Freizeitdruck bezeichnet wird, weitgehend verschont. «Das soll auch so bleiben. Entsprechend wollen wir zwar informieren, aber keine Werbung für den Ort machen. Er ist für die Natur reserviert», sagt Philipp Götsch, stellvertretender Leiter der Forstbetriebsgemeinschaft Arlesheim-Münchenstein, die das Gebiet im Auftrag der Bürgergemeinde Münchenstein als Besitzerin pflegt und bewirtschaftet.

Die Rede ist vom in der Öffentlichkeit unbekannten Naturschutzgebiet Winterhalle, das eine historische Bedeutung als Steinbruch hat. Und noch heute zeugt eine Schranke davon, dass der Ort einst, wohl noch bis in die 1970er-Jahre, als Mülldeponie benutzt wurde. Die Zeiten haben sich jedoch geändert: Die Winterhalle wurde in den vergangenen Jahrzehnten ökologisch aufgewertet und schrittweise für den Natur- und Artenschutz sowie als wertvoller Rückzugsort für die lokale Flora und Fauna umgestaltet. Die Gemeinde Münchenstein hat die Winterhalle als Schutzgebiet eingestuft. Nun plant die Forstbetriebsgemeinschaft eine Erweiterung des Naturschutzgebietes. «Damit wird der Lebensraum für bestimmte Tiere verbessert und gefördert», so Götsch, der in der Forstbetriebsgemeinschaft das Projekt verantwortet.

Steinstrukturen und Pappeln

Konkret soll die Winterhalle im Rahmen der Erweiterung einerseits an den Rändern ausgeholzt und damit etwas vergrössert, andererseits die Felswand von Gewächs befreit werden. «Die Wand wird dadurch besser besonnt und bietet punktuell Platz für Nistvögel», so Götsch.

Neue Flora und Fauna wird die Winterhalle an den Rändern vom Rest des Waldes abgrenzen. «Dichte Sträucher dienen Kleintieren als Unterschlupf oder Vögeln als Brutort. Zudem werden wir Pappeln pflanzen, um verschiedenen Falterarten Lebensraum zu bieten.» Ausserdem sollen um den Weiher Steinstrukturen für die Geburtshelferkröte oder die Schlingnatter angebracht werden. Der Weiher wird herausgeputzt und neu angelegt. Das Projekt beinhaltet weiter die Pflege des Gebietes über die kommenden drei Jahre. «Später sollte mit der Einwohnergemeinde eine Vereinbarung geschlossen werden, um die Aufwertungsmassnahmen langfristig zu schützen.»

Finanzielle Unterstützung gesichert

Die Erweiterungsarbeiten beginnen im Herbst dieses Jahres. Einerseits tragen die Bürgergemeinden von Münchenstein und Arlesheim, die Einwohnergemeinde Münchenstein und die Forstbetriebsgemeinschaft selbst das Projekt finanziell mit. Andererseits beteiligen sich bisher die Stiftungen Spitzenflühli, Werner Hasenböhler sowie die Walder-Bachmann als Teil der Dachstiftung der Christoph Merian Stiftung (CMS) mit je einem Betrag von 4900 Franken. «Bei der Aufwertung solcher Gebiete arbeiten wir über die Gemeindegrenzen hinweg», sagt Götsch, der auf Januar 2027 die Leitung der Forstbetriebsgemeinschaft als Nachfolger von Fredi Hügi übernehmen wird.

Der gelernte Forstwart und heutige Förster hat unter anderem bei der Bürgergemeinde Basel als Berufsbildner und Vorarbeiter gearbeitet und war im Auftrag des Kantons Baselland als Ranger unterwegs. «Es ist für unseren Forstbetrieb sensationell, einen solch erfahrenen Leiter zu bekommen», sagt Hügi, der seit bald 18 Jahren diese Funktion bekleidet. Der historische Flurname Winterhalle hat freilich nichts mit einer Halle zu tun, sondern entstammt dem Wort «Halde» aus dem Mittelhochdeutschen. Es bedeutet schlicht «Abhang».

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