Der Jäger mit der Linse: «Die besten Bilder macht man in den Morgenstunden»

«Schnappschuss»-Fotograf Hansueli Vonlanthen erfasst die Natur mit seiner Kamera. Der Aescher ist aber auch in Naturschutzvereinen aktiv.

Gut ausgerüstet: Hansueli Vonlanthen kann mit seiner Kamera kleine Details gross werden lassen. Foto: zvg

Gut ausgerüstet: Hansueli Vonlanthen kann mit seiner Kamera kleine Details gross werden lassen. Foto: zvg

Beim Abflug: Erst am Sonntag hat Hansueli Vonlanthen dieses Bild eines Mäusebussards auf dem Dach eines Bauernhauses in Aesch eingesendet. Foto: Hansueli Vonlanthen

Beim Abflug: Erst am Sonntag hat Hansueli Vonlanthen dieses Bild eines Mäusebussards auf dem Dach eines Bauernhauses in Aesch eingesendet. Foto: Hansueli Vonlanthen

«Für mich ist es fast ein Muss, jeden Morgen zwei oder drei Stunden nach draussen in die Natur zu gehen. Da bietet es sich an, die Kamera mitzunehmen», sagt der Aescher Hansueli Vonlanthen, der zu den prominenten «Schnappschuss»-Fotografen im Wochenblatt gehört. Wer sich seine Fotografien anschaut, wird von den Details, die sich in der Natur gleich vor unserer Haustür verbergen, entzückt sein: Bei den vielen Vögeln etwa, die Vonlanthen bereits fotografiert hat, ist jede Struktur ihres Gefieders, jede Nuance ihrer Buntheit zu erkennen.

Es ist nicht übertrieben zu sagen: Der Hobbyfotograf hält die Natur in ihrer ganzen Pracht fest. «Die besten Bilder macht man in den Morgenstunden. Da sind die Lichtbedingungen am besten», so der Rentner. Fotografiere man etwa einen Vogel, sei es wichtig, ihm auf Augenhöhe zu sein, ihm gewissermassen in die Augen sehen zu können. Wer gute Tierfotografien machen möchte, brauche Zeit und Ruhe. «Zuerst muss ich Spuren lesen oder Vogelstimmen erkennen, dann den besten Ort finden, von dem aus ich fotografiere. Und ich muss den passenden Moment abwarten.» Für solche Aufnahmen sei es wichtig, dass eine Kamera «schnell fokussieren» kann. Zudem brauche man ein lichtstarkes Objektiv.

Von Kind auf Naturmensch

Schon Vonlanthens Garten gleicht einer Oase – fast wie ein Stück Urwald abseits der Zivilisation. Wer im Hochsommer Schatten sucht, findet ihn in diesem Garten. «Es ist hier oft rund fünf Grad weniger heiss als draussen auf der Strasse. Der Garten eignet sich zudem hervorragend zur Fotografie», so Vonlanthen.

«Ich bin in ländlichen Gegenden aufgewachsen, zuerst in Rodersdorf, dann am äusseren Rand von Birsfelden beim Hardwald. Ich war also von klein auf sehr verbunden mit der Natur», erzählt er. Sein Vater arbeitete als Zollbeamter, sei Tag und Nacht unterwegs gewesen. «Von ihm habe ich wohl übernommen, dass ich gerne draussen unterwegs bin.»

Die Arbeit hatte ihn denn dazu bewogen, vor 40 Jahren nach Aesch in das Haus zu ziehen, in dem er noch heute mit seiner Frau lebt. Als Vonlanthen mit 62 Jahren in Rente ging, hatte er die Musse, sich seinem Interesse an Fotografie zuzuwenden. Das Handwerk hat sich Vonlanthen selbst beigebracht.

Im Gegensatz zu anderen Fotografen, welche mit ihrer Kamera ganze Weltreisen unternehmen, wollte der Aescher sich auf die Schweiz und die Umgebung konzentrieren. «Ich bin sehr umweltbewusst, möchte nur so weit reisen, wie das per Zug möglich ist.» Mit der Zeit wisse man, wo welche Tiere zu welcher Zeit anzutreffen sind. «Und man bekommt, ist man so lange wie ich mit der Kamera unterwegs, ein Auge für die Motive.» Die Leidenschaft zur Fotografie teilt Vonlanthen mit seiner Frau. «Sie fotografiert eher kleine Tiere. Insekten zum Beispiel.» Oft gehen die beiden aufs Hörnli. «Dort sind unzählige kleine Tiere zu finden.»

Einsatz für die Natur

Vonlanthen möchte nicht nur quasi fotografisch von der Natur profitieren, sondern ihr auch etwas zurückgeben. Seit bald 20 Jahren ist er im Naturschutzverein Arlesheim aktiv: «Es gibt schliesslich viel zu tun. Wir sind etwa darum bemüht, früher im Birseck ansässige Vögel, wie den Steinkauz oder die Schleiereule, wieder anzusiedeln», erzählt er. Auch der Kampf gegen Neophyten sei ein wichtiges Thema oder das Anlegen von Korridoren für kleinste Tiere. Auch im Natur- und Vogelschutzverein Aesch-Pfeffingen hilft Vonlanthen mit: «Das Storchennest am Hollenrain habe ich konstruiert und mit Kollegen aus dem Verein aufgestellt.» Vonlanthen bedauert es, dass viele Menschen «keinen Bezug zur Natur mehr haben und auch nicht Sorge tragen».

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