Migros baut Hauptsitz in Münchenstein aus

Die Produktionsfläche beim Schaulager wird verdoppelt. Damit sollen künftig noch mehr handgemachte Produkte in den Filialen der Region stehen.

Von Hand gemacht: Am Migros-Hauptsitz in Münchenstein werden täglich frische Waren produziert. Foto: zvg

Sie gehören zu den Verkaufsschlagern der Migros-Filialen: die belegten Brötli, die Erdbeertörtli, die frisch und handgemachten Bowls sowie im Winter die Weihnachtsguetzli. Was viele nicht wissen: Diese Produkte gibt es nur in unserer Region zu kaufen. Denn das Label «Frisch & Handgemacht» ist eine Eigenmarke der Genossenschaft Migros Basel. Täglich werden die Produkte im Hauptsitz in Münchenstein beim Schaulager von Hand gefertigt. Die hier gefertigten Produkte sind beliebt, entsprechend gross ist die Nachfrage.

Bis zu 250000 einzelne Produkte werden wöchentlich in Münchenstein von 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zubereitet, darunter bis zu 35000 belegte Brötli. Allein 3000 Schoggiweggli verlassen jede Woche den Standort in Münchenstein. Im Sommer sind vor allem auch Wähen gefragt. Rund 2000 Stück davon werden wöchentlich produziert und ausgeliefert. «Wir haben das frischeste und breiteste Pâtisserie-Sortiment in der Schweiz», schwärmt Lukas Sommer, Mitglied der Geschäftsleitung der Genossenschaft Migros Basel.

Nirgends so viele regionale Produkte wie in Basel

Basel sei die Genossenschaft, die den grössten Anteil an regionalen und handwerklich gefertigten Produkten hat. Im Schichtbetrieb werden die Brötli, Kuchen, Weggli und Co. produziert. «Das Handwerk ist das, was uns vom Rest unterscheidet», sagt Patrice Jonat, Leiter der artisanalen Produktionen, also von der Cuisine artisanale und der Pâtisserie artisanale. Zweimal täglich würden die Produkte von Münchenstein aus an die einzelnen Filialen geliefert, ­erklärt Jonat.

Die Basler Konsumentinnen und Konsumenten würden die Frische und die Qualität besonders schätzen und seien dafür auch bereit, etwas mehr Geld zu bezahlen. Aufgrund der grossen Nachfrage und der Strategie der Migros, noch stärker auf regionale Produkte zu setzen, baut die Genossenschaft ihre Produktion beim Schaulager aus. Bis 2027 soll die Menge an frisch produzierten Waren verdoppelt werden. Die ersten Arbeiten haben im Mai begonnen. «Wir sind an der Kapazitätsgrenze und können nicht alle Filialen mit unseren ‹Frisch & Handgemacht›-Produkten beliefern», erklärt Sommer. Das wird sich in zwei Jahren ändern.

Etappenweiser Umbau tangiert die Produktion nicht

Für rund 20 Millionen wird die Produktionsfläche in Münchenstein von 2300 auf rund 4500 Quadratmeter erhöht. Sämtlich Arbeiten finden innerhalb des Hauptsitzes statt. Dank frei werdender Lagerflächen bietet der Standort beim Schaulager genügend Platz für den Ausbau. Dieser findet parallel zur weiterlaufenden Produktion statt.

«Die Kundschaft soll nicht merken, dass wir umbauen», sagt Jonat. Darum fänden die Bauarbeiten etappenweise statt. Aktuell wird die Cuisine artisanale neben der jetzigen Produktion eingerichtet. Ab Anfang 2026 wird die neue Küche voraussichtlich in Betrieb genommen.

Danach werden die aktuelle Küche und die Pâtisserie rückgebaut, und auf dieser Fläche entsteht dann die neue, grössere Bäckerei und Pâtisserie. 2027 sind die Bauarbeiten beendet, so der Plan.

«Wir bauen an diversen Orten, heute ist die Produktion gar nicht tangiert. Wir können nebenan bauen und dann wechseln», sagt Jonat. So könne auch die Qualität garantiert werden, und die Regale in den Filialen bleiben weiterhin gefüllt. Der Ausbau hat auch zur Folge, dass die Migros Basel in der Betriebszentrale in Münchenstein weitere Arbeitskräfte einstellen wird. Hier würden aktuell Abklärungen laufen, in welchem Umfang personell ausgebaut werde, erklärt Jonat. Er gehe davon aus, dass in den kommenden vier bis fünf Jahren rund 60 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht würden.

Diese sollen dafür sorgen, dass auch in Zukunft die belegten Brötli, Erdbeertörtli und Co. in den Filialen der Migros Basel stehen – täglich frisch zubereitet.

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