Kirchmayr sorgt mit Wechselgelüsten für Verwirrung

Der frühere Grünen-Landrat Klaus Kirchmayr will der FDP beitreten und für die Baselbieter Regierung kandidieren. Doch hat der ehemalige Bürgerlichen-Schreck aus Aesch überhaupt eine Chance, diese Pläne umzusetzen?

Überrascht mit seinem Vorhaben: Klaus Kirchmayr. Foto: Archiv / Kenneth Nars

Sein Vorhaben hatte der ­Aescher am Dienstag in der «Basler Zeitung» bekannt gegeben. Die Aufregung über den angekündigten Wechsel ist gross. Fakt ist aber, dass Kirchmayr noch nicht Mitglied der FDP Baselland ist und womöglich auch nie werden wird. Um für die Nachfolge von FDP-Regierungsrätin Monica Gschwind kandidieren zu können, muss Kirchmayr einerseits FDP-Mitglied sein, soll andererseits aber auch von einer FDP-Ortspartei vorgeschlagen werden. Bei der Ortssektion Aesch, wo Kirchmayr wohnhaft ist, sei am Dienstag ein Gesuch um Aufnahme eingereicht worden, sagt Co-Präsident Martin Glatz. Man werde das Gesuch beraten.

Weiter möchte Glatz nicht auf die Personalie Kirchmayr eingehen. Kurz nach Bekanntwerden der Wechselpläne hat die FDP Aesch zudem kommuniziert, dass sie für den Aescher Landrat Rolf Blatter eine Kandidatur bei der Findungskommission der FDP Baselland eingereicht habe. Die Kommission nimmt ­derzeit Kandidaturen für die Regierungswahlen vom 26. Oktober entgegen. Glatz verneint, dass die Mitteilung der ­Aescher FDP in Zusammenhang mit der Ankündigung des Überläufers stehe. «Wir äussern uns zu Kirchmayr, wenn es etwas zu kommunizieren gibt.»

Vergangenheit könnte Kandidatur im Wege stehen

«Im Normalfall werden die Kandidaturen von einer Ortssektion eingereicht», sagt der Baselbieter FDP-Präsident Melchior Buchs. «Das ist uns am liebsten, da dies den Rückhalt der Kandidatur zeigt.» Vor rund zwei Monaten sei Kirchmayr auf verschiedene Personen in der FDP Baselland zugegangen, so Buchs. Die Parteileitung sei einem Beitritt gegenüber offen, sagt er. «Klaus Kirchmayr hat uns aufgezeigt, dass er eine freisinnige Haltung vertritt.» Zudem sei er eine Persönlichkeit mit viel politischer Erfahrung und einem hervorragenden Netzwerk.

Ob dies die Aescher FDP und die kantonale Parteibasis auch so sehen, wird sich zeigen. Buchs sagt auch: «Ich weiss nicht, wie es ankommen wird, dass der Parteibeitritt gleich mit einer Regierungskandidatur verbunden ist.» Und er stellt klar: «Vergangene Geschichten werden eine wichtige Rolle spielen.» Damit spielt er auf die Zeit an, in der Kirchmayr als Grünen-Landrat an vorderster Front gegen das bürgerliche Lager im Landrat wetterte. Die der FDP nahestehende Wirtschaftskammer Baselland bekam oft von Kirchmayr ihr Fett weg. Der bisher einzige Kandidat der FDP Aesch sagt auch: «Klaus Kirchmayr hat den Freisinnigen 20 Jahre lang das Leben schwer gemacht.» Blatter ergänzt: Dass er in die FDP eintreten und sogar für die Regierung kandidieren will, sei purer Opportunismus.

Mit einem Beitritt zur FDP sucht Kirchmayr eine neue politische Heimat. Gemäss dem Baselbieter Grünen-Präsident Michael Durrer sei Kirchmayr vor rund drei Monaten bei den Grünen ausgetreten, nachdem er in der Kantonalpartei schon seit längerer Zeit nicht mehr politisch aktiv gewesen war. Wie die bz weiss, gehörte Kirchmayr gleichzeitig aber bis vor wenigen Monaten auch der GLP an.

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