«Meilenstein» für die Wohnsiedlung Aere:Mobilitätsstation und biodiverse Flächen eingeweiht
Am Samstag stellten die Entwickler des ehemaligen Stöcklin-Areals die Überbauung vor. Mobilität und Biodiversität standen dabei im Zentrum.

Noch sind die Bäume klein und die geplanten Rasenflächen braun. Das dürfte sich in den kommenden Wochen jedoch ändern. Dann soll die Wohnsiedlung Aere im Bruggrain in saftigem Grün erscheinen – so wie auch in den Werbeprospekten.
Ausser der Begrünung ist die Wohnsiedlung auf Aescher und Reinacher Boden mittlerweile aber fertiggestellt, und der Grossteil der Wohnungen und Altersresidenzen ist bereits bezogen. Am vergangenen Samstag wurde mit der Mobilitätsstation ein «weiterer Meilenstein» gelegt, wie Roman Cueni, Leiter der Gemeindeverwaltung Aesch, in seiner Rede berichtete.
Mobilität im Zentrum
Im Herzen der Aere-Siedlung steht diese Mobilitätsstation – gleich beim Zugang zur Tiefgarage. Dort können die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers mehrere Mobilitätsangebote nutzen, die am Samstag einzeln vorgestellt wurden: An einem Bildschirm werden die Abfahrtszeiten der Linienbusse angezeigt, die am Rand der Wohnsiedlung Halt machen. Daneben gibt es Car- und E-Bike-Sharing-Staionen. Auch Cargovelos stehen den Menschen, die im Aere-Quartier wohnen, zur Verfügung.
«Wir haben versucht, ein Angebot zu schaffen, dass auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner abgestimmt ist», sagt Erkan Ates, Niederlassungsleiter Basel der HRS Real Estate AG. Hier könne auch mobil sein, wer kein eigenes Auto besitze. Danach erklärte Markus Huber (SP), Gemeinderat von Reinach und zuständig für die Ressorts Sport und Mobilität, wie herausfordernd die Planung des Areals war. Denn das ehemalige Stöcklin-Areal im Bruggrain steht auf der Gemeindegrenze von Aesch und Reinach. Ziel sei von Anfang an gewesen, das Industrieareal in eine vielseitig ansprechende Siedlung zu verwandeln. Mit Hilfe eines Quartierplans hätten die Gemeinden die Leitplanken für die Entwicklung gesetzt, die Umsetzung sei sehr gelungen, so Huber. Dem pflichtete Eveline Sprecher (SP), Gemeindepräsidentin von Aesch, bei. Neben der Mobilität hob Sprecher die Biodiversitätsflächen der Wohnsiedlung hervor. Diese seien «unglaublich wertvolle und artenreiche Flächen» und dienten als ökologische Trittsteine im Siedlungsgebiet.
Akzeptanz und Verständnis etablieren
Zum Abschluss der Reden stellte der Landschaftsarchitekt Christoph Abt noch die Retentionsmulde – den grossen Teich – vor dem Wohnareal vor. Dorthin werde das Regenwasser des gesamten Areals geleitet, wo es versickern oder verdunsten könne, so Abt. Das sorge an warmen Tagen für ein angenehmes, kühleres Klima.
Das ganze Bepflanzungskonzept wird auch auf einer Info-Tafel vorgestellt. Solche Info-Tafeln sind an allen Biodiversitätshotspots in Aesch aufgestellt. Denn für den Landschaftsarchitekten ist klar: «Nur wenn Sachen erlebbar gemacht werden, können ein Verständnis und eine Akzeptanz etabliert werden.»
Das Aere-Areal diene als Trittstein und vernetze Menschen und Natur. Denn der Korridor um die Birs sei ein wichtiger Lebensraum für die Natur. Hier befinde sich eine wichtige Flugroute für Fledermäuse, erklärte Abt den Zuhörenden. Um die Retentionsmulde herum gibt es Wildblumenwiesen, Ruderalflächen und Steinhaufen. Damit werde einerseits die Biodiversität gefördert und andererseits auch ein Ort mit hoher Aufenthalts- und Erholungsqualität geschaffen. Deshalb ist für Abt klar: «Hier wird den Nutzerbedürfnissen und den Bedürfnissen der Natur Rechnung getragen.»


