Mehr Fahrgäste mit der BLT unterwegs – doch in der Stadt steckt das Tram in der Krise

Wieder mehr Menschen nutzen den ÖV: Die Baselland Transport AG (BLT) hat 2023 knapp 7 Prozent mehr Fahrgäste befördert als im Vorjahr. Allerdings wächst der Bus- stärker als der Tramverkehr. Letzterer hat sich von der Pandemie noch nicht erholt.

Diverse Angebote: In der Innenstadt (im Bild ein BLT-Tram der Linie 11 am Marktplatz) ist die Konkurrenz zu den Trams gross. Foto: Archiv / Juri Junkov

47,6 Millionen Fahrgäste waren im Jahr 2023 in Trams, Bussen und Bahn der Baselland Transport AG (BLT) unterwegs, das sind 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die 18 Buslinien der BLT nutzten total 11,1 Millionen Fahrgäste – hier war das Plus mit 12,6 Prozent wesentlich höher als auf den drei Tramlinien, bei denen die Zahl der Fahrgäste um 6 Prozent auf 34,8 Millionen zunahm. Die Ende 2022 eröffnete neue Waldenburgerbahn durfte in ihrem ersten Betriebsjahr 1,7 Millionen Pendlerinnen und Pendler befördern, wie aus dem am Montag publizierten BLT-Jahresbericht 2023 hervorgeht.

Trotz dieser für die BLT erfreulichen Zunahme: Die Fahrgastzahlen sind immer noch deutlich tiefer als vor der Pandemie, dies insbesondere im Tramverkehr: Das 11er-Tram (Aesch–St-Louis Grenze) war 2023 mit 17,7 Millionen Fahrgästen (einem Drittel des gesamten Aufkommens) die am stärksten frequentierte BLT-Linie, lag aber immer mit 18 Prozent Minus deutlich unter dem Wert von 2019. Ähnlich gravierend ist die Abnahme beim 10er, der 2023 von knapp 15 Millionen Fahrgästen benutzt wurde. Demgegenüber hat die BLT bei den Buslinien mit einem Minus von nur 2 Prozent beinahe wieder das Vor-­Corona-Niveau erreicht.

Trend zu Velo und Trottinett in der Stadt hält an

Die BLT kämpft laut eigenen Angaben vor allem in der Basler Innenstadt mit rückläufigen Fahrgastzahlen. Kurze Distanzen würden vorzugsweise zu Fuss, mit dem Velo oder dem E-Trottinett zurückgelegt, schreibt das ÖV-Unternehmen. Dieser bereits seit einigen Jahren feststellbare Trend halte an. Demgegenüber entwickelten sich die Fahrgastzahlen auf den Landabschnitten der Tramlinien stabil. Überdurchschnittlich entwickelten sich im Busverkehr die Linie 47 (Bottmingen–St. Jakob–Muttenz) und die Linie 64, die Dornach via Leimental mit dem Allschwiler Bachgraben und dem Bahnhof St.  Johann verbindet. Beides sind frequenzstarke Tangentialverbindungen in der stadtnahen Agglo. Gegenüber dem Vorjahr sehr stark angestiegen (+25%) sind die Nutzendenzahlen auf der Buslinie 92 (Hölstein–Reigoldswil). Auf dieser Linie ist in den vergangenen Jahren das Angebot, insbesondere am Wochenende, ausgebaut und die Linienführung optimiert worden. Laut BLT sehr positiv entwickelten sich zudem die Ortsbusse, zum Beispiel die Linie 58, die das Dorf Münchenstein via Gartenstadt mit der Klinik Birshof verbindet.

Mit der neuen Waldenburgerbahn (WB) waren um 8 Prozent weniger Fahrgäste unterwegs als im Vorjahr mit den Bahnersatzbussen, die allerdings im 7½-Minuten-Takt unterwegs waren. Die WB verkehrt alle 15 Minuten. Das Minus lässt sich auch mit einem starken Fahrgastrückgang in den ersten Betriebs­monaten der neuen WB wegen der vielen Zugsausfälle erklären.

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