Festmeile und Schaufenster zugleich
Am Samstag, 15. August, steht die nächste Usestuelete an. Der alle vier Jahre stattfindende Anlass bewegt sich irgendwo zwischen einem grossen Dorffest und der Möglichkeit, lokales Gewerbe kennenzulernen – oder eben beides zusammen.

Der Begriff «Usestuelete» dürfte allgemein bekannt sein und das Konzept dahinter ist ebenso einfach wie einleuchtend: Das lokale Gewerbe stellt Sitzgelegenheiten hinaus auf die Strasse, um in lockerer Atmosphäre in den Austausch zu kommen und Einblicke ins eigene Schaffen zu geben. Bestenfalls verwandelt sich dieses Setting dann in ein ungezwungenes Strassenfest, bei dem das nachbarschaftliche Zusammenkommen im Zentrum steht. Im Falle der etablierten Aescher Variante, die es seit dem Jahr 2002 gibt, hat der Name aber gleich eine doppelte Bedeutung: «Kurz vor der ersten Ausgabe ging das Restaurant zur Rebe zu und wir übernahmen die Stühle. Daraus machten wir einen Gestaltungswettbewerb, wobei rund 50 einzigartige Stühle entstanden, die bei der ersten Usestuelete zum Einsatz kamen», erinnert sich Claudia Schreiber, Vizepräsidentin des Organisationskomitees.
Die Idee, einen Publikumswettbewerb zu veranstalten, hat sich über die Jahre gehalten, und so werden bei der mittlerweile 7. Ausgabe die originellsten Fahnendesigns gekürt, die dann im Vorfeld des Fests im Dorfkern zu sehen sein werden. Der 4‑Jahres-Rhythmus der Usestuelete, der bis auf eine Ausgabe konsequent eingehalten werden konnte, wechselt sich mit der Industrie- & Gewerbe-Ausstellung (IGeA) ab, so dass sich das Aescher Gewerbe alle zwei Jahre bei einem grösseren Anlass der Bevölkerung präsentieren und mit ihr in den Austausch treten kann. So der Grundgedanke des Turnus hinter den beiden Anlässen, die vom Verein Gewerbe & Industrie Aesch organisiert werden.
Aesch weiss, wie man festet
Für Paul Nussbaumer, OK-Präsident der Usestuelete, ist die Wahl der bisherigen Highlight-Ausgabe schnell gefallen: Nach den Corona-Lockdowns und einer damit ziemlich feierarmen Zeit sei die Festlaune bei der letzten Ausgabe im Jahr 2022 regelrecht spürbar gewesen. Der vorauseilende Ruf der Aescher Bevölkerung, die durchaus wisse, wie man Feste feiert, habe für die beiden OK-Mitglieder nach wie vor Bestand: «Es braucht nicht viel – eine Wurst und ein paar Getränke und die Leute kommen», sagt Schreiber schmunzelnd.
So war es jedenfalls bei den vergangenen Ausgaben der Usestuelete der Fall, wo sich jeweils Tausende auf der gesperrten Hauptstrasse tummelten. Auf Wetterglück haben sie jedenfalls bisher zählen können, dafür würden natürlich auch in diesem Jahr die Daumen gedrückt, auch wenn der allgemeine Wunsch nach Regen aus aktuellem Anlass ebenfalls vertretbar wäre – «einfach nicht am 15. August», meint Schreiber augenzwinkernd.
38 Stände im Dorfzentrum
In diesem Jahr sind 38 Stände Teil der Festmeile, die sich vom Gasthof Mühle bis zum Dorfzentrum erstreckt. Nicht fehlen darf da ein diverses Essens- und Getränkeangebot: «Uns war wichtig, eine möglichst gute Balance bei den Angeboten der verschiedenen Stände hinzukriegen. Von Jung bis Alt sollte für alle etwas dabei sein», meint Nussbaumer und fügt an, dass ihnen das neben einer leichten Überrepräsentation an unterschiedlichen Schnitzelbroten sicherlich gelungen sei. Ein Blick ins Programm auf der Website, wo auch der jeweilige Standort der spezifischen Stände erfahren werden kann, bestätigt das. Ganz allgemein sollten bei der Usestuelete das gemeinsame Zusammensitzen und der lokale Austausch gelebt und gefeiert werden.


