Klosterstiftung will ihre Reserven behalten
Das Kloster Dornach hat finanzielle Probleme. Es setzt bei der Kapitalbeschaffung auf die Stifterinstitutionen.

Im laufenden Budgetprozess mussten die Exekutiven der Einwohnergemeinde und der Bürgergemeinde Dornach zur Liquiditätssicherung des Klosters Dornach Stellung beziehen. Als Teil der Stiftung tragen sie die Geldsorgen des Begegnungsortes mit. Die Bürgergemeinde erklärte, ihr würden die liquiden Mittel fehlen. Der Bürgerrat – im Stiftungsrat vertreten durch Bürgerpräsident René Umher – lehnte den Antrag, dem Kloster Dornach ein Darlehen von 250000 Franken zu gewähren, einstimmig ab. Die Behörde der Einwohnergemeinde kam der Bitte nach. Das Darlehen werde verzinst und zurückbezahlt, als Sicherheit diene ein Grundpfandrecht, hiess es bei der Beschlussfassung.
In diesem Zusammenhang tauchte die Frage auf, warum das Kloster seine Geldprobleme nicht durch den Verkauf seiner Landreserve löse. Das Kloster verfügt über eine Parzelle Bauland an bester Lage: Die über tausend Quadratmeter befinden sich nicht in unmittelbarer Nähe zum Kloster, sondern an schönster Wohnlage im Gebiet Erli.
Susanne Koch, Präsidentin des Stiftungsrates, hält auf Anfrage des Wochenblattes fest: «Der Stiftungsrat hat entschieden, diese Parzelle in Eigentum zu behalten, insbesondere auch, weil ein Verkauf nur kurzfristig Abhilfe schaffen würde.» Die Anfrage für ein Darlehen sei allen Stiftern gestellt worden. «Eine Zusage hilft bereits», sagt sie. Die Stiftung Kloster Dornach benötige das Kapital als Basis der Liquiditätssicherung. «Die Sparten Gastronomie/Restaurant wie auch der Bereich Kultur erwirtschaften einen massgeblichen Beitrag an den Erhalt der historischen Klosteranlage und den Betrieb. Für den Gebäudeunterhalt, für die Gartenanlage und Kirche müssen hingegen Stifterbeiträge herangezogen werden, hier fehlen mittelbare Einnahmen», führt sie aus. Der Stiftungsrat habe eine Überprüfung des früheren Investitionsplanes in Auftrag gegeben, «um zu verifizieren, welche Massnahmen prioritär an die Hand genommen werden müssen. Pendent sind unter anderem die Fenstersanierungen, die Fassaden- und Dachsanierung sowie die Signaletik im Aussenbereich», erklärt Koch.
Ein Innenausbau, der wie ursprünglich geplant das Ende der Etagendusche einläuten würde, komme derzeit nicht in Frage. «Historische Hotels passen sich den Gegebenheiten an; der Einbau von individuellen Badezimmern wäre ein massiver Eingriff, der kaum bezahlbar wäre. Zudem stellen wir fest, dass das heutige Betriebskonzept mit seinen fairen Preisen einem Marktbedürfnis entspricht. Die Sanierung der Zimmer ist weitestgehend abgeschlossen», meint Koch.
Ein neuer Gönnerverein fürs Kloster
Der Stiftungsrat habe die Stifterinstitutionen zudem gebeten, den jährlichen Beitrag an die aufgelaufene Teuerung anzupassen, «was der Gemeinderat Dornach so für das Budget 2027 aufgenommen hat. Ich hoffe sehr, dass die weiteren Stifter diesen Antrag ebenfalls gutheissen werden. Weitere Mittel wurden nicht angefragt; abgesehen von den Kulturbeiträgen, die direkt in Zusammenhang mit den Kultur- und Garten-Projekten stehen», führt Koch aus und ergänzt: «Stifterbeiträge haben keine Zweckbestimmung ausser diejenige des Stiftungszwecks; entsprechend werden Beiträge nicht mittelbar zugeordnet. Zweckbindungen liegen selbstverständlich bei Beiträgen von Stiftungen und den Swisslos-Fonds Basel-Landschaft und Solothurn im Bereich Kultur/Klostergarten vor.» Die Gelder fliessen in Ausstellungen, Konzerte und in die Gartenerneuerung.
Neben der Freunde des Klosters Dornach gebe es neu den «Gönnerverein Club 1676 mit dem Zweck einer ideellen und finanziellen Unterstützung, insbesondere für die Pflege der historischen Anlage des ehemaligen Kapuzinerklosters Dornach». Die Stiftung habe diesbezüglich eine Statutenänderung vorgenommen. «Die Statuten der Stiftung wurden, neben kleineren formalen Anpassungen, dahingehend ergänzt, dass der Gönnerverein Club 1676 Zustifter ist und damit die Möglichkeit eines Einsitzes im Stiftungsrat hat.» Die Statutenänderung sei noch nicht rechtskräftig; «entsprechend ist noch kein Geld geflossen und es ist noch nicht kommuniziert, wer Einsitz in die Stiftung nehmen wird», führt die Stiftungspräsidentin aus.


