Lachs soll in der Birs heimisch werden

Das Kraftwerk Dornachbrugg ist für den Lachs bis anhin ein unüberwindbares Hindernis. Jetzt haben die Regierungsräte von Baselland und Solothurn entschieden, dass die Kraftwerkbetreiber bis 2019 den Weg für den Lachs frei machen müssen.

Kein Durchkommen für Lachse: Die bestehenden Auf- und Abgänge müssen verbessert werden.  Foto: Edmondo Savoldelli
Kein Durchkommen für Lachse: Die bestehenden Auf- und Abgänge müssen verbessert werden. Foto: Edmondo Savoldelli

Bea Asper

Vor 100 Jahren war der Lachs in der Schweiz ein wichtiger «Brotfisch» und wurde in der Rheinfischerei in grossen Mengen gefangen. Ein halbes Jahrhundert nachdem dieser Fisch in der Schweiz ausgestorben ist, soll nun der Atlantische Lachs in der Birs wieder heimisch werden. Das ist jedenfalls das Ziel eines internationalen Projekts, an dem die Schweiz partizipiert. Gemäss Studienbericht des Bundesamts für Umwelt weist die Birs von allen Rheinzuflüssen die beste Voraussetzung auf für die Lachsrückkehr. Verbesserungsmassnahmen an den Kleinkraftwerken hinauf bis ins Laufental seien für den Erfolg des gesamten schweizerischen Lachsprogrammes jedoch entscheidend.

Wie der neue Fischpass für Dornachbrugg aussehen wird, kann Meinrad Schmidlin von der Birseck Hydro AG in Münchenstein noch nicht sagen. «Wir werden Ingenieure mit dem Variantenstudium beauftragen.» Die Vorschläge müssten später dem Bundesamt für Umwelt vorgelegt werden. Die Finanzierung erfolge aus dem Swissgrid-Topf, der mit 0,1 Rappen pro Kilowattstunde verbrauchtem Strom gespeist wird.

Wie hoch die Kosten sein werden, ist noch nicht absehbar. Die Verhältnismässigkeit spiele eine Rolle, erklärt Schmidlin. «In der jetzigen Verfügung ist kein Kostendach enthalten. Der Auftrag lautet, für die Fische den Auf- und neu auch den Abstieg so zu gestalten, dass der Lachs das Kraftwerk passieren kann.» In Dornachbrugg – wie übrigens auch bei der Turbine beim Wasserfall Laufen – sei es aufgrund der Platzverhältnisse nicht leicht, die bestehenden Fisch-Aufgänge zu verbessern. Noch schwieriger gestaltet sich die Realisierung von Fisch-Abgängen. «Solche Abgänge gibt es fast nirgends, dies erfolgt in der Regel mittels Überlauf bei Hochwasser», gibt Schmidlin zu bedenken.

Rückkehr bis 2020

Dass die Regierungsräte der Kantone Baselland und Solothurn die Betreiber auffordern, bis 2019 ihre Kraftwerke für den Lachs zu sanieren, kommt für Jost Müller, Geschäftsführer WWF Region Basel, nicht überraschend. «2011 trat das neue Gewässerschutzgesetz in Kraft. Dieses schreibt ökologische Umbauten der Kraftwerke vor und stellt die nötigen Mittel dafür bereit», betont Müller. «Der WWF und die internationale Vereinbarung aller Rheinanliegerstaaten planen die Rückkehr des Lachses in die Schweiz bis 2020.» Verschiedene Staustufen am Oberrhein seien noch nicht passierbar. «Hier ist die Electricité de France gefordert. Von der Sanierung dieser Werke hängt es ab, ob bis 2020 tatsächlich der Lachs in grösseren Mengen nach Basel und weiter kommt. An der Birs sollten bis dann die Sanierungen erfolgt sein», führt Müller aus.

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