Jenzer baut Onlinehandel für Fleischwaren auf

Christoph Jenzer hat eine überregionale Bestellplattform für Fleischwaren und Delikatessen aufgebaut. Sie soll für Schweizer Metzgereien einen Rückstand im digitalen Warenhandel aufholen.

Innovativer Unternehmer: Christoph Jenzer aus Arlesheim. Foto: WOB Archiv
Innovativer Unternehmer: Christoph Jenzer aus Arlesheim. Foto: WOB Archiv

Am Dienstag wurde der Schlaraffenland-Shop, die neue digitale Einkaufsplattform für Metzgereien- und Delikatessenhändler eröffnet. Christoph Jenzer, einer der beiden Initiatoren des Projekts, hält die Umstellung von analoger auf digitale Bestellung im Fleischereihandel für einen längst fälligen Schritt. «Jeder Tante-Emma-Laden im hintersten Dörflein nutzt Strichcodes für elektronische Bestellungen – nur wir Metzger nicht», bemängelt er. Die bisherige Warenhandelsadresse für Anbieter und Abnehmer von Fleischprodukten war das Metzger-Center Zürich, kurz MC+. Als dieses ankündigte, auf Ende Januar 2021 dichtzumachen, beschlossen Christoph Jenzer und Metzgermeister Michael Stübi, eine neue Bestellplattform ins Leben zu rufen und das Angebot des bestehenden Hoga­shops auszubauen. Die beiden konn-ten in kurzer Zeit 30 Aktionäre für die Gründung des Schlaraffenland-Shops gewinnen sowie 18 Lieferanten, die ein Sortiment von über 28000 Artikeln bereitstellen.

Effizienteres Arbeiten

Für die Kunden, die den Hogashop bereits von MC+ kennen, ändert sich einerseits die Bestellweise, ab dem 1.Februar werden Bestellungen nur noch elektronisch entgegengenommen. Die Kommunikation nur noch über einen Online­kanal zu leiten statt wie zuvor analog über Fax, Telefon und E-Mail, vereinfache und präzisiere die Arbeitsabläufe und beuge Doppelspurigkeiten und Übermittlungsfehlern vor, wie Jenzer erklärt.

Als weitere Effizienzsteigerung arbeitet der Schlaraffenland-Shop mit dem System Crossdock. Dabei verpackt und adressiert der Lieferant die bestellte Ware selbst, an einem Umschlagpunkt wird die Ware an den Transporteur übergeben und gelangt dadurch ohne Zwischenlager direkt zum Kunden. Dies ist schneller, ökologischer und kostengünstiger, da Lieferungen zum Zwischenhändler und damit verbundene Wartezeiten und Verzögerungen erheblich reduziert werden können.

«Unsere Ware ist unglaublich viel frischer, weil wir nur noch produzieren, was bestellt ist, und sie so ohne Zwischenlager zum Empfänger geliefert wird», betont Jenzer. Sein Unternehmen hat bereits viele Erfahrungen zum Thema Onlineshop und Warenversand sammeln können, für Privatkunden bietet es seit über einem Jahr Heimlieferungen, Pick-up-Möglichkeiten und Nacht-Express-Versand per Post für Onlineshop-Bestellungen an. Dieses Know-how kann Christoph Jenzer nun für seine neue Plattform nutzen.

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