In Finnland formte er Titelhamster: Ein Grieche soll Sm’Aesch flottmachen

Sm’Aesch-Pfeffingen hat die Nachfolge des scheidenden Trainers Timo Lippuner geregelt. Der 37-jährige Grieche Sotiris Gkotsis übernimmt ab der kommenden Saison und soll das erreichen, was ihm in Finnland bravourös gelungen ist.

Startet im Herbst: Der Grieche Sotiris Gkotsis soll Sm’Aesch an die Spitze führen. Foto: zvg

In seiner 25-jährigen Geschichte wartet Sm’Aesch-Pfeffingen immer noch auf den ersten richtigen Titel. Denn bis auf den Supercup 2020 wurden im Birstal noch keine Trophäen in die Luft gestemmt, obwohl der Klub seit Jahren Titelambitionen hegt. Weil die Entwicklung unter Trainer Timo Lippuner zuletzt sogar in die andere Richtung ging und Sm’Aesch in dieser Saison maximal noch Fünfter werden kann, wurde der Vertrag mit dem Solothurner vorzeitig aufgelöst. Lippuner hat demzufolge nur noch eine Chance, derjenige Trainer zu sein, der Sm’Aesch zum ersten Titel der Vereinsgeschichte führt: den Cupfinal am 5. April gegen Neuchâtel UC. Doch dass der Seriensieger gegen ein immer wieder schwächelndes Sm’Aesch unterliegt, wäre eine grosse Überraschung.

Ab der kommenden Saison wird dann Sotiris Gkotsis derjenige sein, der das Team wieder in die nationale Spitze führen soll. Der 37-jährige Grieche hat am Sonntag einen Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben und kommt aus Finnland in die Schweiz. Dort war er seit 2021 Headcoach von Pölkky Kuusamo und formte aus dem Mittelfeldklub einen Titelhamster.

Im ersten Jahr gewann Gkotsis mit Pölkky, das aus dem Finnischen übersetzt «Block» heisst, gleich das Double. 2022 und 2023 wurde die Meisterschaft erfolgreich verteidigt, und auch in dieser Saison ist Gkotsis mit seinem Team als Sieger der Regular Season und im Playoff-Halbfinal auf gutem Weg, sich mit dem vierten Meistertitel in Serie zu verabschieden. Gkotsis sagt: «Ich teile die Visionen und die Ziele der Verantwortlichen von Sm’Aesch. Wir wollen zusammen wachsen und tolle Dinge erreichen.»

Gegen Konkurrenz aus dem In- und dem Ausland durchgesetzt

Sm’Aesch-Geschäftsführer Fabio Back hat sich auf der Trainersuche auch mit bekannten Wegbegleitern von Gkotsis ausgetauscht. Mittelblockerin Cara McKenzie und die Schweizer Nationalspielerin Julie Lengweiler spielten bei Pölkky unter Gkotsis. Bei der rumänischen Frauennationalmannschaft ist Galatasaray-Trainer Guillermo Naranjo Hernandez, der mit seinem Team im Herbst in Aesch gastierte, der Chef von Assistenzcoach Gkotsis. Alle waren sie voll des Lobes hinsichtlich der Trainerqualitäten des Griechen, weshalb er sich in dem gut einmonatigen Auswahlverfahren seit der Entscheidung, Lippuners Vertrag aufzulösen, gegen die anderen Bewerber aus dem In- und Ausland durchsetzte. Back erklärt: «Mit Sotiris hat es von Anfang an gematcht. Das erste Videogespräch dauerte schon über zwei Stunden. Wir teilen die gleichen Werte und haben den gleichen Ehrgeiz. Er wurde uns von allen Seiten ans Herz gelegt, und die Resultate in Finnland sprechen für sich.»

Ab August wird Gkotsis, der bereits in die Kaderplanung für die kommende Saison eingebunden ist, in Aesch erwartet. Im Herbst startet dann die neue Saison, in der Sm’Aesch natürlich wieder von einem Titel träumt. Denn auch bei Neuchâtel UC gibt es einen Umbruch mit Trainerwechsel. Erfolgstrainerin Lauren Bertolacci wechselt nach sieben Jahren mit acht Titeln nach Frankreich und wird durch Cheseaux-Coach Laura Girolami ersetzt – ein weiteres Titelargument für Sm’Aesch.

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