In Arlesheim steht bald ein Quantencomputer

Das Quanten-Zentrum im Entwicklungsareal Uptown Arlesheim schafft den Coup: Die Firma Quantum Basel erhält definitiv einen Quantencomputer vor Ort. Zudem haben kommerzielle Kunden ab sofort Zugriff auf noch leistungsfähigere Technologie.

Im Cyber-Hochsicherheitstrakt: Architekt Hans-Jörg Fankhauser (l.) mit Damit Bogdan, CEO Quantum Basel. Foto: Roland Schmid
Im Cyber-Hochsicherheitstrakt: Architekt Hans-Jörg Fankhauser (l.) mit Damit Bogdan, CEO Quantum Basel. Foto: Roland Schmid

Im Schorenareal Arlesheim entsteht bis 2024 der erste voll kommerziell nutzbare, physische Quantencomputer. Das ist für das Unternehmen Quantum Basel ein grosser Fortschritt: Bislang erfolgte der Zugriff auf kommerzielle Quantenleistung über Schnittstellen. Neu wird somit neben den Hochleistungsanschlüssen auch ein vollwertiger Quantenrechner im Entwicklungsareal Uptown Basel stehen.

Dass der Zugriff aktuell über Schnittstellen erfolgt, ist unter den so genannten Quanten-Hubs noch üblich. Die Quantenrechner selbst verschlingen nicht nur grosse Mengen an Energie, sie sind auch auf hochspezialisierte Installationen angewiesen. Entsprechend existieren weltweit neben Forschungsexemplaren erst einige grosse Quantenrechner, auf welche die Quanten-Hubs per Hochleistungskabel zugreifen können.

Entsprechend ist die Tatsache, dass im Uptown Basel eigens ein solcher Rechner eingerichtet wird, durchaus bemerkenswert: Das Entwicklungsgebiet des ­Basler Investors Thomas Staehlin und seiner Familie wird entsprechende Infrastrukturen installieren müssen; dazu gehört auch eine Kühlungsanlage, welche den Kern dieses Computers auf den absoluten Nullpunkt kühlen kann.

Das Streben nach «Quantum Valley»

Hersteller des Arlesheimer Quantenrechners ist die Firma IonQ, die heute schon solche Rechner betreibt. Diese basieren auf Ionenfallen, woher sich auch der Firmenname ableitet. Fürs Grundverständnis der Technologie ist wichtig, dass Quantencomputer mit Informationsleitern auf atomarer Ebene arbeiten. Dies im Gegensatz zu heute gängigen Computern, die auf Halbleitertechnologien beruhen, mittels deren elektronisch Einsen und Nullen ausgetauscht werden.

Mit IonQ hat Quantum Basel zudem weitere Verträge abgeschlossen, die ab sofort den Zugriff auf weitere bestehende Rechenzentren erlauben. Zudem wird IonQ laut der Mitteilung von Quantum Basel ein Innovationszentrum für die gesamte EMEA-Region – also Europa, mittlerer Osten und Afrika – auf dem Campus aufbauen.

Somit erhält die Region Basel die Möglichkeit, zu einem Teil eines globalen «Quantum Valley» zu werden. Quanten-Computing wird heute vor allem in den Bereichen Logistik, ­Financial Services, industrielle Produktion sowie Life Science eingeführt und eingesetzt.

Arlesheim und Uptown einig

bz. Die Arealentwicklung Uptown Basel kommt zonenrechtlich vorwärts. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, konnte der Landabtausch mit dem Kanton erfolgreich abgeschlossen werden. Damit kann der Standort in Arlesheim weiter wachsen und ausbauen. Dabei geht es um mehrere Parzellen, die Uptown Basel für die vollumfängliche Entwicklung sein Eigen nennen muss. Oder wie es das Unternehmen in einer Medienmitteilung formuliert: «Diese Landbereinigung war Voraussetzung für die Unterzeichnung des Quartierplanvertrags ‹Untere Weiden II› zwischen Uptown Basel und der Gemeinde Arlesheim.»

Die Baselbieter Regierung stimmte dem Quartierplan am Dienstag entsprechend zu, womit das Quartierplanverfahren abgeschlossen ist. Darüber hinaus hat der Kanton auch das Kaufrecht für eine Fläche im Süden des Areals erhalten, wo das neue Gebäude der Kantonspolizei entstehen wird. Die Polizei ist aktuell in einem Uptown-Gebäude eingemietet, das zurückgebaut wird.

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