Im Schmelztiegel der internationalen Kurzfilmwelt

In der Woche vom 30.August geht das 15.Basler Gässli Film Festival über die Bühne, an dem die aktuell angesagtesten Kurzfilme präsentiert werden. Im «Delegiertenteam» engagieren sich auch zwei passionierte Kreativköpfe aus dem Birseck.

Am Ort des Geschehens: David Müller und Giulia Weber auf der «Piazza» beim Gerbergässli. Foto: Florin Bürgler
Am Ort des Geschehens: David Müller und Giulia Weber auf der «Piazza» beim Gerbergässli. Foto: Florin Bürgler

Noch ist es ruhig und leer. Doch schon bald wird sich die «Piazza», wie der kleine Platz beim Gerbergässli im Festivalvokabular genannt wird, in einen Schmelztiegel der nationalen und internationalen Kurzfilmwelt verwandeln. An vorderster Front bei der Planung und der Umsetzung mit dabei sind Giulia Weber und David Müller – eine Arlesheimerin und ein Aescher mit grosser Leidenschaft für das Medium Kurzfilm.

Giulia Weber ist eine der sieben Delegierten im Organisationsteam des Gässli Film Festival und ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media. Die 24-Jährige ist in Arlesheim aufgewachsen, lebt mittlerweile in Basel und studiert Kunstgeschichte und Medienwissenschaften. «Das Festival dauert fünf Tage, aber meine Arbeit ist eigentlich durchgehend. Meine Aufgabe ist es, darauf aufmerksam zu machen, was bei uns läuft. Dazu gehören beispielsweise Medienkontakt, Pressemitteilungen, der Newsletter oder die Social-Media-Kanäle», erklärt Weber. Seit etwas mehr als einem Jahr ist sie im Delegiertenteam – eine glückliche Fügung, wie sie meint: «Davor hatte ich keine Erfahrung in diesem Bereich, ich habe während des Studiums in der Gastronomie gearbeitet. Als ich dort ohne weiteren Plan kündigte, sah ich diese Stelle beim Gässli-Festival. Das war wie mein Heiliger Gral», meint Weber.

Schon etwas länger an Bord ist der 45-jährige David Müller, zuständig für Design und Gestaltung. Er ist in Aesch aufgewachsen und lebt – über weite Umwege – heute wieder im Dorf. Für ein Studium der Film- und Fernsehregie zog es ihn nach Berlin, danach nach Kam­bodscha und schliesslich vor fünf Jahren wieder zurück in die Heimat. «Dass es mich nach meinen Erfahrungen in der grossen weiten Welt wieder zurück nach Aesch verschlägt, hätte ich mir als Teenager nicht vorstellen können. Doch jetzt geniesse ich die schönen Spaziergänge in den Reben der Klus», sagt Müller schmunzelnd. Über die Bekanntschaft mit dem aus Gempen stammenden Gässli-Gründers, Giacun Caduff, rutschte Müller vor fünf Jahren ins Festivalteam.

Zunehmende Begeisterung für Kurzfilme

Die Faszination für das Festival wie auch für die Kurzfilmszene ist den beiden förmlich anzusehen. «Ich habe die Welt der Kurzfilme erst durchs Gässli-Festival kennen und dann lieben gelernt. Es freut mich sehr, dass derzeit weltweit Kurzfilmfestivals aus dem Boden spriessen», erklärt Müller. Weber hat dafür auch schon eine mögliche Erklärung: «Das ist ein Phänomen der jüngeren Generation, weil eher das Kurzweilige im Vordergrund steht. Der Kurzfilm ist der perfekte Mittelweg zwischen Spielfilm und Serie.»

Christoph Schaub als Ehrengast

So lockt das Gässli Film Festival ab dem 30. August während fünf Tagen auf die Piazza beim Gerbergässli. Rund 2000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet – alles ist öffentlich und ausser dem Workshop und dem «Industry-Lunch» auch gratis. Aus den über 200 eingereichten Kurzfilmen werden rund 30 bis 40 ausgewählt, die dann in acht verschiedenen Kategorien Preise gewinnen können. Erneut wird auch ein Musikvideo-Award verliehen – dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem parallel stattfindenden Jugendkulturfestival. «Die Idee ist, dass man sich zuerst die Musikvideos anschaut und anschliessend gleich die jeweiligen Konzerte besuchen kann», meint Weber. Zudem konnte mit Christoph Schaub eine echte Schweizer Filmemachergrösse als Ehrengast gewonnen werden. «Christoph Schaub stammt aus der Zürcher Jugendkultur und bedient viele verschiedene Bereiche des Filmemachens. Zudem hat er bereits ähnliche Quartierkinos organisiert – das passt wunderbar zu uns», meint Müller.

Die letzten Vorbereitungen laufen, und der Endspurt sei immer besonders stressig. «Aber es lohnt sich, dafür mache ich gerne ein paar Überstunden. Es ist unbezahlbar, die Begeisterung in den Gesichtern der Leute zu sehen», schwärmt Weber. Und Müller regt an: «Also einfach ins Tram steigen, bis zum Barfi fahren und diesen Mikrokosmos auf der ‹Piazza› erleben.» Eine Anreise, die sich mit dem Ende der Dreispitz-Baustelle im August zudem erheblich erleichtern dürfte.

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