Hochbetrieb auf dem neuen Ponyhof

Seit einem Jahr gehört der Ponyhof Reinach der Stiftung Proterapia. An einem Fest konnte sich die Bevölkerung nun einen Eindruck verschaffen.

Ansprachen: Gemeindepräsident Pulver (r.) hielt die Laudatio. Neben ihm die Stiftungsräte Niggi Thurnherr (2. v. r.), Gabriela Pertner Volpe (2. v. l.) und Gabriel Plinke. Foto: Heiner Leuthardt
Ansprachen: Gemeindepräsident Pulver (r.) hielt die Laudatio. Neben ihm die Stiftungsräte Niggi Thurnherr (2. v. r.), Gabriela Pertner Volpe (2. v. l.) und Gabriel Plinke. Foto: Heiner Leuthardt

Es sei keine Eröffnung, vielmehr ein «Tag der offenen Tür» – und so gesehen eben doch so etwas wie eine Eröffnung, eine offizielle wenigstens. Niggi Thurnherr sprudelt vor Freude und sagt weiter: «Wir möchten der Bevölkerung zeigen, was wir hier seit einem Jahr Schönes aufgebaut haben.» Thurnherr ist Stiftungsrat bei der Stiftung Proterapia, die sich für die Förderung tiergestützter Therapien einsetzt und im Juni 2025 den Ponyhof Reinach von den vorherigen Besitzern abgekauft hat. Betreiberin ist das Therapie- und Begegnungszentrum Differentia GmbH, welches sich unter anderem der – wie es im Fachjargon heisst – Therapeutischen Dual-Aktivierung (TDA) verschrieben hat. Diese hat das Ziel, einerseits die Verbindung zwischen Mensch und Pferd zu fördern, andererseits beim Menschen Motivation, Selbstbewusstsein, Konzentration und Freude zu steigern. Die TDA kommt etwa bei hyperaktiven Kindern oder Legasthenie zum Einsatz. «Die renovierten und in Stand gesetzten Stallungen sind bereits seit einem Jahr in Betrieb. Diese machen wir während des Festes heute nicht zugänglich, da die Pferde ihre Ruhe brauchen», so Thurnherr. Das Fest, welches am Samstagnachmittag bei Hochsommerwetter und Alphornklängen stattfand, stiess bei der Reinacher Bevölkerung sehr wohl auf Interesse. Vorher-Nachher-Fotografien zeigten den Besuchenden, mit welchem Aufwand die neuen Besitzer und Betreiber das Haus zu neuer Frische gebracht hatten. «Bistro, Seminarraum und Küche sind jetzt auch so weit fertig, dass sie genutzt werden können.» Im Gegensatz zu den Therapieangeboten wird das Bistro von der Stiftung selbst betrieben.

Auf Spenden angewiesen

Die Gemeinde Reinach hatte das Projekt, das dem Ponyhof nach dem Verkauf neues Leben einhauchen soll, mit einer Anschubfinanzierung aus dem Stalder-Fonds – dem Legat des 2022 verstorbenen Reinachers Paul Stalder-Leuthard – in der Höhe von 50 000 Franken unterstützt. Entsprechend war am Samstag auch Gemeindepräsident Ferdinand Pulver (FDP) eingeladen worden, um ein paar Worte, eine Laudatio, zu sprechen: «Einen Ponyhof aufzubauen, ist ein Weg mit Hindernissen. Umso grösser gilt mein Respekt den Menschen, die mit Beharrlichkeit drangeblieben sind.» Stiftungsrat Thurnherr unterliess es zudem nicht, dem Ehepaar Klaus und Irene Endress zu danken: «Sie gaben uns mit einem Startkapital den nötigen Kick, um uns überhaupt an das Projekt heranzuwagen.» Natürlich habe es noch viele andere Spenderinnen und Spender gegeben: «Ihnen allen gebührt unser Dank.» Die Stiftung sei auch in Zukunft auf Spendengelder angewiesen, um den Ponyhof zu betreiben.

Die treibende Kraft, den Ponyhof aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken, ist Stiftungsratspräsidentin Gabriela Pertner Volpe. Sie will aus dem ehemaligen Ponyhof mehr machen als ein Therapiezentrum. «Es wird ein Sport- und Freizeitort für die Bevölkerung von Reinach», sagt sie. Im Klubbistro kochen und backen Bekannte von Pernter Volpe – am Samstag konnten die Besucherinnen und Besucher sich bereits kulinarisch verköstigen. Der Eintritt ins Bistro erfolgt mit einer Member-Karte, die man für 50 Franken kaufen kann. Für diese gibt es dann eine Spendenbestätigung.

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