Heimspiel mit «Hühnerhaut-Momenten»

Das 32. Eidgenössische Jodlerfest ist für die lokalen Jodlerclubs ein Heimspiel. So sieht ihr Programm aus.

Hoffen auf ein gutes Resultat: die Jodlerinnen und Jodler des Jodlerklubs Reinach. Fotos: zvg

Hoffen auf ein gutes Resultat: die Jodlerinnen und Jodler des Jodlerklubs Reinach. Fotos: zvg

Bereit für den Festumzug: Die alte Postkutsche aus dem Heimatmuseum Schwarzbubenland, die bis 1927 zwischen Dornach, Gempen und Hochwald fuhr.

Bereit für den Festumzug: Die alte Postkutsche aus dem Heimatmuseum Schwarzbubenland, die bis 1927 zwischen Dornach, Gempen und Hochwald fuhr.

Dieses Wochenende steht Basel im Zeichen des Jodlerfests. An drei Tagen finden über 1200 Vorträge in verschiedenen Kategorien statt. Den Auftakt bildet die Eröffnungsfeier am Freitag, 26. Juni, um 14 Uhr auf dem Petersplatz. Höhepunkt ist der Festakt am Sonntag. Dieser beginnt um 10 Uhr auf dem Marktplatz und endet mit dem Festumzug um 14 Uhr. Über 2500 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 80 Formationen laufen vom Basler Münster via Freie Strasse und Marktplatz über die Mittlere Brücke bis zur Messe. Die teilnehmenden Gruppen zeigen volkstümliches Brauchtum in allen Facetten auf Wägen und als marschierende Formationen. Ebenso nehmen regionale Musikformationen teil sowie Tiere wie Kühe, Ziegen oder Sennenhunde.

Mit von der Partie sind auch die drei lokalen Jodlerclubs: der Jodlerclub Arlesheim, der Jodlerklub Reinach und die Schwarzbuebe-Jodler Dornach. Wir haben mit den drei Vereinen über das bevorstehende «Heimspiel» in Basel gesprochen.

Gemeinsamer Ausklang auf dem Dorfplatz

«Seit Wochen bereiten wir uns intensiv, mit viel Herzblut und grosser Freude vor», sagt Regula Steiner vom Jodler-club Arlesheim. Die Arlesheimer haben ihren grossen Auftritt am Samstag um 17.30 Uhr in der Leonhardskirche. Einen Tag später nimmt der JCA auch am Festumzug teil – inklusive Festwagen. Die Vorbereitungen dafür liefen bereits auf Hochtouren, versichert Steiner. Und sie ergänzt: «Wir freuen uns, unseren Verein und unsere Heimat würdig zu präsentieren.»

Nach den Auftritten in Basel werden die Arlesheimerinnen und Arlesheimer am Sonntagabend um 18.30 Uhr auf dem Dorfplatz offiziell empfangen. Dort soll das Jodlerfest gemeinsam ausklingen. Der Jodlerclub Arlesheim freue sich auf viele bekannte Gesichter in Basel und auf ein unvergessliches Eidgenössisches Jodlerfest.

Wagenbauarbeiten seit Anfang Januar

Auch die Jodlerinnen und Jodler des Jodlerklubs Reinach freuen sich auf ein unvergessliches Fest und schauen bereits mit Vorfreude auf das Wochenende. Heinz Jundt spricht von «Hühnerhaut-Momenten». Der Reinacher Klub ist bestens vorbereitet auf seinen Vortrag: «Geübt wurde auch noch ausserhalb der ordentlichen Proben, innerhalb der einzelnen Stimmregistern», verrät Jundt. Entsprechend sind auch die Erwartungen hoch. «Anlässlich des Expertisensingens in Muttenz vom 9. Mai haben wir einen sehr positiven Bericht erhalten, welcher uns auf ein gutes Resultat hoffen lässt», sagt Jundt. Der Jodlerklub Reinach tritt am Samstag um 9.30 Uhr in der Aula der Universität am Petersplatz auf.

Auch am Sonntag hat der Jodlerklub Programm. «Für die Resultatverkündung vom Sonntagvormittag ist der ganze Klub beisammen», sagt Jundt. Danach steht der Festumzug auf dem Programm. Eigens dafür wurde eine Wagenbaugruppe ins Lebens gerufen, die mit ihren Arbeiten bereits im Januar begonnen hat. Zum Abschluss am Sonntagabend reist der Klub zusammen nach Reinach zurück, wo ein Empfang durch die Dorfvereine inklusive Ehrung ansteht.

Alte Postkutsche kriegt eine Ausfahrt – und ein Kleidernovum

Etwas harzig liefen die Vorbereitungen der Schwarzbuebe-Jodler Dornach – hier macht sich der Mitgliederschwund bemerkbar. «Wir werden nach dem Fest sehr aktiv und versuchen, mit offener Probe am 24. August im Kloster Dornach Neumitglieder zu finden», sagt Präsident Klaus Boder. Er hofft trotzdem auf ein gutes gesangliches Resultat.

Ein besonderer Moment wird für die Schwarzbuebe-Jodler der Festumzug sein. Denn die Schwarzbuben sind dort mit der alten Postkutsche, welche bis 1927 die Strecke Dornach–Gempen–Hochwald fuhr und von zwei Pferden gezogen wird, unterwegs. Neben dem Festumzug freuen sich die Schwarzbuebe-Jodler auf das «Gässle» in der Innenstadt. Die hohen Temperaturen sorgen dabei für ein Novum: «Wir werden am ganzen Fest ohne Kittel unterwegs sein.» Dies sei in der langen Zeit der Schwarzbzuebe-Jodler Dornach das erste Mal, dass dies bereits eine Woche vor dem Fest entschieden wurde, so Boder.

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