Eine Nacht, die Türen öffnen kann

An der Industrienacht Regio Basel präsentieren sich verschiedene Unternehmen aus der Um­gebung. Dabei hoffen sie, auch auf künftige Lehr­linge zu treffen.

Neue Technologien entdecken: Auch Uptown Basel öffnet seine Tore für die Forscherinnen und Forscher von morgen. Foto: Industrienacht Regio Basel / Samuel Bramley

Den Abend des 19. April sollten sich Jugendliche, die sich eine Ausbildung in einer industriellen Branche vorstellen könnten, frei halten. Dann nämlich findet die zweite Industrienacht Regio Basel statt. Mehr als 180 Programmpunkte an 52 Standorten unterhalten das Publikum.

So kann man bei Vito in Münchenstein etwa Pizza backen oder bei Actemium in Arlesheim lernen, wie Roboter programmiert werden. Gerade Jugendliche haben die Möglichkeit, einmal von ganz nah zu sehen, was hinter den Fabrikmauern vor sich geht. «Ist das auch etwas für mich?», dürfte eine der Fragen sein, die sich Lehrstellensuchende stellen. Sei es, bei einer Bäckerei in den Teig zu greifen oder ein Innenleben eines Kieswerks anzusehen – die Optionen sind vielfältig.

Industrienacht lohnt sich für Unternehmen

«Es ist eine gute Gelegenheit, einem breiteren Publikum unsere Arbeit näherzubringen», freut sich Martin Raab. Der Sprecher von Endress + Hauser erklärt: «Unsere Messtechnik befindet sich nicht im Blickfeld der Öffentlichkeit.» Dennoch habe sie einen «riesigen» Einfluss auf unser Leben, damit das Wasser sauber bleibe oder Medikamente wirken würden. «So können wir zeigen, was Endress + Hauser macht und was wir mit unserer Arbeit bewegen können.» In der Industrienacht können nicht nur Erwachsene ihre Neugier stillen – vor allem auch Jugendliche möchte E + H anziehen. Spannend dürfte dabei der Blick in die Ausbildungswerkstatt sein. Interessierte, die sich bald auf Lehrstellensuche begeben werden, können dort mit Auszubildenden und Ausbildenden das Gespräch suchen. Zusätzlich tritt die Reinacher Firma auch als Sponsor auf.

Beteiligt ist sie auch an einer Fuchsjagd, die zu fünf Firmen im Reinacher Kägen-Areal führt. Bei jedem dieser Unternehmen gibt es eine Frage, die beantwortet werden muss. Diese Kollaboration haben Endress + Hauser, kmu Reinach, Business Parc, Birkhäuser und Neoperl ins Leben gerufen, um zu zeigen, was in Reinach alles produziert und hergestellt wird. Letztere möchte auch zeigen, wie man mit ihren Produkten Wasser und Energie sparen kann.

Firmen lernen zukünftige Lehrlinge kennen

Die Linie E der extra bereitgestellten ­Shuttlebusse fährt alle Interessierten vom Reinacher Kägen Richtung Arlesheim, wo beispielsweise bei der Felix Transport Führungen besucht werden können. «Wir zeigen den Weg der Waren von der Erfassung über den Auftrag bis in den Lastwagen», fasst Geschäftsleitungsmitglied Nicole Eggenschwiler zusammen. «Wir waren letztes Mal schon dabei und haben tolle Erfahrungen gemacht.» So seien ­viele Familien auf das Areal gekommen. Was Eggenschwiler besonders freut: «Wir konnten über die Industrienacht Lernende rekrutieren.» Es sei ein ungezwungener Rahmen, und man komme einfacher ins Gespräch. Die Mitarbeitenden seien an solchen Anlässen gerne dabei, und der Gewinn für Felix Transport sei sehr gross. Dabei meint Eggen­schwiler nicht monetären Gewinn – die Firma profitiere immateriell.

Ein Ticket für 52 Unternehmen

Insgesamt öffnen 52 Unternehmen ihre Türen und bieten von 17 Uhr bis um ­Mitternacht Einblicke in ihren Produk­tions- und Geschäftsalltag. Für den gesamten Besuch ist nur ein einziges Ticket nötig. Tickets gibt es online, an den Vorverkaufsstellen oder an einer der elf Abendkassen. Regulär kostet das Ticket 10 Franken. Personen mit Kulturlegi oder Colourkey sowie Kinder unter 12 Jahren, Schulklassen und geflüchtete Personen erhalten einen Gratiseintritt. Im Ticket inbegriffen ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten TNW-Gebiet.

­industrienacht.com

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