Einbahnregime: Geduld ist angesagt
Ab Montag ist die Bruggstrasse nur noch Richtung Dornach befahrbar. Wer in Richtung Reinach will, muss bis Ende Juli 2027 einen Umweg fahren.

Die Bruggstrasse in Reinach ist ein viel befahrenes Stück Asphalt: Rund 20000 Autos passieren die Strasse täglich. Die neu entstandenen Quartiere wie etwa die Überbauung Aere bringen weiteres Verkehrsvolumen mit sich. Seit Mitte 2025 wird die Bruggstrasse ausgebaut. Bereits fertiggestellt sind die zweite Spur in Fahrtrichtung Dornach und die neue Bushaltestelle. Auch der Fuss- und Veloweg sowie die Unterführung zum Wohngebiet Gstad sind gebaut. «Wir sind schneller vorangekommen als geplant», stellt Projektleiter Urs Oberli vom Tiefbauamt Baselland bei einer Begehung der Baustelle mit dem Wochenblatt zufrieden fest. Und dies trotz Hitzesommer: «Wir konnten morgens früher anfangen und am Nachmittag eher aufhören, daher gab es keine Verzögerungen.»
Buslinien können weiterhin über die Bruggstrasse fahren
Die Planung der Arbeiten ist anspruchsvoll: Hier treffen motorisierter Individualverkehr (kurz MIV), öffentlicher Verkehr sowie Velo- und Fussverkehr aufeinander. Bisher waren die Einschränkungen auf dem Baustellenabschnitt für den MIV gering: Es galt lediglich Tempo 30. Ab Montag beginnen nun die Bauarbeiten am Kreisel bei der Nepomukbrücke, was dazu führt, dass der MIV nur noch in Richtung Dornach fährt. Die Buslinien der BLT sowie Blaulichtorganisationen können während der gesamten Bauzeit weiterhin in beide Richtungen verkehren. Auch Velofahrende können in Richtung Reinach fahren. Für sie wird ein provisorischer Steg zur Gstadstrasse gebaut. Diesen nutzen auch die Fussgängerinnen und Fussgänger. Für die Fahrt Richtung Reinach überqueren die Velofahrenden dann die Bruggstrasse und nutzen anschliessend den neuen Fuss- und Veloweg.
Das Einbahnregime hätte bereits früher gelten sollen, doch die Bauphasen seien wiederholt angepasst worden, um die Einschränkungen für den Verkehr möglichst gering zu halten, sagt Oberli. Deshalb habe die Bruggstrasse länger als ursprünglich vorgesehen in beide Richtungen befahren werden können.
Bis zum 12. Dezember finden auf der südlichen Seite des Kreisels Bauarbeiten statt, danach verschiebt sich das Baugeschehen auf die nördliche Seite. Ab dem 13. Dezember ist die Zufahrt über die Dornacherstrasse in den Kreisel Richtung Dornach und Richtung Reinach wieder möglich. Allerdings ist ab dann die direkte Zufahrt in die Gstadstrasse unterbrochen, es wird eine temporäre Zufahrt zum Quartier geschaffen.
Sechs Kilometer Umweg
Das Einbahnregime dauert bis zum 30. Juli 2027. Für den Individualverkehr ist die Sperrung einschneidend und bedeutet eine Umleitung von rund sechs Kilometern: Wer in Fahrtrichtung Reinach unterwegs ist, muss über die Birseckstrasse Richtung Talstrasse und von dort zum Autobahnanschluss Reinach Nord. «Die Strecke wird ausgeschildert sein und von einem Verkehrsdienst begleitet», sagt Oberli. Auf den Umleitungsstrassen gilt weiterhin Tempo 50. «Wir haben die Einführung von Tempo 30 zusammen mit dem Kanton Solothurn geprüft, allerdings hat dieser eine Reduktion auf Dornacher Boden abgelehnt», so Oberli: zum einen, weil die gefahrene Geschwindigkeit schon jetzt nicht 50 km/h betrage, zum anderen, weil es weitere «unnötige Beschilderungen» bräuchte, was zu Ablenkung führen könne. Die Fussgängersicherheit sei durch Fussgängerstreifen und Trottoirs gegeben.
Kägenbrücke verzögert sich um ein Jahr
Klar ist: In den Quartieren, durch welche die Umleitung führt, wird es zu Mehrverkehr und Staus kommen. «Dessen sind wir uns bewusst, daher haben wir einen Verkehrsdienst engagiert und informieren Anwohnende mit Flyern», so Oberli.
Alternativen wie etwa ein Wechselverkehr mit Ampel oder die Nutzung der Brückentrottoirs für den Autoverkehr seien geprüft worden, liessen sich aus räumlichen oder statischen Gründen aber nicht umsetzen, so Oberli.
Während die Bauarbeiten an der Bruggstrasse schneller als geplant vorangehen, verzögert sich der Baustart beim Nachbarprojekt der geplanten neuen Velo- und Fussgängerbrücke über die Autobahn A18 ins Gewerbegebiet Kägen, da die Finanzierung zuerst noch durch den Landrat genehmigt werden müsse. Der Baustart ist nun im November 2027 vorgesehen, ursprünglich geplant war er im Herbst 2026.
Eigentlich war angedacht, dass die Fertigstellung der Kägenbrücke terminlich mit dem Ende der Bauarbeiten an der Bruggstrasse im Jahr 2028 zusammenfällt. «Das geht nun nicht mehr ganz auf», so Oberli. Die Kägenbrücke soll im Frühjahr 2029 fertiggestellt sein.


