«Atem des Friedens» feiert Premiere

Das renommierte Kammerorchester I Tempi gibt das erste Konzert der neuen Saison in Reinach. Das sagt dessen Dirigent vor dem «Heimspiel».

Tritt in seiner Wohngemeinde auf: Dirigent Gevorg Gharabekyan vom Kammerorchester I Tempi. Foto: zvg / Matthias Müller
Tritt in seiner Wohngemeinde auf: Dirigent Gevorg Gharabekyan vom Kammerorchester I Tempi. Foto: zvg / Matthias Müller

Gevorg Gharabekyans Begeisterung für Musik ist ansteckend. Schon im Alter von vier Jahren habe er seiner Mutter, einer professionellen Geigerin, beim Üben zugehört. «Ich habe eine intuitive Liebe zur Musik. Sie ist ein starkes Mittel, sich selbst zu entwickeln, und sie ist ein Spiegel der Seele. Man spürt sofort, wenn sie nicht ehrlich ist.» Gharabekyan ist Dirigent und Mitbegründer des Basler Kammerorchesters I Tempi. Er wohnt mit seiner Frau Sulamith Gharabekyan-Krieger, die Geschäftsführerin des Orchesters ist, und zwei Kindern in Reinach. Entsprechend findet das erste Konzert der neuen Saison am kommenden Samstagabend nicht in Basel, sondern zu Reinach in der Kirche St. Nikolaus statt.

«Atem des Friedens», so der Konzerttitel, biete ein «sehr fröhliches Programm, bei dem es einem nicht langweilig wird», verrät der Dirigent. Im ersten Teil ist Mozarts Klarinettenkonzert mit der weltweit bekannten deutsch-israelischen Klarinettistin Sharon Kam zu hören. «Sie spielt das so sinnlich, dass man Gänsehaut kriegt. Ich habe sie über ein Video auf dem Internet entdeckt und sie angefragt, ob sie mit uns spielen würde.» Im zweiten Teil folgt Beethovens 8. Sinfonie, die durch besondere Heiterkeit und Lebensfreude gekennzeichnet ist. «Zudem ist sie voll mit musikalischem Witz und schnellen Tempi», so Gharabekyan.

Die klangliche Fröhlichkeit ist nicht Zufall, sondern Programm, steht die neue Saison doch unter dem Gesamttitel «Klänge des Friedens». Entsprechend wird bei der zweiten Aufführung von «Atem des Friedens» am Sonntag im Stadtcasino Basel ein Chor mit rund 230 Sängerinnen und Sängern der Gymnasien Liestal, Muttenz und Leonhard Basel singen – da gibt es unter anderem Felix Mendelssohns «Verleih uns Frieden gnädiglich» zu hören. Aus Platzgründen findet das Konzert in Reinach ohne Choreinlagen statt. «Ich bin kein Politiker. Aber als Musiker frage ich mich, was ich zum Frieden beitragen kann», sagt Gharabekyan zum Thema der neuen Saison. Die Musik habe die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und sie spüren zu lassen, dass sie mehr verbindet als trennt.

Sinn für Detailarbeit

In Armenien geboren, begann Gharabekyan seine Laufbahn als Geiger. Sein Violinstudium absolvierte er bei Rainer Kussmaul in Freiburg im Breisgau, dem ehemaligen Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, sowie bei Adelina Oprean in Basel. Er wirkte als Konzertmeister und Kammermusiker in verschiedenen Formationen in der Schweiz und in Deutschland.

2013 hatte er mit anderen Berufsmusikern aus der Region Basel die Idee, ein eigenes Orchester zu gründen. «Wir wollten sowohl auf historischen als auch auf modernen Instrumenten musizieren. In Basel gibt es die Schola Cantorum für historische Musik und die allgemeine Musikhochschule. Es ist ein Luxus, diese zwei Welten in einer Stadt zu haben.» Zudem sollte sich «I Tempi» durch hohes Engagement und feine Detailarbeit auszeichnen: «Viele professionelle Orchester machen aus Zeit- oder Geldnot wenig Proben. Für mich ist das ein bisschen wie Fast Food in der Musik. Wir wollten ein Orchester mit Musikern gründen, die Sinn für Detailarbeit haben.» Jeder Musiker sei mit vollem Herzen dabei: «Oft sind es die Musiker selbst, die wünschen, diese oder jene Stelle nochmals zu proben. In einem Routineorchester kommt so etwas nicht vor», weiss Gharabekyan. Sein Orchester besteht derzeit aus 22 Streicherinnen und Streichern, etwa 15 Bläserinnen und Bläsern sowie einem Schlagzeuger.

Begeisterter Reinacher

Mit dem Konzert «Atem des Friedens» startet «I Tempi» in eine Saison mit Meisterwerken von Vivaldi, Mozart, Beethoven und Tschaikowsky bis zu Piazzolla. Begleitet wird das Kammerorchester jeweils durch hochkarätige internationale Solistinnen und Solisten. Im April gibt es zudem in Arlesheim und Basel erneut Konzerte mit Schülerinnen und Schülern, diesmal der Gymnasien Münchenstein und Oberwil.

Ebenso begeistert wie von der Musik zeigt sich der Dirigent übrigens auch von seiner Wohngemeinde Reinach. «Es war eigentlich ein Zufall, dass wir nach Reinach gekommen sind. Wir suchten ein Haus und wurden hier fündig.» Er und seine Familie fühlten sich in Reinach sehr wohl: «Wir haben zwei Kinder und stellten fest, dass Reinach eine sehr kinderfreundliche Stadt ist.»

 

Ticketverlosung

WOB. Das Wochenblatt verlost exklusiv 2×2 Tickets für das Eröffnungskonzert. Schreiben Sie dafür ein Mail mit dem Stichwort «I Tempi» an: wettbewerb@wochenblatt.ch. Name und Telefonnummer nicht vergessen!Teilnahmeschluss ist Freitag, 16. Oktober, 11 Uhr. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Viel Glück!

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