Ein meisterlich bestandener Charaktertest

Sm’Aesch Pfeffingen gewinnt das dritte Spiel gegen Kanti Schaffhausen mit 3:1 Sätzen und holt damit Meisterschafts­bronze. Ein versöhnlicher Abschluss nach dem bitteren Ausscheiden.

Ein Sieg der Qualität, aber auch der Emotionen: Die Birstalerinnen holten Bronze. Foto: Christoph Jermann
Ein Sieg der Qualität, aber auch der Emotionen: Die Birstalerinnen holten Bronze. Foto: Christoph Jermann

Am Ende jubelten sie ausgelassen, als hätten sie gerade den Meistertitel gewonnen. Sie hüpften im Kreis, machten Fotos und hielten stolz ihre Medaillen in die Kameras. Nach dem schlussendlich souveränen 3:1-Sieg gegen Kanti Schaffhausen im dritten und abschliessenden Spiel in der Serie um den dritten Platz darf sich Sm’Aesch über einen versöhnlichen Saisonabschluss freuen. Die Birstalerinnen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, auch wenn diese nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen wohl nicht mehr so klar war. Nach drei Wochen Quarantäne ohne Training gleich von null auf hundert gegen den Cupsieger aus Schaffhausen – für Sm’Aesch war die Serie um Platz drei gleich in vielerlei Hinsicht ein Charaktertest: Nach dem bitteren Corona-bedingten Ausscheiden im Halbfinal gegen Düdingen mussten die Spielerinnen von Trainer Andi Vollmer erst mal wieder Motivation fassen und auch körperlich auf Touren kommen. Grundsätzlich sind Spiele um den dritten Platz in Playoffs aussergewöhnlich und nach Ansicht wohl vieler Sportlerinnen und Sportler eine «Strafaufgabe». Das würden die Sm’Aesch-Verantwortlichen so nie zugegeben – dafür sind sie viel zu professionell –, doch sportlich war die Serie gegen die Ostschweizerinnen wenig bedeutend. Sie war viel mehr ein Charaktertest. Und den haben die Birstalerinnen meisterlich bestanden.

Mischung aus Wille und Lockerheit

Nach der eher schwachen Leistung am Mittwoch zuvor in Schaffhausen und dem mit 22:25 verlorenen Startsatz am Samstag in der Löhrenackerhalle drehte Sm’Aesch auf. Allen voran das Trio Luisa Schirmer, Kelly Bates und Madison ­Duello punkteten sehr effizient. In der Defensive überzeugte einmal mehr Libera An Saita mit ihren Verteidigungskünsten. Die Sätze zwei und drei gingen deutlich mit 25:16 und 25:14 an Sm’Aesch. Nach dem Punkt zum 8:7 gaben die Birstalerinnen auch im dritten Durchgang bis zum 25:20 die Führung nicht mehr aus der Hand. Am Ende resultierte ein Sieg mit 3:1 Sätzen.

Den Spielerinnen und Trainer Andi Vollmer waren die Freude und Erleichterung anzumerken. Es sei ein Sieg der Qualität, aber auch der Emotionen gewesen, urteilte Vollmer. «Es war eine Mischung aus Wille und Lockerheit. Wenn wir spielen, wollen wir auch gewinnen, egal wie es um uns steht.» Dabei habe auch das Trainerteam diese Werte vorleben müssen. Vollmer lobte die «Charakterstärke» seiner Spielerinnen in den höchsten Tönen.

«Als ginge es um Gold»

Diese Stärke symbolisierte Capitaine Madlaina Matter an vorderster Front. «Wir gingen in dieses Spiel, als ginge es um Gold.» Es seien gewiss keine einfachen Umstände gewesen. «Diese dreiwöchige Quarantäne war die längste Volleyballpause in meinem Leben», unterstrich Matter das Ausmass der Zwangspause. Sie möchte die mentalen Herausforderungen der letzten Wochen in die neue Saison mitnehmen.

Denn die Mission, die Sm’Aesch eigentlich in diesem Jahr hätte vollenden wollen, ist noch unerfüllt. Mit dem Sieg am Samstag hat der ganze Club bewiesen, dass es an der Charakterstärke nicht scheitern wird. «Es ist nicht das letzte Spiel, das wir uns gewünscht haben. Aber jede Spielerin ist motiviert, ihr Bestes zu geben und die Saison positiv zu beenden», meinte Co-Präsidentin Laura Tschopp noch vor dem Spiel. Und sie behielt recht. In zwölf Monaten soll es dann wirklich um Gold gehen.

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