Die Strasse als tödliche Falle

Wandern Amphibien zu Gewässern, um zu laichen, ist für Autofahrer besondere Vorsicht geboten. In der Klus bei Aesch sorgt sich der Natur- und Vogelschutzverein Aesch-Pfeffingen speziell um die Feuersalamander.

Brauchen Schutz: Für die Population der Feuersalamander können schon wenige Todesfälle schwerwiegend sein. Foto: zvg

Im Frühjahr ist in der Klus bei Aesch Laichzeit: Amphibien wie Frösche und Kröten wandern in die nahe gelegenen Gewässer, um zu laichen – etwa an die Weiher am unteren Teil der Klus. Auch die Feuersalamander wechseln von ihrem Lebensraum – feuchte Laubwälder oder nahe gelegene Rebberge – in den Klusbach, um ihre Larven abzusetzen. Zwischen Februar und Mai sind sie unterwegs. Problematisch ist aber: Die Tiere müssen die Klusstrasse überqueren, um zum Gewässer zu kommen. Dabei besteht die Gefahr, dass sie überfahren werden – insbesondere in den Abendstunden, wenn es dunkler ist. Die Salamander mit der schönen schwarz-gelben Haut sind zwar nicht per se nachtaktiv, mögen aber die Dunkelheit.

Auf der Strasse kreuzen sie Menschen, insbesondere Autofahrer. Das Zusammentreffen endet dabei oftmals tödlich für die Amphibien. «Es reicht schon, wenn sie unter das Auto – also nicht mal unter die Räder – kommen. Wenn das Fahrzeug schneller als 20 km/h fährt, platzen sie wegen des Unterdrucks», sagt Otto Pfister, der dem Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins Aesch-Pfeffingen (NVV) angehört. Zudem sehe man die Tiere im Dunkeln schlechter.

Feuersalamander besonders gefährdet

Der Verein sorgt sich dieses Jahr speziell um die Feuersalamander. «Wir haben allein im letzten Monat vier tote Exemplare gefunden. Das tönt nach wenig, ist aber relativ viel, da die Tiere gefährdet sind», erklärt er. Besorgniserregend sind die Todesfälle auch deswegen, weil Feuersalamander ein vergleichsweise hohes Alter erreichen und weniger Nachwuchs als andere Amphibien produzieren. «Für die Population können schon wenige Todesfälle schwerwiegend sein», sagt Pfister. Bisher versuchte man, mit einem sogenannten «soft ­approach» die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren: unter anderem mit Mundpropaganda, auch unter Einbezug der ansässigen Landwirte und Winzer, oder mit Warnschildern. «Das reicht aber leider nicht», meint Pfister.

Daher plant der NVV – gemeinsam mit dem Beauftragten des Amphibien-Monitorings der Gemeinde – für das nächste Jahr die Errichtung von Amphibienschutzzäunen. Diese sollen während der Laichzeit an bestimmten Punkten der Strasse stehen. Das Projekt wird finanziell vom Biodiversitätsförderungsprojekt der Aescher Weinbaugenossenschaft unterstützt. Unter einem Amphibienschutzzaun müsse man sich eine Art Blache vorstellen, die im Boden befestigt sei, erklärt Otto Pfister. Diese bildet eine Barriere und hindert die Amphibien, die Strasse zu überqueren. Wenn die Tiere nachts dem Zaun entlanggehen, landen sie in einem in den Boden eingelassenen Auffangkübel.

Die Kübel müssen spätestens am nächsten Morgen auf die andere Strassenseite gebracht und geleert werden. Dann können die Tiere ungestört zu ihren Laichgebieten ziehen.

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