Birsquerung: Steuert nun alles auf eine Nulllösung zu?

Zum wiederholten Mal debattiert der Landrat zur Brücke, welche den interkantonalen Autoverkehr entlasten soll. Es ist Rolf Blatters Meisterwerk, das Projekt zum politischen Dauerbrenner gemacht zu haben.

Für sein Anliegen hat er knapp 1000 Menschen hinter sich. Im Landrat aber bleibt er ziemlich allein. Rolf Blatter brachte die Birsbrücke mit einer Petition zum wiederholten Mal vor den Landrat. Jene Verbindung, die Aesch und Dornach noch besser verknüpfen und den Autoverkehr auf der A18 entlasten soll.

Mit all seiner rhetorischen Kraft kämpft Blatter dafür, die sogenannte Variante Mitte durchzusetzen. Wie in vorausgehenden Debatten bewies Blatter auch am Donnerstag seine Beharrlichkeit und argumentierte, mit der Variante Mitte werde die Brücke den grössten Effekt erzielen und am kostengünstigsten zu realisieren sein. Machbarkeitsstudien aus der Vergangenheit würden dies belegen, nur würden diese «nonchalant» beiseitegeschoben.

Blatters Ärgernis: In Aesch und Dornach wie auch in den Kantonen Solothurn und Baselland hat der Wind gedreht. Oder wie Blatters Dorfkollege Jan Kirchmayr (SP) es ausdrückte: «Die Variante Mitte ist politisch tot.»

Das gefährliche Seilziehen von Rolf Blatter

Wegen des seit 2013 aufgegleisten Wyden­eck-Quartiers soll die Brücke nun weiter südlich entstehen, so der einhellige Tenor bei den Entscheidungsträgern. Dass dabei der Auenwald an der Birs erhalten würde, hält Blatter wiederum für utopisch. Die Bäume müssten im Zuge der Überbauung und wegen industrieller Altlasten ohnehin weg, behauptete der FDP-Landrat. Baudirektor Isaac Reber hielt entgegen, er habe die Varianten noch einmal vertieft angeschaut. Und der grüne Regierungsrat mahnte, Blatters Seilziehen zugunsten der Variante Mitte drohe letztlich so zu enden, wie er es sich zuallerletzt wünschen würde: als Nulllösung.

Mit Blick auf die Geschichte der schier endlosen Debatte und bei genauem Hinhören im Landrat sind Zweifel erlaubt. Ob es je eine Birsbrücke geben wird, scheint fraglich. Schon in den 70er-Jahren und später in den Nullerjahren beschäftigte die Frage einer neuen Brücke die Politik. Auch Jahrzehnte später begeistert das Projekt im Landrat nur wenige. Am Donnerstag brachten Vertretende von links bis rechts wieder zum Ausdruck: Die Brücke ist für sie alles andere als weit oben auf der Prioritätenliste. Gewisse Politkräfte sollen dem Vernehmen nach taktisch für die Südvariante sein – weil sie damit die Brücke ganz versenken wollen. Die Regierung wird 2026 trotzdem eine Machbarkeitsstudie präsentieren.

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