Die Museumsnacht breitet sich aus

Fünf Museen, die sich auf Münchensteiner und Seewener Territorium befinden, machen an der Museumsnacht vom Freitag, 22. Januar, mit. Erstmals dabei ist das Schaulager, das ein vielfältiges Angebot machen kann.

Fastfood wird zur Kunst: Das Haus der elektronischen Künste präsentiert auch Werke von Guthrie Lonegan. Hier ein Screenshot aus «Burgers» (2012, Ausschnitt).  Foto: ZVG/HdE
Fastfood wird zur Kunst: Das Haus der elektronischen Künste präsentiert auch Werke von Guthrie Lonegan. Hier ein Screenshot aus «Burgers» (2012, Ausschnitt). Foto: ZVG/HdE

Thomas Brunnschweiler

Jährlich lockt die Museumsnacht Basel mit 40 Museen und Kulturinstitutionen die Menschen in die Stadt und ihre Umgebung. Standorte sind nicht nur in Frankreich und Deutschland, sondern auch in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn. Im Museum für Musikautomaten in Seewen lautet das Motto «Was steckt dahinter?». Filme entführen in die Welt der Musikautomaten und erläutern technische Details. Besonders attraktiv sind berühmte Stummfilme, die von Martin Christ am Klavier begleitet werden. Schon fast in der Stadt steht das Haus der elektronischen Künste Basel (HeK), dessen Motto «Filme, Elektronik, Sound» recht offen tönt. Bei «Make Away» kann man eine kleine Bild-Maschine bauen, die magische Licht- und Bildeffekte erzeugen kann. Eines der zentralen Werke der künstlerischen Praxis im Internet der 90er-Jahre ist «My Boyfriend Came Back From The War», das seit 20 Jahren online geschaltet ist. Olia Lialina zeigt eine Gruppenausstellung, die sich mit dieser Pionierarbeit auseinandersetzt. Im Velokino kann man Filme selbst zum Laufen bringen und im «Soundclash» präsentiert das HeK zusammen mit Basel Sinfonietta eine überraschende Klubnacht.

Historisches und Futuristisches

Auf dem Brüglinger Areal («Grün 80») finden sich weitere zwei Museen, welche die Museumsnacht bereichern. Im Museum für Pferdestärken in der Scheune bei der Villa Merian treten Kutschen in einen Dialog und erzählen von ihrer Herrschaft, ihrer Funktion und besonderen Momenten; die Audioinstallation von Nadja Schaffer läuft jede Stunde. In «Living History» wird der denkwürdige Eisenbahnbrücken-Einsturz von Münchenstein vom 14. Juni 1891 thematisiert. Rainer Hettenbach nimmt die Gäste mit zu einer szenischen Führung. Im Mühlemuseum gilt das Motto «Geheimniskrämerei in der Mühle». Das Theaterstück «Batzen für Basel» berichtet über die Geheimnisse eines «grosszügigen Spenders und kleinlichen Rappenspalters». Angestellte von Christoph Merian plaudern aus dem Nähkästchen. Auch eine geheimnisvolle Testamentseröffnung wird es geben, die man nicht verpassen sollte. Dazu werden Suppe und ein heisser Gewürzapfelsaft gereicht.

Im Schaulager kann man sich in der Ausstellung «Future Present» auf eine kurzweilige Reise durch 100 Jahre Kunstgeschichte der Gegenwart begeben. Die sogenannten «Zeitsprünge» werden in vier Sprachen angeboten. Unter dem Titel «Raumfüllende Kunst» gibt es Kurzführungen zu ausgewählten Installationen. Zu jeder Stunde ab 18.30 Uhr wird die Geschichte «Der Rattenfänger von Basel» präsentiert. Ein Filmprogramm dauert bis 2 Uhr nachts. Ein Workshop für Junge sowie die Möglichkeit, sich im Stil von Warhol porträtieren zu lassen, runden das Programm ab.

Alle Details zur diesjährigen Museumsnacht finden sich im Internet unter <link http: www.museumsnacht.ch external-link-new-window>www.museumsnacht.ch

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