Das Birstal regiert wieder mit

Der Arlesheimer Markus Eigenmann (FDP) schafft den Sprung in die Kantonsexekutive. Sein neues Amt tritt er bereits am 1. Januar an. Für den Liberalen beginnt nun eine intensive Zeit.

Frisch gewählt: der Arlesheimer Markus Eigenmann. Foto: Keystone / Andreas Becker
Frisch gewählt: der Arlesheimer Markus Eigenmann. Foto: Keystone / Andreas Becker

Bei der Regierungsersatzwahl hat das Baselbieter Stimmvolk Markus Eigenmann in die Exekutive gewählt. Der 54-Jährige erhielt 29 789 Stimmen, seine Kontrahentin aus dem Oberbaselbiet, Sabine Bucher (GLP), erreichte 27 044 Stimmen. Somit kann die FDP den Sitz von Bildungsdirektorin Monica Gschwind halten, die im Juni ihren Rücktritt per Ende Jahr bekannt gegeben hat. Eigenmann komplettiert nun das Fünfergremium mit Anton Lauber (Die Mitte), Thomi Jourdan (EVP), Kathrin Schweizer (SP) und Isaac Reber (Grüne).

Nach sechs Jahren Unterbruch zieht mit Eigenmann wieder ein Kandidat aus dem Birseck in den Regierungsrat. Aus der Region war zuletzt die Pfeffingerin Sabine Pegoraro (FDP) Teil der Regierung. Sie trat 2019 nicht mehr zu den Wahlen an.

Nur rund drei Wochen Einarbeitungszeit

Einen Tag nach der Wahl blickt Eigenmann gespannt auf seine neue Aufgabe: «Ich freue mich auf fast alles, was dieses Amt mit sich bringt. Natürlich ist diese Wahl ein grosser Wechsel für mich; in gewisser Weise ein ‹Reset›. Es wartet ganz viel Neues auf mich», sagt er gegenüber dem Wochenblatt. Eigenmann wird nun seinen Posten als CEO seines Unternehmens aufgeben müssen. Der Ingenieur besitzt zusammen mit mehreren Geschäftspartnern eine Firma, die mithilfe eines Messsystems Schiffsmotoren auf Unregelmässigkeiten überprüft. Es zeichne sich eine Lösung ab, wie das Unternehmen künftig ohne ihn aufgestellt sei, sagt Eigenmann. Die Zeit drängt. Denn die Phase, in der sich der Arlesheimer auf sein neues Amt vorbereiten kann, ist aussergewöhnlich kurz: Während bei den Gesamterneuerungswahlen jeweils drei Monate zwischen Wahl und Amtsantritt liegen, sind es für Eigenmann nur noch rund drei Wochen bis zu den Weihnachtsferien; sein neues Amt bekleidet er ab dem 1. Januar. Es werde nicht einfach, alle Pendenzen zu regeln, gibt er zu. «Aber es muss das Ziel sein.» Der Neoregierungsrat geht weiterhin davon aus, die Bildungsdirektion von Gschwind zu übernehmen. «Klar wird das aber erst nach der Sitzung vom 9. Dezember.» Diese Woche nimmt Eigenmann jedenfalls bereits an einer Konferenz zum Thema Frühfranzösisch teil.

«Ich werde die Gemeindeversammlungen vermissen»

Eigenmann ist seit neun Jahren Gemeindepräsident von Arlesheim. Dieses Amt muss er nun abgeben. Für die Übergabe an seine Kollegen im Gemeinderat bleibt wenig Zeit. Der Gemeinderat sei auf dieses Szenario aber vorbereitet gewesen. Seine Aufgaben würden auf die weiteren Gemeinderatsmitglieder verteilt, sagt Eigenmann. In einer Übergangsphase wird der Arlesheimer Gemeinderat zu sechst unterwegs sein. Der aktuelle Vizepräsident Felix Berchten (Frischluft) wird das Präsidium ad interim übernehmen. Am 8. März kommt es zur Ersatzwahl für den freien Sitz von Eigenmann. Kürzlich hat auch die parteilose Monika Strobel ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat bekannt gegeben, so kommt es zur Doppelvakanz. Damit geht dem Gemeinderat einiges an Know-how verloren. «Der Vorteil ist, dass wir strategische und operative Arbeit seit längerem getrennt haben», so Eigenmann. Viel Wissen liege bei der Verwaltung, die für Kontinuität sorge.

Der Arlesheimer blickt dankbar auf seine Zeit als Gemeindepräsident zurück, er habe das Amt sehr gerne ausgeübt: «Was ich auf jeden Fall vermissen werde, sind die Gemeindeversammlungen, die habe ich geliebt. Es war teilweise wie ein Theaterstück mit Protagonisten, die man kennt und die immer wieder auftreten. Wie dort demokratisch um Entscheide gerungen wird, finde ich sehr spannend.»

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