Charivari: Birstaler Klänge fürs Jubiläum

Als Guggenmusik vom Land mussten sich die Schlössli-Schränzer an der Basler Fasnacht erst beweisen. Mittlerweile sind sie mehr als angekommen – und treten an der Jubiläumsausgabe des Charivari auf.

Der letzte Schliff fürs Charivari: die Schlössli-Schränzer bei der letzten Probe in ihrem Probelokal in Dornach. Foto: Nicolas Blust
Der letzte Schliff fürs Charivari: die Schlössli-Schränzer bei der letzten Probe in ihrem Probelokal in Dornach. Foto: Nicolas Blust

Die einst als Alternative zum «Drummeli» gegründete Vorfasnachtsveranstaltung Charivari feiert dieses Jahr Geburtstag: Zum 50. Mal wird das Glaibasler Charivari im Basler Volkshaus aufgeführt. «50 Jahre Charivari stehen für eine einzigartige Geschichte voller Leidenschaft, Kreativität und Basler Fasnachtskultur – ein Teil davon sein zu dürfen, ist für mich ein Privileg», äussert sich der Programmchef Erik Julliard auf der Website voller Vorfreude.

Wie gewohnt sind dabei neben traditionellen Klängen und lustigen Versen auch Guggenmusiken zu hören. Neben den Ohregribler treten dieses Jahr auch die Schlössli-Schränzer aus Aesch an den 17 Vorstellungen auf. Wir haben die Guggenmusik bei der letzten regulären Probe vor den Auftritten besucht in ihrem Probelokal – der Fat Inn Bar auf dem Wydeneck-Areal in Dornach.

Mittlerweile Stammgast bei der Basler Vorfasnacht

Bei Major Mario Grassi und Präsidentin Judith Corminbœuf ist die Vorfreude auf die kommenden Tage und Wochen bereits zu spüren. «Wir freuen uns riesig», sagen Grassi und Corminbœuf. Beide sind schon viele Jahre bei den Schlössli-Schränzern dabei, Grassi ist gar Gründungsmitglied, als die Formation 1996 in Aesch gegründet wurde und zwei Jahre später dort ihren ersten Umzug bestritt.

In Sachen Vorfasnachtsveranstaltungen haben die Schlössli-Schränzer mittlerweile Routine. Spätestens nach Auftritten am Mimösli 2017 und am Drummeli 2023 hat sich die Guggenmusik mit 56 Aktivmitgliedern auch in Basel, wo sie seit 2019 am Cortège mitlaufen, einen Namen gemacht.

Ein solcher Event sei nicht einfach zu stemmen und sei jeweils mit grossem Aufwand verbunden. «Die grösste Challenge ist, dass an allen Spieltagen genügend Leute da sind», sagt Grassi. Man wolle immer mindestens 50 Personen auf der Bühne sein, was bei 56 Aktivmitgliedern nicht selbstverständlich sei. Aus diesem Grund sei auch eine frühere Teilnahme am Charivari nicht zustande gekommen. «Wir wurden bereits vor drei Jahren angefragt», verraten Grassi und Corminbœuf.

«Zeitlich schwierig zu managen»

Programmchef Julliard habe die Schlössli-Schränzer während der Fasnacht 2023 gesehen und das Gespräch gesucht. Aufgrund der Drummeli-Teilnahme im selben Jahr sagte die Guggenmusik aber ab. «Zwei solche Veranstaltung zwei Jahre hintereinander sind zeitlich schwierig zu managen», erklären Corminbœuf und Grassi. Denn der zeitliche Aufwand ist enorm. Während des 24. Januars und 7. Februars finden17 Aufführungen statt. Zwar spielen die Schlössli-Schränzer «nur» ein Set, das rund sieben Minuten dauert, aber das jeden Abend. Auch die Proben wurden entsprechend geplant. «Wir haben den Probetag extra darauf ausgelegt und proben immer eine halbe Stunde länger als sonst», verrät der Major. Jeden Mittwoch trifft sich die Guggenmusik von 19.30 bis 22 Uhr zur Probe, am Montag stehen zudem noch Registerproben an, also Proben nur in den einzelnen Instrumentengruppen.

Das Repertoire bleibt dieses Jahr bis auf kleinere Anpassungen gleich. Für die Auftritte am Charivari wurde aber noch ein eigens dafür komponiertes Medley einstudiert, welches an der Premiere zum ersten Mal vor Publikum vorgetragen wird. Bei der letzten Probe in Dornach zeigte sich: Die Schlössli-Schränzer sind bereit für die Bühne. Die Routine dürfte den Schlössli-Schränzern auch helfen. Denn die Guggenmusik hatte in den vergangenen Jahren nur wenige Abgänge zu verzeichnen. Corminbœuf und Grassi glauben zu wissen, wieso das so ist: «Wir legen grossen Wert auf das Musikalische, aber das freundschaftliche Zusammensein steht an erster Stelle.» Die Guggenmusik gehöre zur Familie, der Grossteil der Mitglieder komme noch immer aus Aesch und den umliegenden Gemeinden.

Das «Heimspiil» kommt zurück

Dieses Freundschaftliche ist wohl unabdingbar für die Harmonie in einer Guggenmusik. Denn die Schlössli-Schränzer verbringen viel Zeit miteinander. Ein Blick in den Terminkalender zeigt: Vom November bis im März stehen zahlreiche Veranstaltungen an. Erst nach der Fasnachtszeit entspannt sich die Situation, ehe in diesem November nach mehreren Jahren Unterbruch wieder der eigens geplante Guggenmusik-Abend «Heimspiil» auf dem Programm steht.

Nun stehen mit dem Charivari und dem Cortège jedoch die beiden Höhepunkte des Jahres an. Was könnte denn noch schiefgehen? Corminbœuf und Grassi schauen sich kurz an und sagen: «Der Worst Case wäre, wenn wir beim Publikum nicht ankämen.» Das sei aber in der Vergangenheit nie der Fall gewesen. Wer die Schlössli-Schränzer live sehen will, muss sich bis am 15. Februar gedulden, wenn der Fasnachtsumzug in Aesch ansteht. Eine Woche später stehen der Cortège und das Guggenkonzert in Basel auf den Programm. Sämtliche Vorführungen am Charivari sind bereits ausgebucht.

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