Blick über den Gartenzaun

Am Montag veranstalteten Birsecker SP-Sektionen einen Themenabend zur Birspark-Landschaft. Die Voten zeigten: Zusammenarbeit ist dringend notwendig – aber nicht einfach.

Das grüne Rückgrat: Die Birspark-Landschaft zieht sich wie ein grünes Band durch die Agglomeration.  Foto: ZVG/Felix Vögeli
Das grüne Rückgrat: Die Birspark-Landschaft zieht sich wie ein grünes Band durch die Agglomeration. Foto: ZVG/Felix Vögeli

Axel Mannigel

Vom Angenstein bis zum Birsköpfli erstrecken sich die acht Gemeinden Dornach, Pfeffingen, Aesch, Reinach, Arlesheim, Münchenstein, Muttenz und Birsfelden. Sie alle verbindet wie ein grünes Band die Birs mit ihren Böschungen und Wäldchen, der Reinacher Heide, dem Vogelhölzli, Badestellen und Wanderwegen. Angrenzend schliessen sich unmittelbar Siedlungs- und Gewerbegebiete an. Dieses engmaschige Mit- und Nebeneinander erfordert Rücksichtnahme und Zusammenarbeit, damit Mensch, Tier und Natur zu ihrem jeweiligen Recht kommen.

Einerseits benötigt der Mensch Gebiete, in denen er sich erholt. Andererseits ist die Natur, in der er solches tun kann, auf seine Rücksichtnahme und ein teilweise hohes Mass an Schutz angewiesen. Dafür, das wurde am Montagabend im Reinacher Bürgergemeindehaus einmal mehr deutlich, ist es notwendig, die Birspark-Landschaft gemeinsam zu planen und zu entwickeln.

Gärtlidenken überwinden
In seinem Einstiegsreferat führte Lukas Lauper, Gemeinderat von Münchenstein und Mitglied der Arbeitsgruppe Birspark-Landschaft, aus, dass Landschaft heute eine Erfolgsstory sei, dadurch aber auch unter Druck gerate. «Landschaft und Freiräume schaffen Mehrwert. Wenn man attraktiv sein will, muss man auch Freiräume haben, um Menschen in die Gemeinden zu holen.» Man dürfe jedoch nicht singulär auf die Entwicklung der Birsstadt oder der Birspark-Landschaft schauen. «Es geht nicht nur um das eine oder das andere, sondern ums Ganze.» Dem schloss sich Heidi Schaub, Gemeinderätin Muttenz und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Birspark-Landschaft, im anschliessenden Podiumsgespräch nahtlos an.

Die Arbeitsgruppe, bestehend aus Gemeinde- und Verwaltungsvertretern der acht Gemeinden, habe zum Ziel, dass «man den Gesamtraum Birspark-Landschaft wahrnimmt.» Das Gärtlidenken dürfe nicht mehr so stark im Vordergrund stehen, ein gemeinsames Vorwärtsgehen sei wichtig. «Dafür braucht es alle, auch die Bevölkerung.»
Toni Thüring, Präsident des Fischerei-Vereins Aesch-Angenstein, beklagte in der vom Reinacher Gemeinderat Silvio Tondi moderierte Runde, dass die Fischgründe zunehmend vom Menschen bedrängt würden. «Immer wieder führen wir Müllsammelaktionen durch. Es ist unglaublich, was die Menschen alles an und in der Birs zurücklassen.» Werde die ganze Birs für den Menschen durchgestaltet, bedeute das «das Aus für Fisch und Natur.» Urs Chrétien, Geschäftsführer von Pro Natura BL, kons-tatierte, dass es für die Natur natürlich am besten sei, wenn keine Leute da wären. Das sei aber weder möglich noch sinnvoll.

Stattdessen sei eine gute Planung notwendig, «damit die Leute nicht das vertreiben, was sie eigentlich suchen.» Brigitte Nyffenegger, Verfasserin des Freiraumkonzepts Birsstadt, warf provokativ die Frage in die Runde, ob es angesichts dieses Konflikts zu wenig Orte für die Menschen gebe. Und Monica Linder-Guarnaccia, Geschäftsleiterin der IBA Basel 2020, betonte, dass es den Dialog brauche, um gemeinsam über Grenzen zu wachsen, die Natur zu schützen und dem Menschen Glücksmomente zu ermöglichen. Die Arbeit geht weiter.

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