Baden bis um Mitternacht

Die Badesaison 2014 gehörte zu den Schlechtesten der Geschichte. Stabiles Wetter, gepflegte Anlagen und Spezialevents sollen die Gäste wieder in die Gartenbäder im Birseck locken.

Zum Sprung bereit: Jetzt muss nur noch das Wetter für den Badiplausch mitspielen.
Zum Sprung bereit: Jetzt muss nur noch das Wetter für den Badiplausch mitspielen.

Tobias Gfeller

Aldo Battilana spricht Klartext: «Das war die schlechteste Badesaison, seit ich hier bin. Vor allem der August war eine Katastrophe.» Seit 21 Jahren ist er Betriebsleiter im Gartenbad Reinach. Er habe schon vieles erlebt, aber der letztjährige August habe alles übertroffen. Doch deswegen den Kopf in den Sand stecken, kommt für Aldo Battilana nicht infrage. Er schwärmt förmlich von seinem Gartenbad und möchte so die Gäste wieder nach Reinach locken. Ihm sei bewusst, dass die Anlage in die Jahre gekommen ist. Doch ihre Vorzüge habe sie noch immer.

«Das Gartenbad ist sehr attraktiv. Die Nähe zur Natur mit der Reinacher Heide und die Gestaltung der Anlage selber mit vielen Bäumen und grosser Rasenfläche laden zum Verweilen ein.» Mit zwei 50-Meter-Becken, sechs kleinen Kinderbecken und dem drei Meter Sprungbrett biete das Gartenbad Reinach nach wie vor grossen Badespass. Neben der idyllischen Atmosphäre in der Reinacher Heide hat die tiefe Lage des Gartenbads auch einen ganz anderen Vorteil: «Bei uns ist die Luft stets ein Grad wärmer als in den anderen Gartenbädern», betont Battilana.

Pool-Party in Aesch
In den drei Vollmondnächten – die erste ist bereits am 2. Juni – bleibt das Gartenbad Reinach bis Mitternacht offen. «Es ist ein einmaliges Erlebnis, bei Vollmond zu baden», weiss Aldo Battilana. Während der Sommerferien öffnet das Bad bereits um 6.30 Uhr zum Frühschwimmen.

Ebenfalls bis Mitternacht offen bleibt das Gartenbad Aesch am 15. August, wenn das Jugendhaus Phönix zur bereits traditionell gewordenen Pool-Party einlädt. In dieser Nacht verwandelt sich das Gartenbad Aesch jeweils zu einer Disco. Sichtbarer für die Besucher tagsüber hat das Team um Betriebsleiter Markus Hänggi alle Rabatten neu gestaltet und beim Restaurant Jurasteine in Eigenregie verlegt. «Die Gartengestaltung liegt uns sehr am Herzen», so Christoph Hänggi. «Wir sind eben kein Schwimmbad, sondern ein richtiges Gartenbad.» Wie Aldo Battilana hofft auch der Aescher Betriebsleiter auf einen erfolgreicheren Sommer. «Es muss nicht immer 30 Grad sein. Wenn das Wetter stabil ist, bringt mir dies langfristig viel mehr, als wenn es einmal superheiss ist, am anderen Tag aber wieder schlecht.»

Camping im Gartenbad
D Glungge in Dornach setzt auch diese Saison auf ihr familienfreundliches Ambiente. Preiswerte Eintritte und erschwingliche Verpflegung sollen das Schwimmbad gerade für Familien attraktiv machen. «Wir setzen auf unsere bewährten Stärken. Familiär und ruhig. Wir sind klein, aber fein», schwärmt Betriebsleiterin Mirza Hodzic.

Das Gartenbad Arlesheim bietet am ersten Wochenende in den Sommerferien ein Familien-Camping an. «Wir verwandeln das Gartenbad in einen wunderschönen Campingplatz am Wasser», freut sich Angelica Dietler, Sprecherin der Gemeinde Arlesheim. Wiederum findet das Night-Opening-Kino dreimal im Gartenbad statt.

Automatische Wasserkontrolle
Von der grössten Neuerung im Gartenbad Arlesheim werden die Besucher aber nur wenig spüren. Die Mess- und Regeltechnik wurde komplett erneuert und funktioniert jetzt automatisch. «Der Anteil Fremdstoffe im Wasser wird neu stetig gemessen und kann so, wenn nötig, schneller bereinigt werden», erklärt Marcel Leutwyler, Leiter Umwelt und Facility Management der Gemeinde Arlesheim. Die drei voll angestellten Bademeister können auch über eine App die Daten von ausserhalb des Gartenbads überwachen. «Dies entspricht der neusten Technologie», sagt Leutwyler nicht ohne Stolz.

Die manuelle Messung werde aber weiterhin regelmässig durchgeführt. Neben dem saubereren Wasser als solchem bringt die automatische Messeanlage für die Betreiber einen zusätzlichen Vorteil: «Kommt der Kanton zur unangekündigten Wasserqualitätsprobe und diese fällt überraschenderweise negativ aus, so können wir nun belegen, dass dies eine Momentaufnahme darstellt und eine Stunde vorher das Wasser noch sauber war», freut sich Leutwyler.

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