Aus Alt mach Neu

Die neue Basler Buvette «Flora am Rhy» wird in Arlesheim komplett umgebaut, besteht aber aus dem Material des alten Containers.

Urban Mining: Die Flora-Buvette wird in der Stamm Bau AG in Arlesheim aus recycelten Baumaterialien aus der Stadt wieder aufgebaut. Foto: Nicole Nars-Zimmer
Urban Mining: Die Flora-Buvette wird in der Stamm Bau AG in Arlesheim aus recycelten Baumaterialien aus der Stadt wieder aufgebaut. Foto: Nicole Nars-Zimmer

In einer der grossen Bauhallen der Firma Stamm Bau AG in Arlesheim steht seit Dezember die alte Flora-Buvette. Dort wird sie umgebaut, denn die neuen Betreibenden der «Buvette 7 – Flora am Rhy» haben ihren Vorgängern den kompletten Container inklusive Mobiliar abgekauft. «Es werden grosse Veränderungen zu sehen sein, aber die alte Buvette wird in die neue komplett mitverbaut», sagt Tanja Gemperli, Betreiberin der ­neuen Flora-Buvette.

Tanja Gemperli und ihr Mann Fabio Gemperli betreiben drei Basler Restaurants und bald eine Buvette, alle unter dem Namen Tisch 77 AG, die wiederum Teil der Wyniger-Gruppe ist. «Es war schon lange ein Traum von uns beiden, eine Buvette zu übernehmen», sagt Gemperli. Und nicht nur das, auch ein innovatives Konzept sollte umgesetzt werden: «Wir verzichten wann immer möglich auf neues Baumaterial.» So seien haupt­sächlich Materialien, Mobiliar und Gerätschaften verwendet worden, die bereits in Gebrauch standen. Alles unter dem Namen Urban Mining – einer Bauart, die eine Stadt als Wertstoffzentrale versteht. Hauptmerkmal von Urban Mining ist das komplette Benutzen von wiederverwendeten Baumaterialien von Gebäuden, die in der Stadt zurückgebaut wurden.

Alternative Bauweise bedeutet mehr Aufwand

Vorzugsweise geschieht beides lokal: «Wenn ich für das Projekt ‹Buvette 7› eine Stahlkon­struktion aus einer anderen Stadt nehmen würde, wäre das nicht Urban Mining, sondern Re-Use», sagt Andreas Schneider, Architekt bei der Ars-Architektur AG, die das Projekt realisiert. Denn bei Urban Mining wird nicht nur wiederverwendet, sondern es werden auch die Wege reduziert, die ein Baumaterial zurücklegt.

Umgesetzt bei der Flora-Bu­vette heisst das, dass von den Dachlatten über die Heizrohre bis zu Fenstern und WC-Schüsseln alles wiederverwendet wird. Natürlich würden auch Abstriche gemacht, sagt An­dreas Schneider: «Ein altes Stromkabel oder eine verkalkte Wasserleitung können wir nicht nochmals verlegen.» Es sei kein neues Konzept, sondern eher eine alte Herangehensweise, sagt Schneider: «Früher hat man vorzugsweise mit dem gebaut, was vorhanden war.» Dem Architekten mache es Freude, an diesem Projekt zu arbeiten, auch wenn Urban Mining bei Ars-Architektur Neuland sei. Die Herangehensweise sei sehr zeitintensiv: «Der Aufwand und die Kosten sind höher bei einer Bauart, die ausschliesslich auf Wiederverwendung setzt», sagt er.

Das bestätigt auch Tanja Gemperli, denn auch das Mobiliar und das Inventar werden mit dem Re-use-Prinzip angeschafft: «Neues kaufen ist immer einfacher, kostengünstiger und braucht weniger Zeit. Hinter einem solchen Konzept muss man stehen», sagt die Gastronomin. So stamme die Kaffeemaschine, die im Sommer herumstehe, aus einem Winterbetrieb der Wyniger-Gruppe und die Stühle hätten sie von den ehemaligen Buvette-Betreibenden abgekauft.

Eigens gekelterter Wein und gerettete Früchte

Auch das Gastronomiekonzept setzt auf Nachhaltigkeit: «Wir wollen Saisonales anbieten und lokale Produkte retten», sagt Gemperli. So seien ein hausgemachter Eistee aus geretteten Früchten und ein eigens gekelterter Wein geplant.

In der Firma Stamm hat man noch ein paar Tage Zeit, bis die Buvette fertig sein muss, denn am 23. März wird am Rhein Eröffnung gefeiert.

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