Abschied von der «Papiri» in Zwingen mit Kunstprojekt

Letzte Vorbereitungen: Pflanzeninstallation von Rahel Hegnauer.  Foto: ZVG
Letzte Vorbereitungen: Pflanzeninstallation von Rahel Hegnauer. Foto: ZVG

 Heiner Leuthardt

Einst prägte die «Papiri», die Papierfabrik Zwingen AG, das Leben im Laufental und dem Schwarzbubenland. So etwa als ein bedeutender Arbeitgeber, aber auch schweizweit als Papierlieferant, der in den besten Jahren das Papier für rund einen Drittel der in der Schweiz gedruckten Zeitungen herstellte. In der «Papiri» gearbeitet zu haben, das bedeutet für manche auch viele Erinnerungen an einen wichtigen Lebensabschnitt, nicht nur für Menschen aus Zwingen sondern auch aus der Region. Genau ihnen, aber auch dem Unternehmen, das über 100 Jahre lang Papier produzierte, widmet der Schlossverein Zwingen Living Memory. «Jetzt werden noch die letzten Kunstobjekte installiert, die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen», erklärt der Präsident des OK Living Memory, Markus Jermann.

Er ist zugleich Präsident des Schlossvereins Zwingen, der zu seinem 40-jährigen Bestehen den würdigen Abschied von der «Papiri», welche direkt ans Schlossareal grenzt, initiierte und umsetzt. «Die Auseinandersetzung mit der ‹Papiri›, ihrer Geschichte und der mit ihr verbundenen Menschen ist ausgesprochen wichtig auf dem Weg vom endgültigen Loslassen von der Fabrik und dem Öffnen für die zukünftige Neunutzung.» Denn wer bewusst in die Zukunft gehen möchte, der müsse wissen, woher er kommt. «Es gibt keine sinnvolle Zukunft ohne die Vergangenheit zu kennen», ist Markus Jermann überzeugt.

Vernissage diesen Samstag

Diese Grundhaltung spiegelt sich in den Kunstobjekten, die 18 Künstlerinnen und Künstler aus ihrer eigenen intensiven Auseinandersetzung mit der «Papiri» erarbeitet haben. «Sie präsentieren uns leicht fassbare Kunst, die zum Nachdenken, Hinterfragen, aber auch zum Schmunzeln und sich aktiv beteiligen anregt.» Präsentiert sind sie auf einem Parcours, der beim 800 Jahre alten Schloss beginnt, dann entlang der Birs führt, um das Areal herum bis zur ehemaligen Lastwagenzufahrt. Durch diesen gelangt man ins Areal, mit zwei kleinen Abstechern in Gebäude, um dann zum Schlossplatz zurückzukehren. Integriert in das zweitägige Abschiedsfest vom kommenden Wochenende ist die Ausstellungsvernissage von Samstag 11 Uhr. Für eine bleibende Erinnerung wird das Buch «Living Memory» sorgen, das auf die Finissage der Ausstellung erscheinen wird. Gestaltet wird es von Studenten der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW. Für dessen Finanzierung wird auf www.wemakeit.com/projects/living-memory Geld gesammelt. Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.schlossvereinzwingen.ch und www.livingmemory.ch.

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