Seit 50 Jahren daheim

Seit dem Spätmittelalter ist Mariastein Wallfahrtsort. Im diesem Jahr gedenkt das Kloster seiner 50-jährigen Selbstständigkeit. Erst 1971 erhielten die Mariasteiner Mönche vom Kanton Solothurn ihr Kloster zurück.

Mariastein feiert: OK Präsident Klaus Fischer und Abt Peter von Sury berichten über das Heimkommen vor fünfzig Jahren und die anstehenden ­Feierlichkeiten. Foto: Martin Staub
Mariastein feiert: OK Präsident Klaus Fischer und Abt Peter von Sury berichten über das Heimkommen vor fünfzig Jahren und die anstehenden ­Feierlichkeiten. Foto: Martin Staub

Es ist ein geschichtsträchtiges Jahr für das Kloster Mariastein, obschon nur besonders Interessierte wissen, was da ­eigentlich gefeiert wird. «Schliesslich funktionierte der Betrieb schon zu unserer Jugendzeit», erklärt Klaus Fischer, ehemaliger Regierungsrat in Pension und Hauptverantwortlicher für die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr. Im Jahre 1874 wurde im Rahmen einer kantonalen Volksabstimmung das Kloster Mariastein aufgehoben und ging in den Besitz des Staates Solothurn über. Die Mönche mussten einige Monate später das Haus verlassen und fanden vorerst in Delle (F) und später in der Nähe von Salzburg, dann in Bregenz (A) und Altdorf ihre ­Heimat. Als die Mönche 1941 von der ­Gestapo aus Bregenz innert 24 Stunden vertrieben wurden, fanden sie durch den Kanton Solothurn just an dem Ort Asyl, der ihnen vor 1874 während Jahrhunderten gehört hatte. Genau deshalb schien die Mariasteiner Klostertätigkeit für die Gläubigen und Pilger von da an ganz ­normal zu funktionieren. Aber erst am 21. Juni 1971 übergab der damalige Landammann und spätere Bundesrat Willi Ritschard dem Mariasteiner Konvent das Kloster feierlich zurück.

Viele Verschiebungen und Absagen

Klaus Fischer hat derzeit als OK-Präsident alle Hände voll zu tun. «Am meisten aber mit Verschiebungen und Absagen, leider», erklärt der ehemalige Gemeindepräsident von Hofstetten-Flüh. Immerhin für die Hauptfeierlichkeiten am Wochenende vom 19. und 20. Juni sind er und die 16 Mönche zuversichtlich. «Immerhin haben wir bis dahin noch zweieinhalb Monate vor uns», sagt Abt Peter von Sury. Am Samstag soll in der Basilika in einer durch den Cäcilienverband Schwarzbubenland mitgestalteten Feierstunde dem geschichtsträchtigen Ereignis gedacht werden und am Sonntag wird Kardinal Kurt Koch in der Basilika den Jubiläumsgottesdienst zelebrieren. Musikalisch begleitet durch das «ensemble ad-petram» mit der Missa in G vom ehemaligen Mariasteiner Pater Ambros Stierlin. Etliche zurückliegende Veranstaltungen fielen dem Virus zum Opfer, wurden aber digital aufgezeichnet und können jederzeit nachverfolgt werden.

«Was noch vor uns steht, aber aus verständlichen Gründen auf wackligen Beinen steht, sind diverse Vorträge zum Thema zwischen Mai und Dezember, ein Wandelkonzert durch das Kloster am 13. Juni sowie Tage der Wallfahrt (4.9.), Politik (8.9.) und der Jugend (23.10.). Parallel dazu ist die Fotoausstellung von Pater Notker Strässle in den Gängen des Hotel Restaurants Kreuz geöffnet. «Und ganz empfehlenswert und interessant», erwähnt Klaus Fischer zum Schluss: «Das über 300-seitige Jubiläumswerk von Pater Lukas Schenker ‹Exil und Rückkehr des Mariasteiner Konvents 1874–1981›.» «Erhältlich an der Klosterpforte und in der Pilgerlaube für 34 Franken», wie Abt Peter von Sury ergänzt.

Aufzeichnungen der Veranstaltungen finden Sie unter: www.kloster-mariastein.ch.

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