Ab jetzt blickt die Schweiz nach Pratteln

100 Tage vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest wird deutlich, was das Riesenfest für die Region bedeuten wird.

Die Planung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf) vom 26. bis zum 28. August ist in vollem Gange. Das Organisationskomitee des Esaf präsentierte 100 Tage vor dem Anlass, was am letzten ­Augustwochenende auf der Ebene zwischen Pratteln und Frenkendorf zu erwarten ist. Derzeit entsteht dort nämlich zwischen Kantonsstrasse, Eisenbahn, Wohnblöcken und Containerlager eine kleine Alpenschweiz. Geplant wird am Esaf 22 schon seit Jahren, doch der Anlass war der Startschuss, an dem der übrigen Schweiz gezeigt wurde: Das Esaf findet statt, trotz Corona, und zwar «mit Schwung», wie Regierungsrat und OK-Präsident Thomas Weber betonte.

Das Prattler «Eidgenössische» könnte sogar von einem Nachholbedarf in Sachen Schwingen profitieren, meinte Markus Lauener, Präsident des Eidgenössischen Schwingerverbands: «Die Leute wollen nach der Pandemie Neues entdecken.» Keine Zweifel gab es daran, dass die logistische Meisterleistung gelingen wird, 400000 Schwingfans glücklich zu machen. Die Medienschaffenden aus der Deutschschweiz – Romandie und Tessin interessiert Schwingen offenbar weniger – wurden über das riesige Areal geführt. Was sie zu sehen bekamen, lässt die Dimensionen des Fests erkennen.

Führung durch die Baustelle

So werden für das grösste provisorische Stadion der Welt mit über 50000 Plätzen 42 Sattelschlepper Material aus ganz Europa nach Pratteln transportiert, auch von Formel-1-Rennen. Im August wird man sich durch die Baustelle der Arena führen lassen können. Dafür haben sich bereits 6200 Interessenten gemeldet. Freiwillig als Helfer gemeldet haben sich bisher 4500 Menschen, sie sollen insgesamt rund 80000 Stunden Arbeit leisten.

Zum Schutz des landwirtschaftlichen Bodens sind derzeit grosse Flächen mit Kies und Teer bedeckt. Wo sich die Männer im Sägemehl wälzen werden, trimmt ein Roboter den Rasen. In die Höhe gebaut ist kaum etwas. Noch kann man sich kaum vorstellen, wie sich das Gelände mit Leben füllen wird.

Das erkläre auch, warum die Begeisterung in der Nordwestschweiz, die keine Schwinghochburg sei, derzeit noch eher klein sei, sagt Rolf Gasser, der als Geschäftsführer des Eidgenössischen Schwingerverbands mehrere «Eidgenössische» hautnah erlebt hat. Er macht sich aber keine Sorgen, dass der Enthusiasmus fürs Esaf 22 geringer sein könnte als an früheren Ausgaben: «Spätestens, wenn von der Strasse aus die riesige ­Arena zu sehen ist, merken alle, was hier los ist.»

Weitere Artikel zu «Region», die sie interessieren könnten

Neuer Star von Nazareth: Gianni Pontillo ist seit über 30 Jahren auf der Bühne zu Hause. Foto: zvg / selmi.ch
Region04.03.2026

Der Rockstar aus dem Birseck

Die weltbekannte schottische Hardrock-Band Nazareth hat einen neuen Sänger: Gianni Pontillo aus Reinach. Im Gespräch mit dem Wochenblatt erzählt er, wie es dazu…
Wurde mehrfach aufgewertet: Die Birs steht im Zentrum des Aktionsplan Birspark-Landschaft. Foto: Roland Schmid/Archiv
Region04.03.2026

Nächste Ehre für die Birsstadt

Die Birspark-Landschaft wurde als Schweizer Vertretung für denEuropäischen Landschaftspreis des Europarats nominiert.
Geheime Wortzeichen: im 17. Jahrhundert eine Möglichkeit, Botschaften verschleiert weiterzugeben. Foto: zvg / Staatsarchiv Solothurn
Region04.03.2026

Das Ancien Régime – eine Zeit voller Geheimnisse

Anlässlich der Vortragsreihe des Historischen Vereins des Kantons Solothurn referierte die Berner Historikerin Debora Heim über geheimdienstliche Aktivitäten in…